Mein Garten und ich

Ein Roboter wird zur Glaubensfrage

 | 14.03.2022 18:32 Uhr  | 2 Kommentare  | Lesedauer: ca. 1 Minute
Diese stabile Ausführung mit glasierten Ziegeln hat Thorsten Mietzner aus Südbrookmerland gebaut. Foto: Ortgies
Diese stabile Ausführung mit glasierten Ziegeln hat Thorsten Mietzner aus Südbrookmerland gebaut. Foto: Ortgies
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Ein Rasenmähroboter macht seinem Besitzer das Leben leichter – aber setzt dem Leben eines Igels ein vorzeitiges Ende? Ein Pro und Kontra über das selbstfahrende Mähgerät.

In vielen ostfriesischen Gärten drehen täglich Rasenmähroboter ihre Runden auf dem Grün. Die Besitzer schätzen seine Dienstleistung, die Halme immer auf gleicher Länge zu halten, ohne dass sie selbst einen Rasenmäher ums Haus schieben und Grasschnitt beseitigen müssen. Aber die Roboter können durchaus zur Gefahr für kleine Tiere wie Igel oder Frösche werden.

Dieses Foto hat uns Anja Wallrichs aus Deternerlehe geschickt. Der Roboter ist noch im Winterschlaf. Foto: privat
Dieses Foto hat uns Anja Wallrichs aus Deternerlehe geschickt. Der Roboter ist noch im Winterschlaf. Foto: privat

Wir haben Fachleute um ihre Argumente Pro und Kontra gebeten. Anke Behringer, Geschäftsführerin des Fachhändlers Birkoben in Ihlow spricht sich für den Roboter aus. Jan Schürings, Biologe und Geschäftsführer des Naturschutzbunds Nabu Ostfriesland hält dagegen.

„Robby“ mäht auf zwei Grundstücken. Gerrit Pastoor aus Veenhusen hat ihm die Garage gebaut. Foto: privat
„Robby“ mäht auf zwei Grundstücken. Gerrit Pastoor aus Veenhusen hat ihm die Garage gebaut. Foto: privat

Pro: Schöner Rasen

von Anke Behringer

Das erste Argument für den Rasenmähroboter ist die Zeitersparnis, das zweite ist ein immer schöner Rasen. Mit einem Roboter wird der Rasen beim Mähen gedüngt, denn es werden nur wenige Millimeter abgeschnitten. Diese Reste fallen als Mulch auf den Boden. Damit wird die Fläche optimal versorgt, zusätzlichen Dünger braucht man eigentlich nicht mehr. Auf Dauer wird die Oberfläche immer schöner.

Zudem wird man mit dem Betrieb eines Rasenmähroboters so gut wie keine Maulwurfhügel mehr haben. Die Vibrationen des Geräts übertragen sich auf den Boden, das mag der Maulwurf überhaupt nicht. Er wird vertrieben. Um andere Tiere zu schonen, sollte man den Roboter nur am Tag laufen lassen und nicht in der Nacht oder der Dämmerung. Möchte man eine Blühwiese im Rasen integrieren, kann dies durch zu- und abschaltbare Mähflächen erreicht werden, so dass die Fläche erst nach der Blühzeit wieder in die Mähfläche integriert wird.

Ostfriesen scheinen ihre „Robbis“ zu lieben. Sie geben ihnen Namen und bauen ihnen hübsche Garagen. In diese Artikel zeigen wir eine Auswahl von Leserfotos, die sie uns auf einen Aufruf im Internet eingeschickt haben.

Ein bepflanztes Dach hat der Roboter bei Richard Gastmann in Leer. Foto: privat
Ein bepflanztes Dach hat der Roboter bei Richard Gastmann in Leer. Foto: privat

Kontra: Gefahr für Tiere

von Jan Schürings

Einen Rasenroboter sollte man am besten gar nicht verwenden – aber wenn man einen hat, diesen wenigstens nicht nachts oder in der Dämmerung betreiben. Hummeln, Bienen oder kleine Frösche und Igel werden von den Messern erwischt. Weil der Roboter ständig mäht, wird auf Dauer aus dem Rasen eine ökologische Wüste, in der nicht mal mehr ein Gänseblümchen wächst. Das Gras ist so kurz, dass es keine Feuchtigkeit mehr am Boden hält und deshalb bei Trockenheit sehr schnell braun wird. In den heißen Sommern der vergangenen Jahre konnte man das gut beobachten.

Tägliches Mähen ist nicht notwendig, wenn man nur alle zwei Wochen mäht, ist der Zeitaufwand mit einem Rasenmäher meist nicht so groß. Außerdem kann man Teile des Rasens höher wachsen lassen, damit dort Wildblumen und Gräser blühen können. Damit bietet man den Insekten Nahrung und kleinen Tieren die Gelegenheit, sich zu verstecken

Gartenzeit

von Christiane Denecke

Nun sind sie da, diese herrlichen Frühlingstage. Wie war das? Vorfrühling? Erstfrühling? Vollfrühling? Ach, Hauptsache die Sonne scheint und es sind Blüten zu entdecken. Beim Gang durch den Garten bekommt man das glückselige Lächeln kaum aus dem Gesicht: Mahonien, Stern-Magnolien, Forsythien, Mandelbäumchen, die herrliche Zaubernuss (Hamamelis) und die von mir so geliebte Kornelkirsche. Sie lassen das Gärtnerherz höher schlagen, aber das sind längst nicht alle Blühsträucher, die jetzt ihren Höhepunkt des Jahres erreichen.

Zierlauch gibt es in vielen Größen. Foto: pixabay.com
Zierlauch gibt es in vielen Größen. Foto: pixabay.com

Einige von ihnen versinken anschließend für den Rest des Jahres in ein unscheinbares Grün. Andere dagegen, wie die Felsenbirne, sind für den Rest des Jahres attraktiv, mit Früchten und im Herbst einer herrlichen Laubfärbung. Von März bis Mai erstreckt sich die Blühzeit der Tulpen, je nachdem, welche Sorte gepflanzt wurde. Ein regelrechtes Farben- und Formenmeer kann sich entfalten. Wer einmal vor einem blühenden Tulpenfeld gestanden hat, wird diesen Anblick nicht vergessen. Ich selbst bin noch nicht im Keukenhof gewesen, dem Mekka für Frühblüher-Freunde. Wahrscheinlich würde ich mich regelrecht erschlagen fühlen. Aber ich habe Tulpenzüchter in den Niederlanden besucht und war beeindruckt von der Vielfalt ihrer Züchtungen.

Und die prächtigen Kugeln des Alliums: Ihre Bälle in verschiedenen Größen und in Farben wie Hellblau, Weiß und Dunkelblau, Purpurrot und sogar Gelb sind zu bewundern. Das Riesen-Allium, das in verschiedenen Lilatönen zu finden ist, blüht von Juni bis in den August. Mit diesen großen Exemplaren habe ich keine Erfahrung, die „normalen“ haben sich bei uns heftig vermehrt, nachdem sie sich mit ihrem Standort angefreundet hatten. Mit ihren hohen Blüten bieten sie ein eindrucksvolles Bild. Selbst im ausgeblühten Zustand sehen sie interessant aus. Meine kleinen Lieblinge wie Scilla und Schneestolz (Chionodoxa) habe ich schon des öfteren erwähnt. Es ist immer eine Freude, sie an unvermuteten Stellen zu entdecken.