Hamburg

Neuer Marine-Inspekteur warnt vor russischen Minen in Ostsee

Burkhard Ewert
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Von Burkhard Ewert
| 12.03.2022 17:41 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Vizeadmiral Jan Christian Kaack steht vor anspruchsvollen Aufgaben. Foto: dpa/Bernd Wüstneck
Vizeadmiral Jan Christian Kaack steht vor anspruchsvollen Aufgaben. Foto: dpa/Bernd Wüstneck
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Vizeadmiral Jan Christian Kaack ist seit Freitag Inspekteur der Marine. Er blickt besorgt auf die Lage in der Ukraine.

Der Konflikt um die Ukraine hat zu einem Einsatz der Deutschen Marine in einem bisher unbekannten Umfang geführt. Wie der Inspekteur der Marine, Jan Christian Kaack, sagte, sind insgesamt 24 Schiffe im Mittelmeer und auf der Ostsee im Einsatz, darunter drei Fregatten. „Wir haben alles rausgebracht, was schwimmt. Wir können so zusammen mit den Nato-Partnern Präsenz zeigen.“ Die Schiffe sind unter anderem Teil der sogenannten ständigen Nato-Verbände. Diese seien auf dem höchsten Gefechtsstand und die Soldaten bestens ausgebildet.

„Die Russen haben gesehen, wie viele Einheiten wir innerhalb eines Tages umgruppiert haben“, sagte Kaack. So stehe in der Ostsee eine Fregatte mit einem Luftraum-Weitbereichsradar, und Minenabwehreinheiten seien nach vorne gebracht worden. Gegenüber der „Bild“ sagte er, dass russische Minen in der Ostsee ein „absolut realistisches Szenario“ seien.

„Die Russen schauen uns zu und wissen, wie weit sie gehen können.“ Kaack betonte, dass jeder die Bewegungen der Marine sehen kann: „Der, der sich bedroht fühlt, und der, der droht.“ Dabei seien die Einheiten in der Ostsee von großer Bedeutung für die baltischen Staaten und Finnland. „Unsere Partner im Osten wissen, dass wir für sie einstehen“, betonte Kaack. So lagen im Februar zwei Schiffe im Hafen der estnischen Hauptstadt Tallinn. „Das ist dort sehr gut angekommen.“ Tallinn ist rund 200 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Die militärische Lage in der Ostsee bezeichnete Kaack als relativ ruhig. „Bei der russischen Marine sind keine gesteigerten Aktivitäten oder Aggressionen zu erkennen.“ Er sehe aktuell nicht die Gefahr, dass die Nato in den Ukraine-Konflikt hineingezogen werde.

Die neuen Aufgaben durch den Ukraine-Konflikt ebenso wie die Ankündigung des 100-Milliarden-Euro-Sondervermögens für die Streitkräfte hätten für einen positiven Ruck in der Marine gesorgt. „Die Einheiten werden wo immer möglich schneller instandgesetzt“, betonte Kaack. Es gehe nicht um Aufrüstung, sondern um Ausrüstung mit Ersatzteilen, Munition oder Kommunikationsmitteln.

Kaacks Vorgänger als Marine-Inspekteur, Kay-Achim Schönbach, hatte seinen Posten Ende Januar nach umstrittenen Äußerungen zum Ukraine-Konflikt geräumt. Kaacks Nachfolger als Befehlshaber der Flotte und Unterstützungskräfte und Stellvertreter des Inspekteurs der Marine, wird der jetzige Chef des Stabes im Marinekommando, Konteradmiral Frank Lenski (60).

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