Ukraine-Krieg

Gut für den Kampfgeist

Thomas Ludwig
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Ein Kommentar von Thomas Ludwig
| 15.03.2022 19:46 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 1 Minute
Dieses Foto, das der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki (Zweiter von links) auf Twitter verbreitet, zeigt ihn mit seinem Vize Jaroslaw Kaczynski (Zweiter von rechts) sowie Tschechiens Ministerpräsident Petr Fiala (rechts) und seinem slowenischen Amtskollegen Janez Jansa an einem Tisch mit einer Karte der Ukraine. Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien sind am Dienstagabend in Kiew angekommen. Foto: ---/ Mateusz Morawiecki via Twitter/DPA
Dieses Foto, das der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki (Zweiter von links) auf Twitter verbreitet, zeigt ihn mit seinem Vize Jaroslaw Kaczynski (Zweiter von rechts) sowie Tschechiens Ministerpräsident Petr Fiala (rechts) und seinem slowenischen Amtskollegen Janez Jansa an einem Tisch mit einer Karte der Ukraine. Die Regierungschefs von Polen, Tschechien und Slowenien sind am Dienstagabend in Kiew angekommen. Foto: ---/ Mateusz Morawiecki via Twitter/DPA
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Gleich drei ausländische Regierungschefs reisen in das ukrainische Kriegsgebiet – eine Solidaritätsbekundung, die Respekt verdient. Sie setzen mit ihrer Reise auch ein wichtiges psychologisches Zeichen.

Dass gleich drei amtierende Regierungschefs in ein ausländisches Kriegsgebiet reisen, ist wohl eine Seltenheit. Die Gefahr, selbst Opfer eines Angriffs zu werden, ist schließlich trotz aller Sicherheitsvorkehrungen nicht von der Hand zu weisen. Die Ministerpräsidenten von Polen, Tschechien und Slowenien haben den mutigen Schritt gleichwohl gewagt. Respekt!

Die drei Reisediplomaten senden ein Zeichen von großer politischer Symbolkraft an die Ukraine: Wir stehen an eurer Seite! Widerstandsgeist und Kampfesmut der Ukrainer nähren sich nicht allein von Waffenlieferungen, humanitärer Hilfe und erst jüngst weiter verschärften Sanktionen gegen Russland. Ebenso wichtig ist das psychologische Moment. Nicht hinwegtäuschen kann die Delegation jedoch über die anhaltende Uneinigkeit der europäischen Gemeinschaft über eine beschleunigte Aufnahme der Ukraine in die EU.

Gleichwohl: Die Menschen, die sich der Ukraine den russischen Invasoren entgegenstellen, kämpfen auch für eine Zukunftsvision. Eine Nato-Mitgliedschaft mag vom Tisch sein. Die Tür zu Europa muss für das Land offen bleiben – aber nicht notwendigerweise als Mitglied der EU. Die Gemeinschaft muss einer Überdehnung vorbeugen, die früher oder später eine Handlungsunfähigkeit nach sich ziehen könnte. Aller Solidarität zum Trotz – so viel Ehrlichkeit muss sein.

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