Justiz
Missbrauch von Kindern: Angeklagter widerspricht sich
Der 20-jährige Angeklagte in einem Prozess um sexuellen Missbrauch von Kindern am Auricher Amtsgericht ließ sich am Donnerstag zu den Vorwürfen gegen ihn ein. Eine Aussage wunderte den Strafrichter.
Aurich/Großefehn - Ein Prozess um sexuellen Missbrauch von Kindern am Auricher Amtsgericht konnte am Donnerstag nicht beendet werden. Die Geschädigten sind nicht als Zeugen erschienen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 20-jährigen Angeklagten aus Großefehn vor, zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren an die Brust gefasst zu haben. Dem älteren Mädchen soll er den Hosenknopf geöffnet haben.
Der Vorfall hat sich laut Anklage am 30. November 2020 ereignet, als die Mädchen von zu Hause weggelaufen waren. Der Angeklagte, ein Bekannter der beiden, soll ihnen angeboten haben, bei ihm zu übernachten. Beim gemeinsamen Fernsehschauen auf dem Sofa soll er ihnen gegen ihren Willen nacheinander mehrfach an die Brust gefasst und bei der 14-Jährigen den Hosenknopf geöffnet haben. Die Mädchen standen auf und gingen.
Strafrichter verwundert über Aussage
Der Angeklagte ließ sich am Donnerstag über seinen Verteidiger Michael Schmidt zu den Vorwürfen ein. Er sagte, sein Mandant habe den Mädchen einvernehmlich den Rücken gekrault, aber nicht an die Brüste gefasst. Den Hosenknopf habe er mit Einverständnis der 14-Jährigen geöffnet. „Sie hat was mit mir anfangen wollen, sie hat einmal richtig Augenkontakt gemacht“, erklärte der Angeklagte dazu. Die Mädchen hätten ihm gegenüber ihr Alter mit 15 und 16 Jahren angegeben. Strafrichter Breuker wunderte diese Aussage. Gegenüber der Polizei habe der Großefehntjer deren Alter mit 13 und 14 Jahren angegeben.
Der Prozess wird am 30. März um 10 Uhr in Saal 108 neu aufgerollt.