Einsatz

Brände: Wer hilft, wenn man alles verliert?

Vera Vogt
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Von Vera Vogt
| 06.03.2022 19:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
In Weener konnte das Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus nicht verhindert werden. Fotos: Wolters
In Weener konnte das Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus nicht verhindert werden. Fotos: Wolters
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Wegen zweier Brände im Kreis Leer haben Menschen ihr Dach über dem Kopf verloren. Die Häuser in Weener und Leer sind unbewohnbar. Wo gibt es in einem solchen Fall Hilfe?

Weener/Leer - Gleich zwei Mal an diesem Wochenende brannten Wohnhäuser. In Leer und Weener verloren Menschen ihr Zuhause, ihr Hab und Gut, verletzt wurde aber glücklicherweise niemand.

Was und Warum

Darum geht es: Innerhalb kürzester Zeit haben mehrere Menschen im Kreis Leer am Wochenende ihr Dach über dem Kopf verloren, ihr Hab und Gut. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Aber woher bekommt man in einem solchen Falle Hilfe?

Vor allem interessant für: Alle, die wissen wollen, wohin sie sich im Ernstfall wenden können.

Deshalb berichten wir: In der Heisfelder Straße in Leer und in der Straße Meentelandshörn in Weener hat es gebrannt.

Das erste Feuer brach in einem Wohn- und Geschäftsgebäude in der Heisfelder Straße in Leer aus. Zur Brandursache gibt es bereits erste Erkenntnisse: Nach derzeitigem Ermittlungsstand könne eine Brandstiftung nicht ausgeschlossen werden, teilte die Polizei mit. Die weiteren Ermittlungen dauern allerdings noch an.

Aus Zimmerbrand wurde Wohnungsbrand

Zunächst waren Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst am Sonnabendvormittag gegen 11.30 Uhr zu einem Zimmerbrand gerufen worden. „Aus dem Zimmerbrand wurde schnell ein Wohnungsbrand“, sagte Dominik Janssen, Sprecher der Kreisfeuerwehr, auf Nachfrage.

Die Heisfelder Straße musste lange gesperrt werden.
Die Heisfelder Straße musste lange gesperrt werden.
Das Wohn- und Geschäftsgebäude musste evakuiert werden, teilte die Polizei mit. So verließen alle rechtzeitig das Haus. „Ich bin erschüttert, wie schnell die Flammen das Haus zerstört haben“, sagte der Leeraner Bürgermeister Claus-Peter Horst. Er war selbst vor Ort. Durch den Brand seien vier Wohnungen zerstört worden, sagt er. „In zweien lebten Familien, in den beiden weiteren Einzelpersonen.“ Allen vier Parteien habe die Stadt Leer Ausweichquartiere angeboten. „Das ist die Pflicht einer jeden Kommune und der kommen wir gerne nach. Das Ordnungsamt habe am Sonnabend die Aufgabe übernommen. „Zur Not werden Hotelzimmer bezahlt, das ist ganz egal. Hauptsache ist, die Menschen haben ein Dach über dem Kopf“, sagte Horst.

Untergekommen bei Verwandten und Freunden

Allerdings hätten die Betroffenen auf Angebote aus dem Freundes- und Familienkreis zurückgreifen können, und seien so nicht auf die Hilfe der Stadt zurückgekommen. „Das ist die bessere Variante. Nach einem solchen Brand gibt es Ängste. Man muss das erst einmal verdauen. Da ist es schön, wenn man im Kreise von Freunden oder Familie aufgefangen wird“, so Horst. In den sozialen Medien hatte eine der betroffenen Familien einen Aufruf gestartet und nach einer neuen Wohnung, einem Haus oder anderer Hilfe erkundigt. „Das ist natürlich vollkommen in Ordnung. Sie können natürlich auch auf dem freien Markt suchen“, sagt Horst. Ab Montag sei das Sozialamt für die Betroffenen zuständig: „Sie können sich jederzeit melden. Egal, was sie brauchen.“

Das zerstörte Gebäude in Leer ist abgesichert und abgesperrt worden.
Das zerstörte Gebäude in Leer ist abgesichert und abgesperrt worden.

Die drei Feuerwehren, die laut Feuerwehrsprecher Dominik Janssen im Einsatz waren – mit rund 50 Einsatzkräften – konnten das Haus nicht retten. Das THW wurde schließlich hinzugerufen und sicherte das Gebäude ab. Es entstand ein hoher Schaden: „Nach vorläufigen Schätzungen beläuft sich die Schadenshöhe auf rund 500.000 Euro“, teilte die Polizei weiter mit. Für die Lösch- und Aufräumarbeiten war die Heisfelder Straße zwischen Kreuzung Bummert und Ostersteg voll gesperrt worden. Zeitweise staute sich der Verkehr. Gegen 18 Uhr war die Straße wieder einspurig befahrbar.

Flammen griffen über

Zeitweise waren rund 80 Einsatzkräfte in Weener im Einsatz.
Zeitweise waren rund 80 Einsatzkräfte in Weener im Einsatz.
Am Sonntagmittag gegen 12.45 Uhr folgte der nächste Einsatz für die Feuerwehr. „Wir wurden zu einem Garagenbrand in der Straße Meentelandshörn gerufen“, sagte Joachim Rand, Sprecher der Weeneraner Feuerwehren. „Es ging rasend schnell. Als wir eintrafen, drohte das Feuer schon auf das Wohnhaus überzugreifen“, so Rand. Die Flammen bahnten sich ihren Weg. „Der Dachstuhl geriet in Vollbrand“, so Rand.
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Die Bewohner des Hauses haben nach seinen Angaben den Brand bemerkt. Sie konnten sich selbst aus dem Haus retten, so Rand. Ihr Zuhause ist allerdings unbewohnbar. „Sie sind bei Bekannten oder Verwandten untergekommen“, sagt Weeners Bürgermeister Heiko Abbas. Er habe vor Ort selbst mit den Betroffenen gesprochen. „Das Angebot steht natürlich, sie können sich jederzeit bei mir oder dem Ordnungsamt melden, die Möglichkeiten der Unterbringung sind da“, sagt er. Nun müssten sie sich aber wahrscheinlich erst einmal sammeln.

Zeitweise waren bis zu 80 Feuerwehrleute an den Löscharbeiten beteiligt, darunter Kräfte der Ortsfeuerwehren Holthusen, Stapelmoor Weener und Weenermoor, teilte Dominik Janssen, Sprecher der Kreisfeuerwehr Leer mit. Die Nachlöscharbeiten dauerten am Nachmittag an, so der Sprecher. Auch in Weener wurde das THW zur Absicherung des Gebäudes angefordert. Wie es zu dem Brand gekommen ist, konnte der Sprecher noch nicht sagen. Auch zur Höhe des Schadens konnte er keine genauen Angaben machen, er dürfte aber „hoch sein“, sagte er.