Leer

Die Seefahrtschule Leer hat kein Schulschiff mehr

Wolfgang Malzahn
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Von Wolfgang Malzahn
| 18.02.2009 09:00 Uhr | Lesedauer: ca. 2 Minuten
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Die „Aurora” hat Leer gestern Mittag in Richtung Dänemark verlassen. Der Förderkreis als Träger hatte die Unterhaltungskosten nicht mehr aufbringen können. Nach einer Lösung für künftige Ausbildungsfahrten wird noch gesucht.

Leer - Der Leeraner Hafen ist um eine Attraktion ärmer. Das gut 40 Meter lange Ausbildungsschiff „Aurora” der Seefahrtschule Leer hat gestern Mittag Kurs auf Dänemark genommen und kehrt nicht mehr zurück. Der 57 Jahre alte, ehemalige Tonnenleger ist von einem Schiffsliebhaber aus Esbjerg gekauft worden. „Die Dänen haben sich vor zwei Wochen das Schiff angesehen, und dann sind wir uns schnell über den Preis einig geworden”, berichtete Kapitän Peter Grunau, Vorsitzender des Förderkreises Seefahrtschule Leer, auf Nachfrage der OZ. 60 000 Euro kostete allein der Unterhalt des Schiffes jährlich Der Förderkreis-Vorsitzende nahm den Abschied der „Aurora” gestern Mittag mit einem weinenden und einem lachenden Auge wahr, wie er selbst sagte. Das Schulschiff hatte sich mehr als ein Jahrzehnt lang in der praktischen Ausbildung der Seeleute bewährt. Doch die hohen jährlichen Unterhaltungkosten ließen dem Förderkreis keine andere Wahl als den Verkauf. „60 000 Euro pro Jahr nur für die Unterhaltung ­ - das konnten wir nicht mehr tragen”,sagte Grunau. „Zumal die praktische seemännische Ausbildung heutzutage durch Simulationsanlagen erledigt werden kann.”

Allerdings gibt Grunau die Hoffnung noch nicht auf: „Ich kann mir vorstellen, dass wir eine Lösung finden, wie die Studenten ein- bis zweimal im Jahr eine Ausbildungsfahrt machen können. Wir lassen uns da alle Optionen offen.” 
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