Gesundheit

Neurologie in Leer: Jetzt fehlt nur noch mehr Personal

Nikola Nording
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Von Nikola Nording
| 24.02.2022 11:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Schlaganfallpatienten können künftig auch in Leer behandelt werden. Symbolfoto: DPA
Schlaganfallpatienten können künftig auch in Leer behandelt werden. Symbolfoto: DPA
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Geräte und Räume sind schon lange da, für die Neurologie in Leer fehlt nur noch mehr Personal. Klinikums-Chef Holger Glienke ist aber optimistisch, dass bis Sommer der Betrieb hochgefahren ist.

Leer - Die Neurologie in Leer kommt. Da ist sich Klinikums-Geschäftsführer Holger Glienke sicher. Deswegen arbeitet das Krankenhaus nun daran, die Abteilung aufzubauen. „Es ist kein Kaltstart, wir beginnen bei Tempo 30“, erklärt der Klinik-Chef im Gespräch mit dieser Zeitung. Bereits 2016 habe man damit begonnen, erste Weichen zu stellen.

Was und warum

Darum geht es: Neurologische Behandlungen werden spätestens ab Sommer im Klinikum Leer möglich sein.

Vor allem interessant für: Schlaganfallpatienten, ihre Angehörigen und gesundheitsbewusste Menschen.

Deshalb berichten wir: Um die Neurologie in Leer wurde lange gestritten. Nun hat Ministerin Daniela Behrens entschieden. Wir haben nachgefragt, wann man sich in Leer behandeln lassen kann.

Die Autorin erreichen Sie unter: n.nording@zgo.de

Denn auf die Einrichtung der Station mit 30 Betten wartet man in Leer schon lange. 2014 war ein entsprechender Antrag beim niedersächsischen Sozialministerium erstmals gestellt worden. Drei mal wurde er im zuständigen Krankenhaus-Planungsausschuss abgelehnt – zuletzt im November 2021. Bei drei Ministerinnen wurden Glienke, Landrat Matthias Groote (SPD) und auch die Landtagsabgeordneten aus der Region vorstellig, um für das Projekt zu werden. „Rechnerisch stünden dem Landkreis Leer 51 Betten zu“, sagt Glienke. Derzeit gebe es gar keins. Die Patientinnen und Patienten müssen nach Emden, Westerstede oder Lingen.

Bis zu 40 neue Mitarbeiter

Das wird sich jetzt ändern. Bis Sommer will Glienke den Betrieb hochgefahren haben. Dazu müsste nun Personal eingestellt werden. „Derzeit behandeln wir in der geriatrischen Abteilung bereits rund 300 bis 400 Patienten im Jahr auch neurologisch“, sagt Glienke. Dadurch sei bereits neurologische Fachkompetenz im Haus. „Zusammen mit Chefärztin Prof. Sylvia Kotterba werden wir ein Team zusammenstellen“, so Glienke. Sie ist Neurologin. Eingestellt werden sollen nun 35 bis 40 neue Mitarbeiter für die Neurologie. 1200 Patienten sollen künftig im Jahr in Leer behandelt werden.

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Glienke stellt im Gespräch klar: „Wir machen keine Neurologie light.“ Dafür hat der Geschäftsführer vorgebaut: Neben dem Personal und den Räumlichkeiten wurden auch schon die notwendigen medizinischen Geräte angeschafft. Insgesamt hat das Klinikum für die Infrastruktur rund um die Neurologie seit 2016 einen fast zweistelligen Millionenbetrag investiert.

Früh mit Aufrüstung begonnen

„Wir haben im Aufsichtsrat darüber lange diskutiert“, sagt Matthias Groote, Landrat im Kreis Leer und Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikums. Heute sei man froh, dass man bereits früh reagiert habe. Erst in dieser Woche trudelte der Bescheid des Sozialministeriums für die Einführung einer Neurologie in Leer im Krankenhaus ein. Im Anbetracht der immer weiter steigenden Baukosten sei man froh über das Geld, dass man dadurch habe sparen können. „Das war eine weise Entscheidung“, so Groote.

Einer möglichen Klage der Konkurrenz-Kliniken aus Emden und Westerstede sehen Glienke und Groote gelassen entgegen. „Wir haben damals auch nicht geklagt, als in Aurich die Kardiologie entstand“, sagt Glienke. Damals sei Leer das Zentrum für Herz-Behandlungen gewesen. Er setzt darauf, dass auch die Klinken dort auf mögliche Schritte verzichten werden. Claus Eppmann, Geschäftsführer des Klinikverbunds Aurich-Emden-Norden, hatte im November eine Klage nicht ausgeschlossen.

Im Klinikum geht es währenddessen bereits um das nächste Projekt. Das Krankenhaus plant einen Erweiterungsbau, in dem neben der neuen Rettungswache unter anderem auch neue OP-Säle und eine exklusive Behandlungsstation für Privatpatienten entstehen sollen. „Derzeit sind wir in den Feinabstimmungen“, so Glienke. Geplant sei, dass der Bauantrag im Mai oder Juni gestellt werde. Baubeginn könne dann im kommenden Jahr sein und mit der Fertigstellung rechnet der Geschäftsführer an Ostern 2025. Bereits jetzt ist das Klinikum Leer mit 475 Betten in Leer, Weener und auf Borkum das größte Krankenhaus in Ostfriesland und eines der größten im Nordwesten.