Feste
Jetzt sind alle „ganz heiß“ auf die Emder Matjestage
Die Planungen für die Emder Matjestage am letzten Mai-Wochenende kommen voran. Zu einem der größten Volksfeste der Region hat sich auch politische und adelige Prominenz angesagt.
Emden - Viele Traditionsschiffe und Krabbenkutter im Delft, Seemannslieder aus Tausenden Kehlen und Fisch satt: Die Organisatoren der Emder Matjestage sehen dem Neustart dieses größten Volksfestes der Stadt nach zweijähriger Corona-Pause jetzt mit viel Zuversicht entgegen. Die Vorbereitungen sind bereits weit gediehen. „Wir sehen eine Perspektive und geben jetzt richtig Gas“, sagte Wilhelm Eilers vom Organisationsteam am Mittwoch zum aktuellen Stand.
Den Termin der Matjestage hatten die Organisatoren bereits im November verkündet. Falls nichts dazwischen kommt, sollen sie vom 26. bis 29. Mai über die Bühne gehen, also einschließlich des Himmelfahrtstages. Es könnte die erste echte Großveranstaltung in Ostfriesland nach zwei Corona-Jahren werden.
Mehr als 150.000 Besucher erwartet
Sollten sich die Hoffnungen und Erwartungen der Organisatoren erfüllen, könnte das Festival rund um den jungfräulichen und mild gesalzenen Hering auch Rekorde brechen. Denn das Interesse von Busunternehmen, die das Matjesfest mit in ihr Reiseprogramm aufgenommen haben, sei schon jetzt groß, sagte Eilers.
Ein weiteres Indiz seien die Hotelbuchungen. Einige Häuser in Emden und der Umgebung seien bereits an diesem Termin ausgebucht, so Alfred Marahrens vom Arbeitskreis Matjestage. Erwartet werden an den vier Tagen mehr als 150.000 Besucher sowie bislang etwa 150 Reisebusse aus vielen Teilen Deutschlands und den benachbarten Niederlanden.
Ministerpräsident Stephan Weil kommt
Es hat sich auch Prominenz angemeldet. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sein Kommen am 27. Mai ebenso zugesagt wie Georg Friedrich Prinz von Preußen, Ururenkel des letzten Deutschen Kaisers und Königs von Preußen Wilhelm II. und seit 1994 Oberhaupt des Hauses Hohenzollern. Beide werden auch als Redner beim traditionellen Matjesmahl in der Johannes-a-Lasco-Bibliothek vor etwa 180 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung auftreten.
Einer der Höhepunkte im Programm ist die Neuauflage des Freundschaftstreffens deutscher und niederländischer Shanty-Chöre, das 2019 in dieser Form Premiere in Emden hatte. Mit jeweils mindestens 20 Gesangsgruppen aus beiden Ländern sei es wahrscheinlich weltweit das größte dieser Art. „Damit sind wir einzigartig und führend“, sagte Eilers. Die Chöre treten auf drei Bühnen und zwei Schiffen auf.
Traditionsschiffe und Kutter im Delft
Die passende Kulisse sollen die Traditionsschiffe im Ratsdelft und im Alten Binnenhafen bilden. Dort werden auch wieder vier Greetsieler Krabbenkutter festmachen. Außerdem wird Emden zu den Matjestagen Zielhafen der „Emden Sail Regatta“ sein, die mit luxuriösen Plattbodenschiffen des niederländischen Typs Lemsteraak am 26. Mai im niederländischen Lauwersoog startet und drei Tage lang dauert.
Neben der Corona-Pandemie gibt es aber noch einen Unsicherheitsfaktor: die Eisenbahnklappe über den Emder Binnenhafen. Das Organisationsteam verlässt sich allerdings darauf, dass die Deutsche Bahn ihre Zusage einhält. Demnach soll die marode Brücke so ertüchtigt werden, dass der Klappmechanismus bis Mai wieder funktioniert. Sollte das nicht der Fall sein, wäre das für die Matjestage „eine einzige Katastrophe“, heißt es.
An Land setzen die Organisatoren auf Bewährtes. Der Jahrmarkt rund um den Delft gehört ebenso dazu wie der Flohmarkt und die Partys mit Live-Bands an den Abenden. Für die von der Corona-Krise besonders gebeutelte Schausteller-Branche sei die Matjestage von besonderer Bedeutung. „Sie stehen alle mit dem Rücken zur Wand, aber Gewehr bei Fuß“, sagte Platzmeister Uwe Hellmann.