Gesundheit
Dutzende Ungeimpfte beim Landkreis Aurich gemeldet
Seit Mittwoch gilt eine Impfpflicht für Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeberufen. Das Gesundheitsamt des Landkreises Aurich hat daran zu knacken. Doch das ist nicht die einzige Sorge.
Aurich - Die Impfpflicht für Pflegekräfte bereitet dem Gesundheitsamt des Landkreises Aurich Kopfzerbrechen. „Das Problem ist: Wir wissen nicht, was auf uns zukommt“, sagte Verwaltungsleiter Folkmar Willers am Donnerstag in einer Ausschusssitzung des Kreistags. Seit dem 16. März gilt die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht. Beschäftigte in Gesundheits- und Pflegeberufen müssen nachweisen, dass sie gegen Covid-19 geimpft oder genesen sind – oder mit einem Attest belegen, dass sie nicht geimpft werden können.
Bis Donnerstagmittag, also in den ersten 36 Stunden, hätten Arbeitgeber über das Meldeportal des Landes Niedersachsen für den Landkreis Aurich 136 ungeimpfte Beschäftigte aus 65 Einrichtungen gemeldet, teilte Willers mit. Die Frist endet am 31. März. Den Betroffenen drohen Bußgelder, Tätigkeits- und Betretungsverbote. Doch zunächst werden sie von der Kreisverwaltung angeschrieben und aufgefordert, sich impfen zu lassen oder entsprechende Nachweise vorzulegen.
„Die Pandemie ist noch lange nicht beendet“
Grünen-Fraktionschefin Angelika Albers appellierte an Pflegekräfte, sich impfen zu lassen. Das sei keine persönliche Entscheidung, so Albers: „Sie tragen Verantwortung gegenüber den Ihnen anvertrauten Personen.“
Willers beklagte die nachlassende Impfbereitschaft der Menschen im Landkreis Aurich. Im Januar hätten sich 11.520 Personen impfen lassen, im Februar 2900, im März nur noch 520. Auch die Einführung des neuen Impfstoffes Novavax habe nichts gebracht. Impfaktionen mit Novavax seien nur mäßig angenommen worden.
„Die Pandemie ist noch lange nicht beendet“, sagte Willers. Die Infektionszahlen seien auf einem Rekordniveau. Bei weit mehr als 500 Fällen am Tag sei es dem Gesundheitsamt längst nicht mehr möglich, die Betroffenen anzurufen.