Politik
Neuer Anlauf für große Sporthallen-Sanierung
Vor Jahren sollten sechs Millionen Euro in die Hinteraner Dreifach-Sporthalle gesteckt werden. Daraus wurde nichts. Nun ist ein weiterer Versuch geplant, dem die Politik aber noch zustimmen muss.
Hinte - Die Gemeinde Hinte möchte zwei Millionen Euro in die Hand nehmen, um ihre Dreifach-Sporthalle zu sanieren. Es handelt sich um die größte Investition des diesjährigen Haushalts-Entwurfs, der am Dienstagabend den Mitgliedern des Ratsausschusses für Innere Dienste vorgestellt wurde. Es ist nicht das erste Mal, dass die Halle auf der Tagesordnung steht, erinnerte Grünen-Ratsherr Jelto Arends und kritisierte die frühere Verwaltungsspitze.
Was und warum
Darum geht es: Die Gemeinde Hinte will auf Verdacht erneut zwei Millionen Euro in den Haushalt einplanen, um gegebenenfalls die Dreifach-Sporthalle umfassend sanieren zu können.
Vor allem interessant für: Kinder und Sportler, die die Halle zum Training nutzen
Deshalb berichten wir: Bei der Vorstellung des diesjährigen Haushaltsentwurf im Ratsausschuss Innere Dienste ging es auch um diese vorgesehene Investition. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Auf Nachfrage unserer Zeitung verweist er nach der Sitzung auf die früheren Versuche der Gemeinde, an Geld aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ zu kommen. Im Jahr 2018 versprach dieses eine 90-prozentige Förderung von maximal vier Millionen Euro. Hätte Hinte den Zuschlag bekommen, hätte die Verwaltung selbst also nur 400.000 Euro Eigenmittel ausgeben müssen, um insgesamt 4,4 Millionen Euro investieren zu können.
Turnhalle sollte erweitert werden
Daraus ist aber nichts geworden. Stattdessen stellte der damalige Bürgermeister Manfred Eermoed (SPD) größere Sanierungspläne von insgesamt sechs Millionen Euro vor und die Ratsmehrheit stimmte zu, im Falle des Zuschlags zwei Millionen Euro an Eigenmitteln zu investieren. Bei der Gruppe Bündnis 90/FDP sorgte das für Protest, die auf die schwierige Haushaltslage der Gemeinde verwies. So wurde auch jetzt im Ratsausschuss angekündigt, dass das Haushalts-Sicherungskonzept fortgesetzt werden muss, weil der Haushalt in diesem Jahr voraussichtlich wieder nicht ausgeglichen werden kann.
Laut Arends hätte es sich 2018 unter Eertmoed um keine reine Sanierung gehandelt. Stattdessen habe der damalige Verwaltungschef Pläne für einen Anbau an die Turnhalle vorgestellt, der für Kunstausstellungen, Ratssitzungen und mehr hätte genutzt werden können. Darüber hinaus hätten auch Teile der aus dem Jahr 1979 stammenden Sporthalle ausgetauscht werden sollen, die Arends‘ Meinung nach noch in gutem Zustand gewesen seien. Am Ende ging die Gemeinde leer aus – wie auch viele andere Kommunen, die sich für den viel zu kleinen Fördertopf beworben hatten.
Suche nach Förderung geht weiter
Was die zwei Millionen Euro im jetzigen Haushalts-Entwurf angeht, so habe Arends gehört, dass mit dem Geld das ganze Dach sowie der Hallenboden erneuert werden soll. Auf dem Dach soll zudem eine Fotovoltaikanlage entstehen, deren finanziellen Sinn Arends jedoch bezweifelt. Hintes jetziger Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) bestätigt auf Nachfrage die geplanten Investitionen. Seiner Meinung nach macht die Fotovoltaikanlage schon Sinn.
Damit überhaupt in die Halle investiert werden kann, muss die Gemeinde aber erst einmal – wie schon 2018 – durch ein geeignetes Förderprogramm berücksichtigt werden. Die Gemeinde habe schon viele Anträge dafür gestellt, aber bislang ohne Erfolg. „Wir versuchen es weiter.“ Ein Antrag laufe derzeit auch noch. „Vielleicht tut sich was.“
Temporäre Schließung wäre nötig
Zwar gebe es derzeit keine Sicherheitsprobleme in der Dreifach-Sporthalle, „aber allzu lange können wir nicht mehr warten“, betont Redenius. „Ich möchte die Halle auch nicht sperren müssen. Die Politik muss entscheiden, ob wir die zwei Millionen Euro dieses Jahr einplanen sollen.“ Sollte die Halle saniert werden, würde das eine vorübergehende Sperrung sowohl für den Schulsport als auch für den Trainings- und Spielbetrieb von lokalen Sportvereinen bedeuten. „Wie lange das wäre, kann ich heute noch nicht sagen. Aber wir würden geeignete Alternativen suchen“, kündigt der Bürgermeister an.
Vor ein paar Jahren war bereits die kleine Turnhalle in Hinte mithilfe des oben erwähnten Förderprogramms saniert worden, nachdem die Politik dies zuvor jahrelang gefordert hatte. Insgesamt 3,3 Millionen Euro wurden damals zur Verfügung gestellt, um die Grundschulstandorte Hinte und Loppersum mit den zugehörigen Turnhallen auf Vordermann zu bringen.