Kirche
Kirchenpräsidentin: „Beten – das heißt, wir verstummen nicht“
Kirchenpräsidentin Susanne Bei der Wieden mahnte in einem Gottesdienst in Weener zum Gebet um Frieden. Regionalbischof Dr. Detlef Klahr bitten um Spenden.
Leer/Weener/Emden / EPD - Die Kirchenpräsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche, Susanne Bei der Wieden, hat angesichts des Krieges in der Ukraine zum Gebet um Frieden und Versöhnung aufgerufen. Der Einmarsch russischer Truppen sei ein „Bruch des Völkerrechts, die Aufkündigung der Werte, die uns international leiten und deshalb brandgefährlich“, sagte sie am Sonntag in ihrer Predigt in der St.-Georgskirche in Weener. Dennoch warnte Bei der Wieden davor, nun „Hassreden zu führen und blindwütig zu hetzen“.
Auch wenn nun die Diplomatie versagt habe und Chancen für eine Deeskalation vertan wurden, gelte es jetzt für den Frieden zu beten: „Beten ist viel. Beten – das heißt, wir verstummen nicht, auch nicht angesichts der Größe und Komplexität der Herausforderung. Beten – das heißt, wir geben unserer Ohnmacht, aber auch unserer Hoffnung eine Stimme“, sagte sie.
„Jetzt brechen Wunden auf“
Bei der Wieden betonte, dass Gott nicht auf der Seite der Mächtigen stehe sondern „auf der Seite der Vertriebenen, der an Leib und Seele Verletzten“. Es gebe auch in diesem Krieg „Menschen, die die Menschlichkeit bewahren“, die sich um die Verwundeten kümmerten und Flüchtenden Unterstützung gewährten. Der „Krieg ganz dicht vor unserer Haustür“ wecke bei vielen Menschen Erinnerungen an Bilder des Zweiten Weltkriegs, sagte die Kirchenpräsidentin: Dazu gehörten Erinnerungen an die Flucht und an zerstörte Städte. „Jetzt brechen Wunden wieder auf. Alte Kriegstraumata.“ Trotzdem sei es wichtig, den biblischen Bildern von der Überwindung der Gewalt und den Worte der Versöhnung zu vertrauen. „Lassen Sie uns nicht vergessen: Unser Gott ist der Gott des Friedens.“
Erschüttert über Bilder
Angesichts des Kriegs in der Ukraine hat der Regionalbischof des evangelisch-lutherischen Kirchensprengels Ostfriesland-Ems, Detlef Klahr, zu Spenden für die betroffenen Menschen aufgerufen. „Meine Gedanken und Gebete sind bei allen, die unter den Auswirkungen dieser brutalen Aggression zu leiden haben“, erklärte er am Wochenende in einer Internet-Botschaft nach einem Friedensgebet in Emden.
Der Regionalbischof zeigte sich erschüttert von den Bilder aus der Ukraine. Die Kirche stehe in engem Kontakt mit ihren dortigen „Glaubensgeschwistern“. Sie unterstütze humanitäre Hilfen, etwa durch die Diakonie Katastrophenhilfe.