Osnabrück
Dieses Wort machte einen Belmondo-Klassiker zum Skandal
1960 reichte ein einziges Wort, um Jean-Paul Belmondos Klassiker „Außer Atem“ zum Skandal zu machen. Arte wirft einen Blick zurück auf Leistung und Eklats der Nouvelle Vague.
Es war ein Schock für viele. Für andere war es aber ein künstlerischer Aufbruch. Als der junge Jean-Paul Belmondo am Ende des Films „Außer Atem“ (1960) erschossen wird, sagt der Sterbende zur Hauptdarstellerin Jean Seberg, dass er sie „zum Kotzen“ fände. Ganz einfach so, direkt und unvermittelt. Und in der Tat: So was hatte man noch nie auf der Leinwand gesehen. Zudem kamen noch jede Menge „unmotiviert“ erscheinende Schnitte, ein naturalistisches Paris jenseits der Studios, sowie „Sex“-Szenen, die Moralapostel aufregten .
Um 1960 tat sich etwas in Paris: Filmkritiker wie François Truffaut, Godard, Eric Rohmer, Claude Chabrol oder Jacques Rivette drehten ihre ersten Filme, hinzu kamen die Arbeiten von Agnès Varda, Jacques Demy und Louis Malle. Truffauts Erstling „Sie küssten und sie schlugen ihn“ eroberte 1959 das Festival von Cannes. Der Aufschrei gegen das Kino der Alten hatte dabei etwas Bilderstürmerisches an sich – und wirkt bis heute nach, gut 60 Jahre später.
Regisseurin Florence Palantes verwendet für ihre Doku zur sogenannten „Nouvelle Vague“ auch Filmmaterial der Gegner des „Neue Welle“-Kinos. Und sie nutzt Erzähl-Manierismen der damaligen Zeit. Eine kluge und schöne (wenn auch leider zu kurze) Hommage ans französische Kino der Moderne.
Sendetermin: „Die Nouvelle Vague- Eine Außenseiterbande“, Arte, 17 Februar 2022, 21.55 Uhr.