Interview

Das Sommersemester soll ein „normales“ werden

Hannah Gerke
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Von Hannah Gerke
| 13.03.2022 09:02 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Björn Thümler (CDU), niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur Foto: Archiv
Björn Thümler (CDU), niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur Foto: Archiv
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Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur spricht über die Belastung von Studierenden und Herausforderungen bei der Öffnung der Hochschulen. Für diese gibt es eine klare Perspektive.

Frage: Wo sehen Sie die größten Herausforderungen bei der Öffnung von Universitäten und Hochschulen?

Björn Thümler: Die größte Herausforderung liegt darin, eine gute Balance zwischen Präsenzlehre und Gesundheitsschutz zu finden. Zum Start des Wintersemesters hatten wir mit den Präsidentinnen und Präsidenten der Hochschulen vereinbart, dass es möglichst zurück auf den Campus geht. Hochschulleitungen, Lehrende und Studierende haben das durch ihr beispielhaftes Handeln und durch fächer- und standortindividuelle Lösungen hervorragend gemeistert. Keine unserer Hochschulen hat sich als Hotspot eines Infektionsgeschehens erwiesen. Und das sollte auch so bleiben.

Frage: Welchen Eindruck haben Sie, wie belastend war und ist die Situation für Studierende?

Thümler: Die Pandemie belastet unsere gesamte Gesellschaft stark. Neueste Forschungsergebnisse zeigen, dass die neuropsychologischen Folgen durch alle Altersgruppen hinweg uns noch lange begleiten werden. Studierende sind besonders belastet, da ihnen in den vergangenen Semestern in vielen Fällen die Möglichkeit gefehlt hat, sich mit Kommilitonen und Kommilitoninnen auszutauschen, Stress, Lehrstoff und Erfahrungen gemeinsam zu bewältigen. Wir nehmen das sehr ernst und tauschen uns unter Berücksichtigung aktueller Studienergebnisse eng mit den Hochschulen aus. Um zeitlichen Druck zu nehmen, haben wir in Niedersachsen die individuelle Regelstudienzeit um bis zu vier Semester verlängert. Daneben beraten die Studentenwerke und die Hochschulen vor Ort die Studierenden mit großem Engagement. Als Perspektive sind wir uns mit den Hochschulen einig, dass das kommende Sommersemester für die Studierenden wieder ein möglichst „normales“ Semester sein soll. Das wird dazu beitragen, psychische Belastungssituationen abzufedern.

Frage: Viele Universitäten, Hochschulen und auch Studierende waren besonders zu Beginn der Pandemie technisch nicht auf eine reine Online-Lehre vorbereitet. Wird nun mehr für die Digitalisierung an Universitäten und Hochschulen getan?

Thümler: Um die Digitalisierung von Studium und Lehre an den Hochschulen zu forcieren und die Hochschuldidaktik mit neuen Lehr- und Lernformaten zu stärken, hat das Land Anfang 2021 gemeinsam mit der Landeshochschulkonferenz Niedersachsen (LHK) und der Volkswagen Stiftung die Initiative „Hochschule.digital Niedersachsen“ ins Leben gerufen. Ziel es ist, eine hochschulübergreifende Digitalisierungsstrategie zu erarbeiten und umzusetzen. Im Kern der Strategie geht es darum, digitale Technik noch breiter und professioneller in Studium und Lehre, Forschung sowie Verwaltung einzusetzen. 21,8 Millionen Euro stehen dafür in den kommenden Jahren zur Verfügung.

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