Osnabrück
So reagieren führende Linke auf Austritt von Oskar Lafontaine
Oskar Lafontaine bricht mit der Linkspartei, die er vor rund 15 Jahren mitgegründet hat. So reagieren führende Linkspolitiker auf den Parteiaustritt.
Führende Linke haben den Austritt des Gründungsvorsitzenden und langjährigen Fraktionsvorsitzenden Oskar Lafontaines aus der Linkspartei bedauert und ihn zugleich kritisiert. Gregor Gysi, wie Lafontaine einst Fraktionschef im Bundestag, sagte unserer Redaktion: „Ich bedaure den Schritt von Oskar Lafontaine, den ich für falsch halte. Entgegen seiner Darstellung bin und bleibe ich ein entschiedener Gegner der Aufrüstung.“ Gysi fügte hinzu: „Meine Erinnerung an ihn und unsere Zusammenarbeit ist und bleibt überwiegend positiv.“
„Wir halten seinen Austritt für falsch und bedauern ihn“, erklärten auch die Parteivorsitzenden Susanne Hennig-Wellsow und Janine Wissler sowie die Fraktionschefs im Bundestag, Amira Mohamed Ali und Dietmar Bartsch. In einer gemeinsamen Erklärung betonten sie: „Angesichts der sich verschärfenden sozialen Ungleichheit, angesichts von Krieg und Aufrüstung wird eine starke Linke dringend gebraucht.“ Als Gründungsvorsitzender und langjähriger Fraktionsvorsitzender habe Oskar Lafontaine bleibende Verdienste für die Partei, hieß es weiter.
Lafontaine hatte zuvor erklärt: „Ich wollte, dass es im politischen Spektrum eine linke Alternative zur Politik sozialer Unsicherheit und Ungleichheit gibt, deshalb habe ich die Partei Die Linke mitgegründet. Die heutige Linke hat diesen Anspruch aufgegeben.“ Er fügte hinzu: „Nach dem sozialen Profil sollen jetzt auch noch die friedenspolitischen Grundsätze der Linken abgeräumt werden.“ Führende Linke hätten sich nach dem völkerrechtswidrigen Russland-Krieg gegen die Ukraine für steigende Rüstungsausgaben und umfassende Waffenlieferungen an die Ukraine ausgesprochen.