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Perspektive Innenstadt: Plan für das Ihler Meer steht

| | 17.03.2022 18:11 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Punkt 5: Der Abenteuerspielplatz ist der größte Kostenfaktor bei der Neuplanung des Ihler Meeres. Grafik: Gemeinde Ihlow
Punkt 5: Der Abenteuerspielplatz ist der größte Kostenfaktor bei der Neuplanung des Ihler Meeres. Grafik: Gemeinde Ihlow
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Seit Anfang März steht der Plan der Gemeinde Ihlow für die Neugestaltung des Ihler Meeres. Vor allem Hundefreunde, Familien und Sportler kommen auf ihre Kosten. 485.000 Euro fallen für das Projekt an.

Ihlowerfehn - Hundestrand, Seilbahn, Abenteuerspielplatz – das sind nur ein paar der neuen Attraktionen, die es in Kürze am Ihler Meer geben wird. Ihlows Bürgermeister Arno Ulrichs (parteilos) und Friedhelm Saathoff, der für die Gemeindeentwicklung zuständig ist, wirken zufrieden, als sie die fertigen Pläne vor sich ausbreiten. Was genau am Ihler Meer passieren soll, wenn der Förderbescheid eingeht, steht nämlich bereits seit Anfang März fest. Da präsentierte die Verwaltung dem Arbeitskreis „Ihler Meer“ die Pläne – und der winkte sie durch.

Was und warum

Darum geht es: Die Planung für das Ihler Meer steht fest – hier wird ordentlich aufgestockt.

Vor allem interessant für: Erholungssuchende, Hundefreunde, Sportler und Anwohner

Deshalb berichten wir: Bis Ende März müssen die Förderanträge eingereicht werden – und wir wollten wissen, ob es klappt.

Die Autorin erreichen Sie unter: n.boening@zgo.de

Rechtzeitig, denn die Zeit drängt: Bis Ende März müssen die Anträge eingereicht werden, um noch vom Fördertopf „Perspektive Innenstadt“ zu profitieren. Dem Termin sieht man in der Ihlower Verwaltung allerdings gelassen entgegen. „Den Termin zu halten ist für uns völlig unproblematisch“, sagt Friedhelm Saathoff. Sportlich wird es allerdings, wenn der Förderbescheid eingeht. Denn die Gemeinden und Städte, die sich um Geld aus dem Sofortprogramm des Landes Niedersachsen bewerben, müssen die Pläne innerhalb eines Jahres umsetzen. Ende März 2023 wollen die Geldgeber Ergebnisse sehen. Deshalb beginnen in Kürze die Ausschreibungen der Arbeiten.

Vorarbeiten haben begonnen

Die Vorarbeiten am Ihler Meer haben ebenfalls bereits begonnen. Um für einen schnellen Baustart gewappnet zu sein, wurden schon einmal vor Beginn der Brutsaison die Bäume und Sträucher zurückgeschnitten und teilweise entfernt. Jetzt heißt es: auf den Förderbescheid warten und in die Startlöcher stellen. Auf insgesamt 345.000 Euro kann sich die Gemeinde freuen.

Dass es in Ihlow bei der Planung bisher relativ reibungslos lief, hat einen guten Grund: Während andere Kommunen beim Start der „Perspektive Innenstadt“ meist bei null anfingen, liefen die Planungen in Ihlow für das Ihler Meer schon länger. Die Verwaltung hatte die Bürger in einer Online-Umfrage schon im Herbst 2020 ins Boot geholt. Sie konnten ihre eigenen Wünsche und Ideen einbringen – etwa 700 Rückmeldungen hat die Gemeinde laut Ulrichs erhalten. Das Förderprogramm war für das Projekt also ein willkommener Anstoß.

Das passiert auf der Insel

Etwas, worüber andernorts lange diskutiert wird, haben die Planer mit in dieses Paket zum Ihler Meer gepackt: Auf der kleinen Insel wird es an einem flachen Strandabschnitt bald einen Hundestrand geben – ohne Leinenpflicht. „Der Hundestrand stand in der Online-Umfrage hoch im Kurs“, so Arno Ulrichs. Der Strand liegt abseits gegenüber dem Hauptbadestrand, Schwimmer und Hunde kommen sich deshalb nicht in die Quere.

Punkt 6 und 7: Ein Blick über die Liegewiese auf den geplanten Hundestrand auf der kleinen Insel. Grafik: Gemeinde Ihlow
Punkt 6 und 7: Ein Blick über die Liegewiese auf den geplanten Hundestrand auf der kleinen Insel. Grafik: Gemeinde Ihlow

Auf einem kleinen Hügel neben dem geplanten Hundestrand wird eine Wiese mit Bänken und Tischen angelegt. „Auf der Insel müssen wir die Wege noch vorbereiten und Drainagen legen, wo es sehr feucht ist“, so Friedhelm Saathoff. Dann sollen sich die Ihlower und ihre Gäste hier bald entspannen können. „Der Berg ist dann auch ein schöner Rückzugsort für die Jugend“, so Ulrichs.

Für die Fitness

Bereits jetzt ist das Ihler Meer Bestandteil des Sportprogramms vieler Ihlower. „Die Fußballer und die Laufgruppe des Sportvereins kommen hier regelmäßig her“, so Ulrichs. In Kürze können nicht nur die ihr Programm noch aufstocken. Denn zwischen Insel und Sanitärhäuschen sollen neue Fitnessgeräte aufgestellt werden. Dazu zählen unter anderem ein Stepper, ein Fahrrad und ein Klettergerät für das Training mit dem eigenen Körpergewicht.

Punkt 2: Die neuen Spielgeräte für die Kleinsten am Strand vor dem Sanitärgebäude. Grafik: Gemeinde Ihlow
Punkt 2: Die neuen Spielgeräte für die Kleinsten am Strand vor dem Sanitärgebäude. Grafik: Gemeinde Ihlow

„Auch ein barrierefreies Gerät für Rollstuhlfahrer wird es geben“, erklärt Saathoff. Per QR-Code gibt es an den Stationen Trainingstipps. Die bereits vorhandenen Geräte sollen erhalten bleiben.

Für die Kinder

Vor dem Sanitärhäuschen am Badebereich für die Kleinsten sind zwei neue Spielgeräte geplant. Eines für Spiele mit Sand und ein Matschspielplatz. Die Größeren können den Abenteuerspielplatz nutzen. Er soll dort entstehen, wo momentan die Volleyball-Felder sind. „Die werden ein Stück abseits neu angelegt“, so Saathoff. „Zum Abenteuerspielplatz können Familien auch kommen, wenn sie einen Kindergeburtstag feiern wollen“, so Ulrichs.

Punk 1: Fitnessfreunde können im kommenden Jahr am Ihler Meer noch eine Schippe drauflegen. Grafik: Gemeinde Ihlow
Punk 1: Fitnessfreunde können im kommenden Jahr am Ihler Meer noch eine Schippe drauflegen. Grafik: Gemeinde Ihlow

Dafür gibt es vor dem Spielplatz eine große Picknick-Ecke. Zu den Hauptelementen der Neugestaltung gehört ein etwa neun Meter hohes Spielgerät: ein Turm mit verschiedenen Rutschen. Allein dafür muss die Gemeinde 100.000 Euro auf den Tisch legen. Daneben ist ein zehneinhalb Meter hohes Kletternetz geplant. Zwischen Spielplatz und dem benachbarten Kunstrasenplatz soll zusätzlich eine 30 Meter lange Seilbahn gebaut werden.

So teuer wird das Projekt

Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei 485.000 Euro. Abzüglich der 345.000 Euro aus dem Fördertopf bleibt für die Gemeinde ein Eigenanteil von 140.000 Euro. Für einen bereits geplanten Abenteuerspielplatz waren in den Vorjahren schon 100.000 Euro zurückgelegt worden, deshalb ist die Belastung des aktuellen Haushalts durch das Projekt überschaubar. Baustart ist spätestens im Herbst, um die Arbeiten rechtzeitig abschließen zu können.

Zusätzlich zur Neugestaltung des Ihler Meeres möchte die Verwaltung eine neue Stelle für die Pflege der Anlage schaffen. „Es ist viel zu tun, die Wege müssen instand gehalten, die Sträucher zurückgeschnitten und die Wasserqualität überwacht werden“, zählt Ulrichs einige der mit der Anlage anfallenden Aufgaben auf.

Insgesamt wurden 207 Städte und Gemeinden beim niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung in das Sofortprogramm aufgenommen. Ausgeschüttet werden 117 Millionen Euro aus der EU-Aufbauhilfe REACT EU (Recovery Assistance for Cohesion and the Territories of Europe). Das Geld soll dazu dienen, die Zentren zukunftssicher aufzustellen. Mit dem Sofortprogramm sollen vor allem Kommunen unterstützt werden, die in der Corona-Krise finanzielle Einbußen zu verzeichnen hatten.

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