Stadtbild
Wie wird der Emder Delft noch attraktiver?
Der Emder Delft ist ein Anziehungspunkt für Einheimische wie Gäste. Das volle Potenzial aber wird noch längst nicht genutzt. Die Stadt hat viel vor. Es gibt Neues zum Delftstrand.
Emden - Die Attraktivität einer Hafenstadt macht natürlich insbesondere eines aus: das Wasser. Emden hat viel davon. Dessen touristisches Potenzial aber wird noch längst nicht voll genutzt. Wir haben gesammelt, was sich in diesem Jahr positiv verändern soll. Der Delftstrand, eine Strandbar am Hafentor, soll dieses Jahr in die zweite Runde gehen - mit anderen Bedingungen. Im vergangenen Jahr war auf der Fläche direkt am Wasser der Sand aufgehäuft worden. Ein paar Wochen lang konnten mit Beach-Feeling Cocktails geschlürft werden. Die Aktion sei „ein voller Erfolg für alle Beteiligten“ gewesen, betont Stadtmarketing-Leiterin Martje Merten. „Auch mit der Arbeit der AG Ems beziehungsweise des Mojitos waren wir sehr zufrieden, und wollen der AG Ems somit gern eine volle Saison ermöglichen.“ Auf Nachfrage konkretisiert Merten, dass die ganze Sommersaison über die Strandbar geöffnet sein soll. Ein Startdatum aber nennt sie noch nicht.
Was und warum
Darum geht es: Mit dem Emder Delft hat die Stadtverwaltung viel vor.
Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder sowie Gäste der Stadt, die sich zum Wasser hingezogen fühlen
Deshalb berichten wir: Die Sehnsucht nach Frühling ist groß, der Blick schon auf die Urlaubssaison gerichtet. Wir haben uns gefragt, was in diesem Jahr für den Emder Delft ansteht, der noch stärker zum Blickfang werden soll. Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de
Man sei derzeit noch mit der AG Ems in Gesprächen zu den Planungen in der neuen Saison. Merten konnte noch nicht sagen, inwieweit das Angebot also erweitert oder verändert werden würde. Im vergangenen Jahr hatte es neben dem Cocktail-Angebot auch einen kleinen Boots-Verleih gegeben. „Natürlich werden wir uns hier auch mit den Bewohner*innen, den Anlieger*innen, den Gastronomiebetrieben - auch Veranstaltungen betreffend - abstimmen“, so Merten.
Die Fläche oberhalb des Delftstrands, wo auch Fischbrötchen verkauft werden, rückt ebenfalls in den Fokus der Stadtverwaltung. Als denkbare Option nannte Fachbereichsleiter Rainer Kinzel schon im Oktober ein weiteres Gastronomie-Angebot oder einen Info-Punkt für Touristen. Bei Stadtfesten wird der Platz auch häufig für Live-Musik genutzt.
Mehr gastronomisches Angebot kommt
Am Delft gibt es bereits ein gastronomisches Angebot - etwa in den Restaurants Hafenhaus und da Sergio sowie im Hotel am Delft. Mit dem Casto‘s, einem weiteren Restaurant von da-Sergio-Betreiber Claudio Casto, soll auch der Neue Delft belebt werden. Im Alten Zollspeicher entsteht der Betrieb, der - so hieß es noch im November - im März eröffnen soll.
Gute Nachrichten gibt es auch vom Trägerverein des Feuerschiffs „Amrumbank/Deutsche Bucht“. Das Restaurant an Bord soll voraussichtlich am 1. April wiedereröffnen, sagt Vereinsvorsitzender Heinz-Günter Buß. Das Museum soll dann einen Monat später wieder für Besucher zugänglich sein. „Zu den Matjestagen wollen wir das auf alle Fälle erreichen“, sagt er. Das Museumsschiff war aufwendig und für mehrere Millionen Euro bei der Emder Werft EWD generalüberholt worden. Im vergangenen Sommer, kurz nachdem das Schiff wieder im Delft angelegt hatte, war dann ein 45-jähriger Emder gewaltsam in den Maschinenraum des roten Stahlkolosses eingedrungen und hatte Löcher gebohrt. Der Mann wurde jetzt angeklagt. Das Schiff musste abermals in die Werft. „Wir sind jetzt noch mit den Innenarbeiten beschäftigt“, sagt Buß. Dabei liegt das Schiff wieder im Delft. Auch für Trauungen ist die „Amrumbank“ sonst sehr beliebt.
Mehr Schiffe?
Mit dem Segelschiff „Heureka“ fehlt seit November ein großer Hingucker: Die Barkentine hatte sonst auf Höhe des Hafentors gelegen, wurde aber verkauft. Auf die Frage bei der Stadt und der AG Ems, die den Alten Binnenhafen im Auftrag der Stadt bewirtschaftet, inwieweit wieder mehr Schiffe das Stadtbild prägen könnten, heißt es von Martje Merten: „Unser Wunsch ist es, attraktive Schiffe im Delft zu haben.“ Die liegenden Schiffe prägten das Erscheinungsbild des Delftes und machten ihn für Einheimische wie Gäste noch attraktiver. Die Stadt sei mit der AG bei dauerhaften Liegeanfragen immer im Austausch und schaue, inwieweit es passt. Wichtig sei dabei auch das Angebot an Bord. „Bei der Heureka war das jedoch in den letzten Jahren nicht gegeben“, so Merten.
Corina Habben, Sprecherin der AG Ems, sagt auf Nachfrage, dass ihr Unternehmen „nicht aktiv Museumsschiffe anfrage“, ob sie sich in Emden niederlassen wollten. Eher würden Leute bei der AG Ems anfragen. Konkrete Anfragen gab es aber offenbar noch nicht. „Wir müssen abwarten, was sich entwickelt“, sagt sie. Man könne das Thema noch einmal stärker angehen, wenn die Sache mit der Eisenbahnbrücke, die den Zugang zum Alten Binnenhafen reguliert, geklärt sei. Die Brücke ist seit knapp zehn Jahren stark störanfällig und wird derzeit bis in den Mai hin saniert. Bis dahin kann sie nicht hochgeklappt werden und Schiffe einlassen.
Sollte sich die Sanierung noch länger hinauszögern, könnte das starke Einwirkungen auf das Matjesfest haben, das vom 26. bis 29. Mai stattfinden soll und bei dem normalerweise zahlreiche Schiffe einlaufen. Eine Studie, inwieweit Emden eine zweite Eisenbahnbrücke bekommen könnte, soll erste Ende 2022 abgeschlossen sein, heißt es von der Deutschen Bahn.