Justiz

Wangerooge: Kollegen fast mit Messer getötet

Franz-Josef Höffmann
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Von Franz-Josef Höffmann
| 22.02.2022 17:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Verhandelt wird am Landgericht Oldenburg. Bild: Pixabay
Verhandelt wird am Landgericht Oldenburg. Bild: Pixabay
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Auf Wangerooge soll ein Restaurantmitarbeiter einen Kollegen mit einem Messer fast getötet haben. Er könne sich nicht genau erinnern, sagte der Angeklagte vor Gericht aus.

Wangerooge/Oldenburg - Wegen versuchten Totschlags muss sich seit Dienstag ein 39 Jahre alter Mann vor der Schwurgerichtskammer des Oldenburger Landgerichtes verantworten. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, am 25. September vorigen Jahres auf Wangerooge in einer Gemeinschaftsunterkunft für Restaurant-Mitarbeiter einem Arbeitskollegen ein Messer in die linke Herzseite gerammt zu haben. Das Opfer überlebte die Messerattacke aufgrund einer Notoperation in Bremen.

Der 39-Jährige hatte laut Anklage am Tattag nicht gearbeitet, weil er krank war. Er soll Schmerzmittel genommen und dazu viel Alkohol getrunken haben. In der Nacht sei es dann in der Gemeinschaftsunterkunft zu Streitigkeiten gekommen. Worum es dabei ging, ist nicht klar. Von Frauen soll die Rede gewesen sein und davon, dass einer der Bewohner schwul sei. Der Angeklagte soll dann sein Messer gezogen und es in den Oberkörper eines seiner Arbeitskollegen gerammt haben.

Opfer sammelt Geld für Anreise

Der 39-Jährige erklärte vor Gericht, dass er sich an das Geschehen nicht mehr genau erinnern könne. Er meine aber, dass das spätere Opfer auf ihn zugekommen sei – dann der Stich mit dem Messer. Er habe seinen Arbeitskollegen aber nicht verletzen oder gar töten wollen, beteuerte der Mann.

Arbeitskollegen sollen den 39-Jährigen im Ermittlungsverfahren als „etwas verrückt und leicht reizbar“ beschrieben haben. Diese Einschätzung wollte er vor Gericht nicht teilen. An das Opfer hat der Angeklagte ein Entschuldigungs-Schreiben geschickt. „Eigentlich haben wir uns immer gut verstanden“, sagte er. Zeugen hatten die Tat miterlebt. Sie sollen im Verfahren gehört werden. Vor allem aber soll das Opfer aussagen. Es befindet sich derzeit noch in seiner Heimat Italien und sammelt Geld, um sich die Reise nach Deutschland leisten zu können. Der Prozess wird am 11. März fortgesetzt.

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