Kiew
Offener Brief der First Lady: Selenskyjs Frau konfrontiert Putin
Olena Selenska, die First Lady der Ukraine, wendet sich in einem offenen Brief an die Welt. Die Frau von Selenskyj schildert den Tod von Kindern und fordert eine Flugverbotszone.
Unter der Überschrift „I testify“ – zu Deutsch: Ich lege Zeugnis ab – schildet die Frau von Wolodymyr Selenskyj die Zustände in ihrem Land. Der Beitrag wurde auf Instagram veröffentlicht und ist in deutscher Übersetzung verfügbar.
Ausdrücklich richtet die First Lady sich in ihrem Brief gegen Putins Lesart des Kriegs. Selenska: „Trotz der Bescheinigung von Propagandisten des Kremls, die Invasion sei eine ‚Sonderoperation‘, handelt es sich tatsächlich um die Ermordung friedlicher Zivilbevölkerung.“
Zum Beleg schildert sie die Lage in der Ukraine, von den Luftschutzkellern über die Kliniken bis hin zum Elend der Flucht: „Unsere Wege sind überfüllt mit Flüchtlingen - in vielen eurer Länder seht ihr bereits die müden Frauen und Kinder mit Schmerzen in den Augen. Die Männer bringen sie an die Grenzen und kehren zum Kampf zurück.“
Ganz konkret schildert Selenska die Schicksale von Kindern, die im Krieg getötet worden sein sollen. So schreibt sie von „der achtjährigen Alisa, die in der Straße von Okhtyrka starb, deren Großvater sie mit seinem Körper zu schützen versuchte“. Die First Lady nennt auch eine Polina aus Kiew beim Namen und den 14 Jahre alten Arsenij. Von ihm berichtet sie, dass er starb, nachdem Wrackteile ihn am Kopf getroffen hatten.
Selenska betont den Widerstandsgeist der Ukrainer, sie dankt für internationale Spendenbereitschaft, bittet um humanitäre Hilfe und leitet aus ihrem Bericht auch politische Forderungen ab, etwa die nach der Einrichtung einer Flugverbotszone: „Ziehen Sie endlich ihre weißen Handschuhe aus, Sie werden ohnehin nicht in der Lage sein, Neutralität zu bewahren. Denn das nächste Mal kommt Putin vielleicht zu Ihnen. Schließen Sie den Himmel, auf dem Boden werden wir allein zurechtkommen.“