Köln
Woelki sollte dafür sorgen, dass der Papst seinen Rücktritt annimmt
Kardinal Woelki ist zurück in Köln. Dort wollen ihn allerdings die wenigsten haben. Ein Kommentar.
Die Situation des Kölner Kardinals Rainer Maria Woelki erinnert ein wenig an die des ehemaligen Limburger Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst kurz bevor der aus Limburg abberufen wurde. Wird sich auch Woelki künftig in seinem Bischofshaus verbarrikadieren und irgendwann gehen müssen? Der Kardinal hat am Aschermittwoch in einem fünfseitigen Brief Gespräche angeboten, spricht über Einsichten und persönliche Schuld. Ein, das muss man ihm lassen, guter Text. Aber wohl formulierte Briefe alleine werden nichts am Grundproblem ändern. Es ist unwahrscheinlich, dass der Kardinal eine 180-Grad-Wende vollzogen hat und neben Exerzitien und Meditation noch eben ein knallhartes Führungsseminar belegt sowie seine komplette Charakterstruktur geändert hat.
Eines steht fest: Woelki ist nicht willkommen. Weder bei den Gläubigen, noch bei seinen Angestellten, nicht einmal bei vielen seiner Bischofskollegen. Dass es so weit gekommen ist, hat sich Woelki selbst zuzuschreiben. Die beste Lösung für alle Beteiligten wäre es, wenn der Kardinal seinen Rücktritt dem Papst nicht nur anbietet, sondern alles dafür tut, dass Franziskus das Angebot auch annimmt. Zu tief sind die Gräben, zu schwierig wäre es, den Kölner Kirchenapparat unter diesen Bedingungen wieder ans Laufen zu bringen. Die Domstadt braucht einen Neuanfang. Mit diesem Erzbischof wird es nicht funktionieren.