Hamburg/Berlin

Mickie Krauses Krebsdiagnose: So hat der Arzt die Situation erlebt

Sven Husung, Berit Rasche
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Von Sven Husung, Berit Rasche
| 09.02.2022 18:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Stimmungssänger Mickie Krause wurde im Januar mit Blasenkrebs diagnostiziert. Foto: imago images/ C. Hardt/ Future Image
Stimmungssänger Mickie Krause wurde im Januar mit Blasenkrebs diagnostiziert. Foto: imago images/ C. Hardt/ Future Image
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Mickie Krause wurde bei einer TV-Sendung mit Blasenkrebs diagnostiziert. Neuland auch für den Urologen Thorsten Schlomm – dem wegen der laufenden Kameras zunächst „unwohl“ war.

Stimmungssänger Mickie Krause (51) bleibt nach seiner Blasenkrebs-Diagnose optimistisch. Es gehe ihm wirklich sehr gut, versicherte er in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). Er habe zwar aufgrund eines Blutgerinnsels in der Blase drei Tage nach dem ersten Eingriff ein weiteres Mal operiert werden müssen. „Aber ich hatte zu keinem Moment Beschwerden, es ging mir zu keinem Moment wirklich schlecht, ich konnte zum Beispiel nach eineinhalb Wochen schon wieder ganz normal joggen gehen“.

Lesen Sie hier das Interview in voller Länge: Mickie Krause nach Krebsdiagnose: „Mir geht es wirklich sehr, sehr gut“

Krause war während der Dreharbeiten für die TV-Show „Showtime of My Life – Stars gegen Krebs“, mit der auf wichtige Vorsorgeuntersuchungen aufmerksam gemacht werden soll, Anfang Januar unerwartet selbst mit einer Krebsdiagnose konfrontiert worden.

Die Untersuchung vor laufenden Kameras hatte Thorsten Schlomm, Direktor der Klinik für Urologie an der Berliner Charité durchgeführt. Bei „bild.de“ äußerte sich der Mediziner zu der heiklen Situation: „Dabei war mir unwohl. Die Situation hat eigentlich meiner Einstellung als Arzt widersprochen, bei der das vertrauensvolle Verhältnis mit dem Patienten an erster Stelle steht.“

Er habe Mickie Krause und das Team gefragt, ob er das Gespräch ohne die Kamera fortsetze solle. Der Entertainer habe sich dagegen entschieden: „Er bat jedoch darum, die Kameras weiterlaufen zu lassen, um gerade diese Situation zu nutzen und so mehr Bewusstsein für Krebs-Vorsorge zu schaffen“, so Schlomm gegenüber „bild.de“. Eine Sendung wie „Showtime of my Life“ sei wichtig, weil sie Bewusstsein schaffe, wie man am aktuellen Beispiel von Mickie Krause sehe.

Vorgestellt hatte sich der Promi den Auftritt anders: „Ich wollte ja eigentlich die Geschichte meines verstorbenen Freundes Pepe Maymó aus Mallorca erzählen, der dazu beigetragen hatte, dass ich meine Mallorca-Karriere in dieser Form starten konnte. Und plötzlich hatte ich meine eigene Geschichte – meine eigene Krebs-Geschichte. Das war schon grenzwertig“, sagte Krause.

Die Situation habe den Sänger zunächst überfordert. „Man denkt sich immer: Warum denn ich? Ich bin doch eigentlich nur bei diesem Format dabei, um auf Krebsvorsorge hinzuweisen. Ich bin nicht dabei, um selber festzustellen, dass ich Krebs habe.“ Für seine Familie sei die Diagnose ebenso ein Schock gewesen – „auch weil wir noch nie im Leben innerhalb der Familie und der Verwandtschaft mit dem Thema Krebs großartig konfrontiert wurden“. Ende Februar wird Krause ein drittes Mal operiert werden.

Der Sänger lässt sich von der Diagnose nicht unterkriegen. „Ich gehe sachlich und auch gestärkt an die Sache ran“. Er werde seine Möglichkeiten nutzen, Leute auf das Thema Krebs aufmerksam zu machen – „Aber man wird mich, Mickie Krause, auf der Bühne so erleben, wie man mich vor der Krebsdiagnose gekannt hat und so wird das auch in Zukunft laufen“.

Sofern das Pandemiegeschehen es zulässt, werde Krause wie geplant ab Anfang März seine Shows spielen. „Ich könnte jetzt auch heute oder morgen direkt im Megapark auftreten, das wäre für mich gesundheitlich überhaupt kein Problem“, versichert der Sänger. „Mir geht es wirklich sehr, sehr gut und mir ist auch wichtig, dass die Leute das wissen. Mir ist auch wichtig, dass die Leute sich nicht mehr Sorgen um mich machen, als ich es selbst mache“.  

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