Ukraine-Krieg
Wie viel Gas ist wirklich noch vorhanden?
Niedersachsens Landesregierung weiß nicht so recht Bescheid, wie viel Gas eigentlich noch zur Verfügung steht. Ist das ein Grund zur Beunruhigung? Die EWE weiß Rat.
Ostfriesland/Hannover - Nach allen Beteuerungen ist für Ostfriesland für den Winter noch genügend Gas vorhanden. Das Land Niedersachsen hat allerdings nicht wirklich einen Überblick. Ist das beunruhigend?
Wie das Land am Freitag mitteilte, hat es derzeit keinen Überblick über die Füllstände der niedersächsischen Untergrundspeicher für Gas. Das teilte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums in Hannover auf Anfrage mit. Auch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) habe darüber keine aktuellen Informationen, sagte ein Sprecher. Allerdings gebe es auch keine gesetzliche Verpflichtung des Landes, darüber einen Überblick zu haben, sagte der LBEG-Sprecher.
EWE-Speicher sind zu 40 Prozent gefüllt
Auf jeden Fall sind die Speicher der EWE nach Angaben des Unternehmens ausreichend gefüllt. Wie ein Sprecher am Freitag unserer Redaktion mitteilte, betreibt die EWE AG insgesamt knapp 40 Erdgaskavernen. Diese verteilen sich auf die Standorte Jemgum (8) Nüttermoor (21), Huntorf (7) und Rüdersdorf (2) bei Berlin. Sofern diese Kavernen nicht an andere Unternehmen vermietet sind, beziffert der Oldenburger Energiedienstleister den Füllstand der Speicher auf knapp 40 Prozent.
Der Füllstand des größten deutschen Speichers in Rehden im Landkreis Diepholz liegt dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium zufolge bei derzeit nur noch rund vier Prozent. Das Unternehmen Astora betreibt den Speicher in Rehden und ist ein Tochterunternehmen von Gazprom.
Astora verwies bei einer entsprechenden Anfrage auf die Webseite der Gas Infrastructure Europe, auf der aktuelle Auslastungen von Gasspeichern einsehbar sind. Demzufolge liegt der Füllstand des Speichers in Rehden derzeit bei 3,64 Prozent. Für den Astora-Speicherort in Jemgum ist eine Auslastung von 38,66 Prozent angegeben.
Mit Material von DPA