Gericht
Mann mit Flasche geschlagen und ausgeraubt
Weil sie Geld für Drogen brauchten, sollen ein Norder und ein Mann aus Upgant-Schott einen 33-jährigen Norder ausgeraubt und mit einer Flasche verletzt haben. Nun stehen sie vor Gericht.
Aurich/Norden - Ein nächtlicher Fahrradkauf in Norden endete dramatisch – der Käufer wurde beraubt und mit einer Bierflasche verletzt. Angeklagt sind ein 36-jähriger Norder und ein 35-Jähriger aus Upgant-Schott. Der Norder räumte seine Tatbeteiligung beim Prozess vor dem Auricher Landgericht ein. Sein Kollege will sich beim Fortsetzungstermin einlassen.
Die Staatsanwaltschaft legt den Angeklagten einen gemeinschaftlichen besonders schweren Raub zur Last. Sie sollen am 22. September vergangenen Jahres gegen 2.20 Uhr in der Nähe des Norder Zollhauses auf einen Mann getroffen sein, dem sie ein Fahrrad anboten. Nach dem Verkauf sollen sie ihm nachgestellt haben. Bei einer Rangelei sollen sie dem Geschädigten 220 Euro und ein Mobiltelefon im Wert von 300 Euro weggenommen haben. Er erlitt durch eine zerbrochene Bierflasche eine Schnittwunde an der rechten Halsseite.
„Wir sind ihm hinterher, um ihn abzuziehen“
Der angeklagte Norder schilderte die Tat am Dienstag ohne Umschweife. Sie hätten Drogen kaufen wollen, aber kein Geld gehabt. Sein Kollege habe dem Opfer sein Rad für 20 Euro verkauft und dabei gesehen, dass der Mann viel Geld bei sich hatte. „Wir sind ihm hinterher, um ihn abzuziehen“, erklärte er. Als sie den Käufer erwischt hätten, sei es zu einer Rangelei gekommen, bei der sie ihm das Handy weggenommen hätten – „an das Geld sind wir nicht rangekommen“.
Sein Kollege sei abgehauen, aber „der Geschädigte hielt mich fest“. Er habe sich dessen Bierflasche genommen und ihm auf den Kopf gehauen. Vor der Tat hatten die Angeklagten Kokain in Form von Crack geraucht. Der Norder trug Schnittverletzungen an den Händen sowie an einem Arm davon.
Mit einer Flasche zugeschlagen
Der Geschädigte, ein 33-jähriger Norder, war auf dem Heimweg von einer Sportsbar. Er schilderte den Vorfall über einen Dolmetscher etwas anders. Weil er die Fragen der 2. Großen Strafkammer ausschweifend beantwortete, gestaltete es sich für das Gericht schwierig, die jeweiligen Tatbeiträge und die konkrete Handlungsabfolge herauszufinden.
Der Geschädigte berichtete, von den Angeklagten auf Marihuana angesprochen worden zu sein. Er habe ihnen Zigaretten angeboten. „Wir haben uns unterhalten, wir sind ein bisschen gelaufen, sie haben mir das Rad angeboten“, sagte er. Als er es nach dem Kauf angefasst habe, hätten sie ihn umzingelt. Er habe eine Flasche auf den Kopf bekommen, sei benommen zu Boden gegangen, festgehalten und beraubt worden. Der eine Angeklagte sei getürmt, den Zweiten habe er festgehalten, wobei es zu einer Rangelei gekommen sei.
„Ich bin schockiert“
Der Zeitpunkt des Flaschenschlags variierte in seinen Schilderungen. Gegenüber einem Arzt hatte er ihn unerwähnt gelassen. Unklar blieb auch, ob sich das Geld in seiner Faust, seinem Portemonnaie oder in der Hosentasche befunden hat.
Die Angeklagten entschuldigten sich bei dem Opfer. „Ich bin schockiert, wie das ausgegangen ist“, sagte der Upgant-Schottjer.
Situation für Polizei zuerst unklar
Streifenbeamten zufolge war die Situation beim Eintreffen unübersichtlich. Zwei Personen rannten im Kreisel „mehr oder weniger hintereinander her“. Das Opfer roch nach Alkohol und blutete stark am Hals. Ein Atemalkoholtest ergab 1,3 Promille. Es gab Verständigungsschwierigkeiten. Der angeklagte Norder war nüchtern und wurde zunächst nach Hause geschickt. „Er hat gesagt, er sei von dem 33-Jährigen angegriffen worden“, sagte ein Polizist im Zeugenstand. Als sich das Raubdelikt herausstellte, wurde der 36-Jährige zu Hause festgenommen.
Der Prozess wird am 3. März ab 13 Uhr in Saal 003 beendet.