Greenpeace-Forderungen

Neu ist nur die Motivation

Martin Alberts
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Ein Kommentar von Martin Alberts
| 09.03.2022 17:08 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Die Spritpreise sind seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine deutlich gestiegen. Foto: Kahnert/DPA-Zentralbild/DPA
Die Spritpreise sind seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine deutlich gestiegen. Foto: Kahnert/DPA-Zentralbild/DPA
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Greenpeace schlägt ein Tempolimit auf Autobahnen vor, um Wladimir Putin die Mittel für seinen Krieg in der Ukraine zu entziehen. Dahinter dürfte mehr stecken, als es zunächst den Anschein hat.

Da ist sie wieder: die Forderung nach einem Tempolimit. Greenpeace schlägt vor, die Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen vorübergehend auf 100 Kilometer pro Stunde zu begrenzen, auf Landstraßen sogar auf 80 km/h. Neu ist diese Idee keinesfalls, doch dieses Mal kommt sie unter anderen Vorzeichen: Es geht den Umweltschützern nach eigenen Worten nicht primär um den Klimawandel, sondern darum, Kraftstoff zu sparen, die Ölimporte zu senken und damit dem russischen Kriegstreiber Wladimir Putin die Mittel für seine Invasion in der Ukraine zu entziehen.

Die Motivation mag ehrenvoll sein – doch dürfte die Strategie, die Greenpeace verfolgt, über den Krieg hinausgehen. Das zeigen auch einige der weiteren Forderungen: vom Auto aufs Rad umsteigen, auf unnötige Autofahrten verzichten, im Güter- und Personenverkehr stärker auf die Bahn setzen, Inlandsflüge verbieten. All dies ist nicht neu und tauchte in der Debatte um den Klimaschutz schon einmal auf.

Doch nun kann Greenpeace den Motivationshebel an einer anderen Stelle ansetzen: Es geht nicht mehr darum, die Welt zu retten, sondern darum, den Menschen in der Ukraine zu helfen und Putin zu schwächen. Die Umweltschützer dürften unter diesen Umständen auch Menschen erreichen, die ihnen sonst die kalte Schulter zeigen. Und wer sich erst daran gewöhnt hat, den Fuß vom Gas zu nehmen, hält vielleicht auch daran fest.

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