Osnabrück
Hermann Parzinger: Kolonialismus Hauptthema des Berliner Humboldt-Forums
Hermann Parzinger, Präsident der Berliner Stiftung Preußischer Kulturbesitz, will das Thema Kolonialismus weiter in die Gesellschaft tragen. Das Berliner Humboldt-Forum soll dafür der zentrale Aushandlungsort sein.
Das Berliner Humboldt-Forum soll nach Ihren Worten ein Aushandlungsort, ein Labor sein. Wie soll dieses Ziel erreicht werden?
Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn wir eng mit Vertretern der Herkunftsländer unserer Sammlungsobjekte zusammenarbeiten. Wir wollen die Sammlungsgeschichte gemeinsam aufarbeiten, aber auch zusammen in die Zukunft denken, was die Präsentation der Objekte angeht. Es geht um Ausstellungen, aber auch um gemeinsame Forschungsprojekte vor Ort. Wir betreiben bereits seit Jahren solche Vorhaben, etwa mit indigenen Gruppen in Amazonien, aber auch mit Fachleuten in Tansania, Angola und Namibia. Nur ein solcher Weg führt in die Zukunft. Das schließt Rückgaben von Objekten mit ein. Wir sehen das Humboldt Forum als einen Ort, der gemeinsam mit Partnern aus den Herkunftsländern kontinuierlich weiterentwickelt wird. Die Ausstellungsbereiche sollen deshalb auch immer wieder verändert werden. Das Humboldt Forum ist ein Prozess, und wir stehen an seinem Beginn. Dazu gehört auch, dass bestimmte Objekte heute zu sehen sind und und irgendwann vielleicht nicht mehr, weil sie zurückgegeben wurden.
Der Besucher wird also ein Humboldt-Forum erleben, das sich immer wieder stark verändern wird, nicht?
Genau. Diesen Prozess der Koproduktion und der Veränderung unseres Denkens soll der Besucher wahrnehmen können. Wir überarbeiten gerade die geplante Präsentation der Benin-Bronzen. Der Prozess der Rückgabe dieser Stücke an Nigeria, der gerade im Gang ist, wird dabei ein zentraler Punkt in der Ausstellung sein.
Das Humboldt-Forum ist in mehreren Schritten eröffnet worden. Was fehlt jetzt noch? Worauf darf sich das Publikum in diesem Jahr freuen?
Im September 2021 hatten wir die Haupteröffnung zusammen mit dem Bundespräsidenten. In diesem Jahr folgt noch der zweite Teil der Museen in der sogenannten Ostspange, also dem zweiten und dritten Obergeschoss um den Schlüter-Hof herum. Dann sind dort weitere Sammlungsbereiche aus Afrika zu sehen, auch die Benin-Bronzen werden dort Thema sein. Hinzu kommen Nord-, Mittel- und Südamerika sowie weitere Präsentationen zu Asien. Das Angebot wird durch Bereiche für Wechselausstellungen komplettiert. Dort greifen wir wechselnde Themen auf. Das alles soll ab September 2022 zu sehen sein.
Gibt es schon Themen, die Sie dafür vorgesehen haben?
Ein wichtiges Thema werden die Benin-Bronzen sein. Wir greifen aber auch zurück auf eine Kooperation mit dem tansanischen Nationalmuseum und der Universität in Daressalam, die dazu dient, mit Objekten die Geschichte des Maji-Maji-Kriegs (1905-1907) zu erzählen. Dieser sehr grausame deutsche Kolonialkrieg forderte Zehntausende Todesopfer. Er fand fast zeitgleich zum Genozid an den Herero und Nama statt. Der Maji-Maji-Krieg spielt in der Erinnerungskultur Tansanias eine große Rolle. Dieser Bereich wird wesentlich von Kurator:innen aus Tansania gestaltet werden. Dieses Thema ist deshalb so wichtig, weil viele Deutsche diesen Teil der eigenen Kolonialgeschichte gar nicht kennen. Die Objekte werden danach nach Tansania zurückgehen.
Die Deutschen und ihre koloniale Vergangenheit – wird das in Zukunft das wichtigste Thema des Humboldt-Forums sein?
Auf jeden Fall wird es in den nächsten Jahren zentral sein. Es ist ein gesellschaftliches Bedürfnis und eine Notwendigkeit, sich mit dieser Geschichte zu beschäftigen. Dabei geht es nicht nur um die Objekte. Es muss auch eine breite Dekolonisierung unseres Denkens stattfinden. Das ist keine Aufgabe von Museen allein. Die Öffentlichkeit muss mehr über Kolonialismus wissen und über seine Nachwirkungen nachdenken, weil diese Geschichte auch mit uns heute zu tun hat. Das sollten wir auch gemeinsam mit Fachleuten aus afrikanischen Ländern tun. Wie wichtig das ist, sehen wir allein schon daran, dass das Thema Kolonialismus in unseren Schulbüchern kaum vorkommt. Da haben gerade Museen wie das Humboldt Forum, dessen Fassade ja schon Bezug nimmt auf die deutsche Geschichte, eine wichtige Verantwortung gegenüber der Gesellschaft.
Ein modernes Museum hinter der Preußen-Fassade: Behindert die Botschaft der Architektur des Humboldt-Forums nicht die moderne Botschaft für das 21. Jahrhundert?
Die Debatte um die Architektur gibt es seit über zwanzig Jahren. Bei öffentlichen Projekten, die viele Jahre brauchen, um fertiggestellt zu werden, gibt es immer das Problem, das sich in der Zwischenzeit die Gesellschaft verändert. Der Prozess, sich der kolonialen Vergangenheit zu stellen, hat erst in den letzten Jahren an Intensität gewonnen. Erst 2015 bezeichnete der damalige Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die Verbrechen an den Herero und Nama als Völkermord. Es hat sich etwas verändert. Die Schlossfassade hat insofern eine positive Wirkung, weil sie uns zurückbindet an unsere Geschichte, der wir nicht entgehen. Gerade in diesem Gebäude zusammen mit den Ländern des globalen Südens einen neuen Weg in die Zukunft zu gestalten, ist ein interessantes Wagnis. In einem futuristischen Bau könnte man dieser Geschichte eher entkommen. Die historisierenden Fassaden des Humboldt-Forums haben dagegen eine Art Katalysator-Wirkung.
Nach der Rückgabe menschlicher Überreste an den US-Bundesstaat Hawaii haben Sie angekündigt, die Sammlung der Berliner Charité mit menschlichen Überresten erforschen zu wollen. Was planen Sie genau und wann ist mit weiteren Rückgaben menschlicher Überreste zu rechnen?
Wir haben die Sammlung der Charité 2011 übernommen. Bei den menschlichen Überresten, die sich in dieser Sammlung finden, handelt es sich überwiegend um Schädel. Im Zeitalter des Kolonialismus hatte man Schädel aus aller Welt gesammelt und für rassenkundliche Forschungen vermessen. Diese Sammlung ist vom Museum für Vor- und Frühgeschichte übernommen worden, weil sich in der Sammlung auch viele Skelettreste aus früheren Ausgrabungen in Deutschland befinden. Ungefähr 40 Prozent der Objekte stammen jedoch aus kolonialem Kontext. Wir sind seit einigen Jahren dabei, diese Bestände systematisch aufzuarbeiten. Etwa 1.200 Schädel stammen aus Ostafrika. Wir haben diesen Bestandin einem von der Gerda Henkel Stiftung finanzierten Projekt erforscht. Die Schädel stammen aus Tansania, Ruanda und Kenia. Im Rahmen des Projekts sind die dafür einschlägigen Archive aufgearbeitet und auch Feldforschungen vor Ort durchgeführt worden, immer in enger Kooperation mit Forschern aus Afrika. Ganz wichtig: Bei menschlichen Überresten forschen wir nicht, um festzustellen, ob die Objekte legal erworben worden sind. Bei diesen Objekten ist der Kontext von vornherein nicht legal, weil Friedhöfe widerrechtlich geöffnet wurden. Das ist Grabstörung. Wir müssen aber herausfinden, wo genau sie herstammen, um die Überreste an die richtigen Empfänger zurückgeben zu können.
Gibt es noch ein weiteres Projekt dieser Art?
Ja, ein zweites Projekt beschäftigt sich mit Westafrika und betrifft rund 470 Schädel aus Togo,Kamerun und benachbarten Ländern. Dieses Projekt, finanziert von der BKM, beginnt gerade. Dann wäre da noch einen großer Bestand aus dem Pazifikraum, weit über 1.000 weitere Schädel. Die jüngste Rückgabe nach Hawaii ging auf eine Anfrage von dort zurück. Wir erforschen systematisch den gesamten Bestand, reagieren aber natürlich auch auf Anfragen. Ziel ist die komplette Rückgabe dieser Überreste.
Ist denn in jedem Fall bei den afrikanischen Objekten klar, an wen sie zurückgegeben werden sollen?
Das ist vielfach noch nicht geklärt. In Hawaii war die Sache sehr klar, auch bei einer früheren Rückgabe von Schädeln nach Neuseeland oder bei Restitutionen nach Alaska. Die Zuständigkeiten und Empfänger sind dort in der Regel eindeutig. In vielen afrikanischen Ländern sind gerade diese Fragen noch unklar. Wer ist unser Ansprechpartner, staatliche Stellen oder Communities?. Die staatliche Ebene können wir nicht umgehen. Botschaften und Ministerien sind daher unsere ersten Ansprechpartner.
Ab Mitte des Jahres sollen im Humboldt-Forum die als koloniales Raubgut geltenden Benin-Bronzen zu sehen sein. Das Hamburger Museum am Rothenbaum zeigt derzeit auch Benin-Bronzen aus seinem Bestand, die baldige Rückgabe der Stücke vor Augen. Ist die Berliner Präsentation auch der letzte Schritt vor einer Rückgabe der Objekte an Nigeria?
Ja, die Benin-Bronzen sind als koloniales Raubgut anzusehen. Das gilt für uns ganz genauso wie für das Museum in Hamburg. Bei den Gesprächen zur Rückgabe unter Leitung des Auswärtigen Amts war ich involviert. Auch wir wollen in diesem Jahr die Rückübertragung des Eigentums an diesen Stücken vornehmen. Die Ausstellung im Humboldt Forum wird gerade überarbeitet. Der Prozess der Rückgabe soll dabei Teil des Narrativs sein. Trotzdem wollen wir auch einige Originale zeigen, weil sie Weltkunst sind. Wir entwickeln diese Ausstellung dabei gemeinsam mit Kollegen aus Nigeria.
Sie sprechen von Weltkunst, von einer Zirkulation der Exponate. Was stellen Sie sich genau darunter vor?
Der Weg der Zusammenarbeit soll in eine neue Zukunft führen. Dazu gehört auch die Rückgabe. Vor Jahren haben wir noch davon gesprochen, die Objekte zirkulieren zu lassen anstatt sie zurückzugeben. Dinge, die unrechtmäßig erworben worden sind oder die für ihre Herkunftsgemeinschaften von zentraler Bedeutung sind, sollten zurückkehren. Gleichzeitig sollten wir Kunstwerke aber auch zirkulieren lassen. . Jeder soll Zugang zu Weltkunst haben. Warum soll in dem neuen Museum von Benin-City nicht auch einmal europäische Kunst gezeigt werden? Erst wenn dies möglich ist, sind wir am Ziel unseres Weges. Erst dann können wir von einem wahren Dialog der Kulturen sprechen.
Der Historiker Götz Aly hat die Debatte um das große Auslegerboot von den Luf-Inseln in Gang gebracht. Nach seiner Darstellung ist der Erwerb des Bootes höchst problematisch. Wie soll Ihrer Meinung nach künftig mit dem Boot umgegangen werden? Kommt für Sie eine Rückgabe in Betracht?
Das Verdienst von Götz Alys Buch besteht darin, dass es mit dem Mythos vom kolonialen Paradies in der Südsee aufgeräumt hat. Viele hatten die Vorstellung, dass die schlimmen Kolonialverbrechen nur in Afrika geschehen sind. Die Kolonialzeit war allerdings in der Südsee genau so brutal. Es gab Massaker, Strafexpeditionen und eine ausbeuterische Plantagenwirtschaft, die die Umwelt und Lebensgrundlagen dort nachhaltig verändert hat, oft mit Wirkungen bis heute. Was den Erwerb des Bootes angeht, haben unsere Fachleute etwas andere Ansichten als Götz Aly. Es ist 20 Jahre nach der Strafexpedition auf der Insel Luf erworben worden. Es gibt etliche Hinweise, die nicht so eindeutig von einem unrechtmäßigen Erwerb sprechen lassen. Die Nachfahren der einstigen Bootsbauer übrigens haben uns wissen lassen, dass sie nach Berlin kommen möchten, um das Boot zu sehen. Es geht ihnen darum, die Bauweise studieren zu können, um ein solches Boot heute wieder bauen zu können, weil dieses Wissen auf der Insel verlorengegangen ist. Sie wollen dieses Boot nachbauen, aber nicht für ein Museum, sondern um es zu benutzen.
Der Wissenschaftsrat hatte der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in seinem Gutachten ein schlechtes Zeugnis ausgestellt, gar die Auflösung der Stiftung empfohlen. Jetzt soll die Autonomie der einzelnen Sammlungen und Häuser, die in der Stiftung versammelt sind, gestärkt werden. Was geschieht jetzt konkret?
Das ist eine zentrale Aufgabe. Die Leitungen der Stiftung und der einzelnen Häuser haben dazu neue Vorstellungen entwickelt. Eine zentrale Rolle spielen aber die Träger. Der Stiftungsrat, in dem der Bund und die Länder vertreten sind, haben eine Reformkommission eingesetzt. Ein zentraler Punkt, auch im Gutachten des Wissenschaftsrates, war ja, Hierarchieebenen abzubauen und mehr Verantwortung in die einzelnen Häuser zu geben. Dazu gehören auch Teile der Finanz- und Personalverwaltung. Es geht um eigene Budgets und kurze Entscheidungswege. Wir wollen auch einen Globalhaushalt, wie er bei Universitäten üblich ist. Das lässt ein ganz anderes Gestalten zu. Die Reformkommission hat zudem festgelegt, dass die Stiftung von einem Vorstand oder Präsidium geleitet werden soll, in dem neben dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten auch die Leitungen der Einrichtungen mitgestalten können. Neben den Strukturen müssen wir aber auch neue Themen setzen: Dekolonisierung, Nachhaltigkeit und Diversität sind neue Leitthemen, die ja auch die neue Kulturstaatsministerin Claudia Roth in den Mittelpunkt gestellt hat. Dazu wollen wir beitragen. Wir haben zwei Beauftragte für Nachhaltigkeit eingesetzt, die das Thema als Querschnittsaufgabe vorantreiben werden.
Wozu dienen diese Reformen?
Wir wollen auch als Akteur der auswärtigen Kulturpolitik schlagkräftiger und sichtbarer werden. Aber auch im Bereich der Wissenschaftspolitik. Wir sind die größte sammlungsbezogene Forschungseinrichtung in Deutschland. Wir wollen die Aktivitäten der einzelnen Einrichtungen der Stiftung besser bündeln. Mit der neuen Bundesregierung wird sich auch in der Forschungslandschaft etwas ändern. Es wird neue Förderlinien geben. Dabei wollen wir Ideen einbringen. Wir haben sehr viel Expertise, auch bei den sogenannten kleinen Fächern wie Islamische Kunstgeschichte, Afrikanistik oder in den Regionalwissenschaften. Es wäre die Aufgabe eines Stiftungsverbundes, diese Dinge strategisch weiterzuentwickeln und sichtbarer zu machen.
Strukturreformen allein helfen sicher nicht. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz braucht auch eine neue Idee von sich selbst. Welche Vision soll die Stiftung in die nächsten Jahrzehnte tragen?
Wir verstehen uns als Sachwalter des global geteilten Kulturerbes. Wir haben Sammlungen aus aller Welt. Wir verstehen uns als globaler Player in der Kulturgüterforschung. Rückgaben von Kulturgütern und eine neue Qualität des Dialogs gehören dazu, ein neues Miteinander mit dem globalen Süden zu entwickeln. Das ist ein wichtiges Zukunftsthema. Nach innen gerichtet geht es darum, die Herausforderungen unserer Gesellschaft anzunehmen. Es geht um Integration, Inklusion und Diversität. Die Erwartungen an Museen verändern sich, darauf müssen wir überzeugende Antworten finden.
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz soll nach Ihren Worten ein Player in der globalen Museumsszene sein. Was fehlt der Stiftung derzeit, um diesem Anspruch gerecht zu werden?
Ich sehe uns da weniger im Vergleich mit dem Pariser Louvre oder dem British Museum, weil der Stiftungsverbund ja mehr als nur Museen umfasst. Ich vergleiche uns eher mit der Smithsonian Institution in Washington. Das ist auch ein Verbund vieler Museen, Bibliotheken und sammlungsbezogener Forschungseinrichtungen, die im Ausland etwa ein umfassendes Programm zum Kulturerhalt voranbringen und dabei sehr gut aufgestellt sind. In diese Richtung sollten wir denken. International betrachtet geht es dabei nicht um Konkurrenz, sondern eher um Kooperation.
Museen werden sich in den nächsten Jahren, ebenso wie andere Kultureinrichtungen stark verändern müssen. Ist der Reformbedarf der Stiftung Preußischer Kulturbesitz da vielleicht sogar eine Chance, indem die Stiftung ein Modellfall wird?
Das würden wir uns wünschen. Als mit Abstand größte deutsche Kultureinrichtung wollen wir uns selbst in diese Pflicht nehmen. Es gibt auch die Erwartung, dass die Teile dieses Verbundes ganz anders als bisher miteinander kooperieren. Es geht um neue Strukturen und ein schnelles Agieren. Das könnte in vielen Bereichen Vorbild für andere sein, doch zunächst müssen wir selbst es schaffen, uns in diese Richtung zu verändern.
Bei allen Reformen der Stiftung – was werden die Besucher der Berliner Häuser davon haben?
Was hinter den Kulissen verändert wird, ist das eine. Den Besucher interessieren Strukturfragen nicht, der will interessante Ausstellungen sehen, von faszinierenden Geschichten hören, attraktive Bildungsangebote erleben. Das ist letztlich entscheidend, hier befinden sich die Einrichtungen des Stiftungsverbundes auch in einer Bringschuld. Wir wollen neue Themen setzen und damit auf veränderte Erwartungen der Besucher reagieren.
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz war früher mit Ausstellungen im Bundesgebiet präsent. Dieser Einsatz ist zuletzt zurückgefahren worden. Wird die Stiftung künftig wieder mehr in der Fläche präsent sein, etwa auch im Gut Altenkamp in Papenburg?
Unbedingt. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Die Zusammenarbeit mit den Ländern ist uns sehr wichtig. Wir haben gerade mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt und der Burg Giebichenstein in Halle an der Saale eine Ausstellung über den Bauhaus-Designer Erich Dieckmann eröffnet. Diese Ausstellung wird zuerst in Halle und dann in Berlin gezeigt. Solche Kooperationen wollen wir ausbauen. Dafür gibt es ein Bedürfnis in den Ländern. Unser föderales Programm soll ausgebaut werden, mit dem wir Ausstellungen in den Ländern zeigen, auch auf Gut Altenkamp in Papenburg waren wir schon öfter zu Gast. Wir wollen eine Koordinationsstelle dafür einrichten, um mehr solche Kooperationsprojekte auf den Weg zu bringen. Diesen Weg werden wir fortsetzen. Auch in Papenburg wird man sich auf neue Ausstellungen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz freuen können.