Digital total

Digitalen Nachlass nicht vergessen!

Fabian Scherschel
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Eine Kolumne von Fabian Scherschel
| 01.03.2022 08:56 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Fabian Scherschel
Fabian Scherschel
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An sechs Tagen pro Woche veröffentlichen wir auf unserem Online-Auftritt eine Kolumne. Dienstags geht es immer um Digitales.

Vor einiger Zeit saß ich nachts noch arbeitend am Schreibtisch als meine Frau schon im Bett war, wie ich das des Öfteren mache. Auf einmal bekomme ich auf meinem Handy über iMessage die Nachricht, dass ich als ihr „Nachlasskontakt“ hinzugefügt wurde.

Ich habe dann als erstes mal sorgenvoll nachgefragt, ob bei ihr alles in Ordnung ist. Es stellte sich dann heraus, dass sie einfach nicht schlafen konnte und im Zuge der Einrichtung ihres neuen iPhones diese neuartige Funktion von iOS 15 entdeckt hatte. Sie hat sie dann einfach mal aktiviert. Das ist auch sinnvoll, aber ich empfehle, vorher dem Partner Bescheid zu sagen.

„Nachlasskontakte“ sind Apples Umsetzung des Konzeptes des digitalen Nachlasses. Diese Idee ist relativ neu und bezeichnet eine Methode, mit denen Angehörige Zugriff auf die Online-Konten einer verstorbenen Person bekommen können. Man könnte jetzt den Impuls haben zu denken, das wäre alles nur Spielerei. Was jucken mich meine Online-Konten, wenn ich tot bin. Tatsächlich aber können Online-Konten Angehörigen ernstzunehmende Kopfschmerzen bereiten.

Dabei geht es nicht nur um Texte, Bilder und Videos, die bei Online-Diensten lagern und sentimentalen Wert für die Angehörigen haben könnten – die deswegen eventuell gerne Zugriff darauf hätten. Es geht auch um die einfache Möglichkeit, in sozialen Netzwerken oder auf anderen Webseiten letzte Nachrichten für den Verstorbenen zu verfassen. Sonst kann es nämlich sein, dass fremde Menschen Jahre später noch denken, die Person sei am Leben, weil die Online-Präsenz nicht auf deren Ableben schließen lässt. Entsprechende Anfragen können für Angehörige sehr belastend sein. Besonders wenn die verstorbene Person einen großen Teil ihrer Freizeit online verbracht hat.

Natürlich kann man bei manchen Diensten auch bestimmen, dass im Falle des eigenen Todes alles gelöscht wird. So oder so: Tut eurer Nachwelt einen Gefallen und kümmert euch um euren digitalen Nachlass!

Kontakt: kolumne@zgo.de

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