Politik

Hinte: Sozialdemokraten fordern neuen Jugendplatz

Michael Hillebrand
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Von Michael Hillebrand
| 09.03.2022 19:30 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Bei dem geforderten Treffpunkt in Hinte soll man unter anderem auch Tischtennis spielen können. Symbolfoto: Pixabay
Bei dem geforderten Treffpunkt in Hinte soll man unter anderem auch Tischtennis spielen können. Symbolfoto: Pixabay
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In der Gemeinde Hinte soll ein Platz für die Jugend entstehen. Das beantragt die SPD. In der Krummhörn werden unterdessen Erfahrungen mit einem anderen Projekt gesammelt.

Hinte - Die Jugendlichen in der Gemeinde Hinte brauchen einen eigenen, zentralen und frei zugänglichen Platz. Er soll überdacht und beleuchtet sein, es soll Sitzmöglichkeiten und Bänke, eine Multifunktionsfläche, eine Tischtennisplatte und eine Feuerstelle geben. Zudem vielleicht auch einen Frischwasser- und einen Stromanschluss sowie eine Komposttoilette. Das fordert die SPD-Fraktion in einem Antrag, über den bald die Politik entscheiden soll. Vorab habe sie darüber bereits mit den Jugendlichen und dem Jugendparlament in der Gemeinde gesprochen und sich Musterbeispiele von solchen Plätzen angesehen, heißt es.

Was und warum

Darum geht es: In Hinte soll mithilfe eines Corona-Sonderprogramms des Landes ein Jugendplatz entstehen. In der Krummhörn geht man derzeit einen anderen Weg.

Vor allem interessant für: Der Nachwuchs in Hinte und der Nachbargemeinde Krummhörn

Deshalb berichten wir: Die SPD Hinte hat uns über einen Antrag informiert.

Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de

Als mögliche Kooperationspartner kann sich die Partei Träger der Jugendhilfe, Sportvereine und Schulen vorstellen. Auch Veranstaltungen auf dem Platz und eine gemeinsame Nutzung – zum Beispiel im Rahmen des Sommerferienprogramms seien denkbar. Als geschätzte Kosten werden 40.000 bis 50.000 Euro angegeben. Die Gemeinde soll versuchen, an eine Finanzspritze aus dem Förderprogramm „Startklar in die Zukunft“ des Landes Niedersachsen zu kommen, das die sozialen Folgen der Corona-Pandemie gerade für Kinder und Jugendliche abmildern soll.

Eigenanteil liegt bei nur zehn Prozent

Zuwendungsempfänger sei der Landkreis Aurich, der laut der Berechnung genug Geld einwerben könnte, um insgesamt drei Jugendplätze im Kreisgebiet zu finanzieren, heißt es weiter. Das Förderprogramm decke 90 Prozent der entstehenden Kosten ab. Höchstens jedoch 35.000 Euro.

Beim TV Greetsiel gibt es einen neuen Jugendtreff mit einem Konzept, das es anderen Vereinen und Institutionen leicht machen soll, ähnliche Angebote zu schaffen. Das Bild zeigt die Greetsieler Projekt-Ansprechpartner Hartmut Lübben (stehend von links), Volker Kaliszewski und Gerd Wellbrock sowie Isaac Badu und Lotta Lübben, die vor Ort zu den verantwortlichen Jugendlichen zählen. Archivfoto: Hillebrand
Beim TV Greetsiel gibt es einen neuen Jugendtreff mit einem Konzept, das es anderen Vereinen und Institutionen leicht machen soll, ähnliche Angebote zu schaffen. Das Bild zeigt die Greetsieler Projekt-Ansprechpartner Hartmut Lübben (stehend von links), Volker Kaliszewski und Gerd Wellbrock sowie Isaac Badu und Lotta Lübben, die vor Ort zu den verantwortlichen Jugendlichen zählen. Archivfoto: Hillebrand

Derzeit gebe es in Hinte nur inoffizielle Treffpunkte, „was in der Bevölkerung nicht selten zu negativen Äußerungen und Vorurteilen führt“. In den Ortschaften der Gemeinde Hinte kommt es seit Jahren zu Konflikten mit Anwohnern oder Einrichtungen. Diese gab es zuletzt auch immer wieder in Pewsum in der Nachbargemeinde Krummhörn, weil dort eine kleine Gruppe von Jugendlichen sowohl an der Grundschule als auch an der Manningaburg ihre Spuren in Form von Müll und Vandalismus hinterließ.

Jugendprojekt in der Krummhörn

Die SPD in der Krummhörn hatte sich während des Kommunalwahlkampfs im vergangenen Jahr mit dem Thema und der möglichen Schaffung eines Jugendtreffs befasst. Derzeit warte man auf einen Bericht des Jugendpflegers der Gemeinde, sagt jetzt der Fraktionsvorsitzende Alfred Jacobsen auf Nachfrage dieser Zeitung. Wichtig sei, jeweils vor Ort Treffpunkte zu schaffen, an denen sich der Nachwuchs aufhalten kann, ohne sich „überwacht“ zu fühlen. Als Beispiel nennt Jacobsen ein gemeinsames Projekt zwischen der Gemeinde, der Kirche und dem TV Greetsiel.

Der Sportverein stellt nämlich seit einigen Wochen Jugendlichen den Wintergarten seines Sportlerheims zur Verfügung, die diesen in Eigenverantwortung nutzen können. Unter diesen gibt es wiederum feste Ansprechpartner, die einen Schlüssel zum Wintergarten haben und in regelmäßigem Austausch mit Ortsvorsteher Gerd Wellbrock, Pastor Hartmut Lübben und dem Vereinsvorsitzenden Volker Kaliszewski stehen. Der Verein trägt keine Haftung, weil er die Eltern der Jugendlichen eine entsprechende Erklärung unterzeichnen lässt.

Einen Monat ist es jetzt her, dass dieses Konzept vor Ort vorgestellt wurde, das nach Möglichkeit auch weitere Vereine und Institutionen in anderen Krummhörner Orten aufgreifen sollen. Zwar sei die Neugier in Greetsiel selbst groß, sagt Kaliszewski jetzt auf Nachfrage. Nachfragen von Gruppen aus dem Umland, die eigene Jugendräume einrichten möchten, habe es bislang allerdings noch nicht gegeben, sagt er.

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