Ukraine-Konflikt

Moskau hat die besseren Karten

Michael Clasen
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Ein Kommentar von Michael Clasen
| 13.02.2022 16:44 Uhr | 1 Kommentar | Lesedauer: ca. 1 Minute
Kann er im Ukraine-Konflikt vermitteln? Bundeskanzler Olaf Scholz reist nach Kiew und nach Moskau. Foto: dpa
Kann er im Ukraine-Konflikt vermitteln? Bundeskanzler Olaf Scholz reist nach Kiew und nach Moskau. Foto: dpa
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In Europa wächst die Kriegsangst. Kann Olaf Scholz bei seiner Reise zu Wladimir Putin den Ukraine-Konflikt entschärfen? Gewiss ist nur: Wer Russland weiter dämonisiert, riskiert einen Krieg.

Seit Wochen dreht sich im Ukraine-Konflikt die Eskalationsspirale. Schenkt man Berichten über Warnungen der US-Geheimdienste Glauben, so soll eine russische Invasion unmittelbar bevorstehen. Ist das Propaganda, um Spannungen zu schüren? Oder will Putin mit seiner Armee tatsächlich in die Ukraine einmarschieren?

Der russische Präsident ein geschickter Taktiker. Durch den anhaltenden Ukraine-Konflikt dürften die Gas-Preise weiter steigen, was für einen Großexporteur wie Russland von Vorteil ist. Zugleich will Putin testen, wie stark die EU, die Nato und die USA nach Brexit, Afghanistan und Corona noch zusammenhalten.

Aus Sicht Moskaus dürfte das daher jetzt ein guter Zeitpunkt sein, russische Interessen nach Jahren enttäuschender Verhandlungen durchzusetzen – notfalls auch mit militärischen Mitteln. Warum lenkt der Westen nicht ein und gibt Moskau einige der geforderten Sicherheitsgarantien wie die, die Ukraine nicht in die Nato aufzunehmen? Ist dieser Wunsch Moskaus wirklich so abwegig? Wer Putin als Gegner begreift, hat nicht verstanden, dass eine europäische Friedensordnung niemals ohne Moskau funktionieren kann.

Moskau hat in diesem Machtspiel die besseren Karten. Das sollte Scholz auch den amerikanischen Freunden deutlich machen, bevor die Panzer rollen.

Den Autor erreichen Sie unter mantel@zgo.de

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