Freizeit

Greetsieler Idee ermöglicht weitere Treffpunkte

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 15.02.2022 17:23 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die drei erwachsenen Projekt-Ansprechpartner Hartmut Lübben (stehend von links), Volker Kaliszewski und Greetsiels Ortsvorsteher Gerd Wellbrock hoffen auf eine gute Zusammenarbeit mit Isaac Badu, Lotta Lübben und den anderen Jugendlichen. Foto: Hillebrand
Die drei erwachsenen Projekt-Ansprechpartner Hartmut Lübben (stehend von links), Volker Kaliszewski und Greetsiels Ortsvorsteher Gerd Wellbrock hoffen auf eine gute Zusammenarbeit mit Isaac Badu, Lotta Lübben und den anderen Jugendlichen. Foto: Hillebrand
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Während die Politik und die Gemeinde Krummhörn über fehlende Jugendtreffpunkte diskutieren, wurde der TV Greetsiel aktiv. Nun stellt der Verein ein Konzept vor, das auch andernorts greifen könnte.

Greetsiel - Es müssen nicht immer Jugendhäuser sein, wenn es um die Schaffung von Treffpunkten für die junge Generation geht. Zu diesem Schluss ist der TV Greetsiel gekommen, hat sich mit den Heranwachsenden zusammengesetzt und die Kirche und die Gemeinde Krummhörn als Unterstützer gewonnen. Herausgekommen ist schließlich ein Jugendraum mit einem Nutzungskonzept, mit dem sich auch andernorts in der Krummhörn fehlende öffentliche Treffpunkte kompensieren ließen. Und das, ohne dass Erwachsene die Aufsicht übernehmen oder ein Erwachsener die Verantwortung tragen muss.

Was und warum

Darum geht es: In Greetsiel gibt es einen neuen öffentlichen Jugendtreffpunkt. Das Angebot wird angenommen und könnte künftig noch wachsen.

Vor allem interessant für: Jugendliche und ihre Eltern

Deshalb berichten wir: Wir wurden vom TV Greetsiel eingeladen, um uns den Jugendraum anzusehen.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Dies sei nämlich in vielen Fällen das eigentliche Problem – nicht die fehlenden Räume. Das machten am Montagabend Greetsiels Pastor Hartmut Lübben und der Vereinsvorsitzende Volker Kaliszewski deutlich, als sie den Treffpunkt zusammen mit Isaac Badu und Lotta Lübben vorstellten. Die beiden sowie Leon van der Ploeg haben Schlüssel zu dem Wintergarten des Sportlerheims und sind die Ansprechpersonen für die bis zu etwa zehn Jugendlichen, die dort seit dem 14. Januar regelmäßig zusammenkommen. Laut Hartmut Lübben liegt ihr Alter bei 15 bis 16 Jahren. Den Jugendsprechern zufolge kommen sie bislang vor allem aus Greetsiel, aber vereinzelt auch aus Norden, Manslagt, Visquard, Pilsum und Osteel.

Einverständniserklärung von den Eltern

Laut Kaliszewski hatten er und der frühere Ortsvorsteher Alfred Jacobsen (SPD) schon vor der Pandemie bei den vierteljährlichen Treffen der Dorfgemeinschaft überlegt, wo man die Jugend gerade in den kalten Wintermonaten unterbringen kann. Aber der TV hatte, wie auch viele andere Vereine oder Institutionen, nicht die personellen Kapazitäten für einen offiziellen Jugendtreff. Immerhin muss dort normalerweise überprüft werden, ob das Jugendschutzgesetz eingehalten wird, erklärt der Vorsitzende. Nun jedoch arbeite man mit Einverständniserklärungen. Diese müsse jeder Jugendliche, der an den Treffen im Wintergarten teilnehmen will, von seinen Eltern unterschreiben lassen und dadurch den Verein von der Haftung entbinden.

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Allerdings übernehmen Isaac Badu, Lotta Lübben und Leon van der Ploeg Verantwortung. Sie müssen die Einverständniserklärungen kontrollieren, wenn jemand Neues zu der Gruppe dazustoße, erklären Badu und Lübben, die beide 16 Jahre alt sind. Einmal monatlich besprechen sich die drei außerdem mit den Projektträgern und bewerten gemeinsam, was gut und was nicht so gut lief. Auch Verbesserungsvorschläge werden gemacht. So werde derzeit zum Beispiel über ein W-Lan-Netz für die Jugendlichen sowie über eine bessere Beleuchtung gesprochen.

Verhaltenskodex aufgestellt

Für die Teilnahme gelten eine Reihe von schriftlich festgehaltenen Verhaltensregeln. Demnach müssen die Jugendlichen unter anderem direkt nach jedem Treffen sauber machen und der Alkohol- und Tabakkonsum „sollte grundsätzlich vermieden werden“ beziehungsweise müsse auch hier das jeweilige Mindestalter kontrolliert werden, heißt es in dem Kodex. Laut Isaac Badu und Lotta Lübben habe man sich aber wochentags ohnehin schon auf ein komplettes Alkoholverbot geeinigt. Weiter heißt es, dass darüber hinaus noch darauf geachtet werden müsse, dass es nicht zu laut werde und die Nachbarn sich nicht beschweren. Dafür dürfen die Jugendlichen den Wintergarten so gestalten, wie sie wollen. Zunächst handelt es sich laut den Verhaltensregeln um ein dreimonatiges Testprojekt.

Der Vorteil des Wintergartens sei, dass viele Eltern der sich dort treffenden Jugend selbst TV-Mitglieder sind, sagt Kaliszewski. Er könnte zudem zum Beispiel bei Vereinsfeiern genutzt werden, um darin Kaffee oder Grillfleisch zu verkaufen und die Einnahmen in den Treffpunkt zu stecken, kann sich Badu vorstellen.