Gesundheit

Kreis und Praxen auf dem Fehn warten auf Novavax

Marion Janßen
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Von Marion Janßen
| 23.02.2022 12:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Ein medizinischer Mitarbeiter bereitet während einer Studie im St. George’s University Hospital in London eine Dosis mit dem Corona-Impfstoff von Novavax für eine Impfung vor. Jetzt kommt das Vakzin nach Deutschland. Foto: Alastair Grant/dpa
Ein medizinischer Mitarbeiter bereitet während einer Studie im St. George’s University Hospital in London eine Dosis mit dem Corona-Impfstoff von Novavax für eine Impfung vor. Jetzt kommt das Vakzin nach Deutschland. Foto: Alastair Grant/dpa
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Der Landkreis Leer plant drei Impftage. Anmelden muss man sich bei der Hotline des Landes. Was danach ist, weiß man nicht. Auch die Praxen warten auf Informationen.

Oberledingerland/Kreis Leer - Der Corona-Impfstoff von Novavax soll das zuletzt zurückgegangene Impf-Tempo in Deutschland neu anschieben. Das Präparat soll in dieser Woche eintreffen und dann für Erstimpfungen sofort an die Länder verteilt werden, so ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums.

Auch der Landkreis Leer impft demnächst mit Novavax, so Jens Gerdes von der Pressestelle des Landkreises. „Den Impfstoff werden die Impfteams des Landkreises Leer vom 6. bis zum 8. März im Zollhaus Leer verimpfen. „Insbesondere diejenigen, für die ab dem 16. März die einrichtungsbezogene Impfpflicht gilt, haben somit eine weitere Impfmöglichkeit.“

Wichtig für Zögernde in der Pflege

Angesprochen sind hier etwa bislang ungeimpfte Mitarbeiter in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. So erklärte Christoph Leßnig, Geschäftsführer und Heimleiter der Pflegeeinrichtungen „Haus am Königsmoor“ in Moormerland und „Haus zwischen den Wieken“ in Ostrhauderfehn, kürzlich, dass sich auch in seinem Betrieb einer von nur noch zwei ungeimpften Mitarbeitern auf die Warteliste des Landes für den neuen Impfstoff „Novavax“ hat setzen lassen.

Und auch Rainer Helmers, Vorstand des Rhauderfehner Reilstiftes, verweist darauf, dass das Land Niedersachsen vorrangig der neue Impfstoff Novavax für Mitarbeitende, die der Impfpflicht unterliegen, angeboten werde. Im Reilstift gebe es ebenfalls nur sehr wenige nicht geimpften Mitarbeitende, mit denen man im Gespräch sei.

Nicht für Booster geeignet

Wer sich mit Novavax impfen lassen möchte, erhält einen Platz auf der Warteliste über eine Hotline des Landes Niedersachsen: „Wichtig ist, sich zeitnah unter der Telefonnummer 0800/9988665 auf die Warteliste für einen Novavax-Impftermin setzen zu lassen. Nur so kann der notwendige Impfstoff reserviert werden“, so Gerdes. Über die Aktion vom 6. bis 8. März hinaus sei noch nicht bekannt, ob, wann und wie viel des neuen Impfstoffes der Kreis erhalten könne. Auf der Novavax-Warteliste stehen niedersachsenweit derzeit 8.013 Personen, sagt Manfred Böhling von der Pressestelle des Gesundheitsministeriums.

Ganz wichtig: Novavax ist für Impfwillige über 18 Jahren, die noch nicht geimpft sind, gedacht. „Der Impfstoff kann nicht zum boostern genutzt werden für Menschen, die vorher einen anderen Impfstoff erhalten haben“, so Kerstin Zipzer aus der Ostrhauderfehner Hausarztpraxis Daniel Zipzer. Einige Fragen seien noch offen: Etwa, wie es bei Novavax mit der zweiten oder dritten Impfung weitergehe. Bislang bekomme die Praxis aber ohnehin noch keine Dosen des neuen Vakzins. „Ich glaube auch nicht, dass das im ersten Quartal der Fall sein wird.“ Interesse angemeldet hätten „ein, zwei Personen“. Eine Reihe Ungeimpfter habe man in der Vergangenheit angesprochen, die sich nach anfänglichem Zögern dann tatsächlich auch mit den bereits vorhandenen Mitteln noch hätten impfen lassen.

Kaum noch Erstimpfungen

Erstimpfungen sind auch in der Praxis von Inge Beuckelmann in Rhauderfehn selten geworden. „Wir sind sehr mit Dritt- und inzwischen auch mit Viert-Impfungen beschäftigt“, sagt sie. „Aber selbstverständlich werde ich den neuen Impfstoff Novavax zur Verfügung haben.“

Das Problem sei, „dass wir nach wie vor nur maximal eine Woche im voraus informiert werden, wann dieser Impfstoff kommt.“ Und generell sei nach wie vor die nicht vorhandene Information und Zuverlässigkeit um die Lieferung das Thema.

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