Osnabrück

Gehälter im Vergleich: Niedersachsen liegt im unteren Mittelfeld

Nina Kallmeier
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Von Nina Kallmeier
| 15.02.2022 14:16 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der Gehaltsreport 2022 zeigt, in welchen Branchen und Bundesländern Gehälter besonders hoch sind. Foto: Jens Büttner/dpa
Der Gehaltsreport 2022 zeigt, in welchen Branchen und Bundesländern Gehälter besonders hoch sind. Foto: Jens Büttner/dpa
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Nach der Schule zieht es viele junge Menschen ins Studium. Doch lässt sich nur mit Bachelor und Master viel Geld verdienen? Der Gehaltsreport 2022 zeigt, in welchen Branchen – und Bundesländern – am meisten verdient wird. Und wo der Unterschied zwischen Männern und Frauen besonders groß ist.

Für den einen oder anderen stellt sich noch die Frage: Geht es im Sommer an die Universität oder doch in die duale Ausbildung? Der Trend geht auch weiterhin zum Studium: Alleine im Wintersemester 2021/22 haben vorläufigen Zahlen zufolge mehr als 395.000 junge Menschen ihr erstes Hochschulsemester begonnen. Zum Vergleich: Den jüngsten Zahlen aus dem Corona-Jahr 2020 zufolge wurden in dem Jahr bundesweit 465.700 Neu-Azubis gezählt.

Neben den eigenen Interessen spielt für viele auch das erwartete Gehalt anschließend im Berufsleben eine Rolle bei der Entscheidung. In welchen Berufen und Branchen lässt sich also am meisten Geld verdienen? Ein Blick in den Gehaltsreport 2022 zeigt zumindest Tendenzen. Er basiert auf 600.000 aktuellen Gehaltsdaten der Jobplattform Stepstone und Gehalte.de.

Wieviel verdient man in Deutschland im Schnitt?

Im Schnitt haben Arbeitnehmer in Deutschland dem Gehaltsreport zufolge im vergangenen Jahr 51.009 Euro brutto verdient. Das Mediangehalt – also jenes, bei dem die Anzahl derer mit niedrigerem Einkommen ebenso groß ist wie die Anzahl derer mit höherem Einkommen – liegt dagegen etwas niedriger, bei 44.074. Letztere Zahl gibt jedoch meist ein realistischeres Bild wider, da der Durchschnittswert durch besonders hohe und niedrige Werte stark beeinflusst wird.

Gibt es regionale Unterschiede?

Besonders in Hessen und Baden-Württemberg verdienen Arbeitnehmer gut. Hier liegt das Mediangehalt bei 47.840 beziehungsweise 47.806 Euro. Schleswig-Holstein und Niedersachsen liegen mit 40.464 beziehungsweise 40.094 Euro knapp in der unteren Hälfte. Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit einem Mediangehalt von 34.320 Euro.

Welche Berufe und Branchen liegen im Ranking ganz weit vorne?

Im Branchenvergleich liegt die Halbleiterindustrie (62.960 Euro) vorne, gefolgt von Biotechnologie (61.540 Euro) und Banken. Was die Berufsgruppen angeht, so liegen den Daten zufolge Ärztinnen und Ärzte unangefochten an der Spitze der Top-Verdiener. Ihr Gehalt beträgt im Median 78.317 Euro. Es folgen Ingenieure (59.280 Euro) und IT-ler (56.990 Euro). Besonders wenig gezahlt wird im Einzelhandel (Bekleidung, Textil: 34.261 Euro), Hotels und Gaststätten (31.200 Euro) sowie Callcentern (28.916 Euro) gezahlt.

Wie groß ist der Unterschied zwischen den Einkommen von Menschen mit Hochschulabschluss und anerkanntem Berufsabschluss?

Ein Blick in den Gehaltsreport zeigt: Die Unterschiede können groß sein. Der Auswertung zufolge verdienten Akademiker mit 59.700 Euro Bruttojahresgehalt im Median deutlich mehr ihre Kollegen ohne Studienabschluss (40.600 Euro). Allerdings gilt: Zwischen den Branchen gibt es große Unterschiede wie die Grafiken zeigen.

Wie verändert sich die Differenz in den Gehältern über ein Berufsleben?

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat dazu vor einige Zeit eine Erhebung durchgeführt. Das Resultat: Höhere Berufsabschlüsse zahlen sich mit dem Alter zunehmend aus. Betrachtet haben die Arbeitsmarktexperten den Lebensabschnitt zwischen 24 und 34 Jahren. Allerdings: Mit Blick auf Fachkräfte und Experten gilt das vor allem für Masterabschlüsse. Die Gehaltsentwicklung von Mitarbeitern mit Bachelor oder beruflichem Fortbildungsabschluss liegen den Berechnungen des IAB zufolge auf einem ähnlichen Niveau.

Inwieweit verdienen Männer mehr als Frauen?

Der Gehaltsreport bestätigt erneut: Männer verdienen weiterhin mehr als Frauen. Allerdings: Die Unterschiede zwischen den Bruttomediangehältern von Männern und Frauen sind in den Bundesländer unterschiedlich groß. Mit 19 Prozent Differenz ist das „Gender Pay Gap“ in Baden-Württemberg besonders groß. Hier verdienen Männer rund 52.000 Euro pro Jahr - Frauen hingegen nur 42.120 Euro. Die geringsten Unterschiede zwischen den Gehältern von Männern und Frauen gibt es in Brandenburg. Im Schnitt verdienen Frauen hier „nur“ acht Prozent weniger als Männer.

Welche Faktoren spielen für das Gehalt zusätzlich eine Rolle?

Dem Gehaltsreport zufolge macht es einen Unterschied, ob ein Arbeitnehmer in einem größeren oder kleineren Unternehmen beschäftigt ist. Dabei gilt: Je größer die Firma desto höher die Gehälter. Unternehmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern vergüten diese den Zahlen zufolge im Median mit 59.280 Euro. Kleine und mittelständische Arbeitgeber mit mehr als 50, aber maximal 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern liegen bei 44.163 Euro. Kleinstbetriebe mit maximal 50 Arbeitnehmern zahlen im Median 37.440 Euro pro Jahr.

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