Mariupol
Bildergalerie: Mariupol vor dem Ukraine-Krieg - und jetzt
Der Name der ukrainischen Stadt Mariupol dürfte bis vor kurzem nur wenigen Deutschen bekannt gewesen sein. Jetzt steht er für das Leid und die Zerstörung, die die russische Invasion über das Land gebracht hat. Ein Überblick in Bildern.
Mariupol liegt im Südosten der Ukraine in der Oblast (Verwaltungsbezirk) Donezk. Bereits 2014 und 2015 kam es in der Stadt zu Kämpfen zwischen der ukrainischen Armee und prorussischen Separatisten, die mit einem Sieg der Ukrainer endeten. Während der folgenden Jahre lag Mariupol außerhalb der abtrünnigen „Volksrepublik Donezk“.
Mit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar wurde die Stadt zu einem Hauptziel der russischen Truppen und gilt seit Anfang März als eingeschlossen. Immer wieder kommt es zu verheerenden Luftangriffen, Tausende Menschen sind auf der Flucht. Eine Aufforderung zur Kapitulation lehnten die Ukrainer bislang ab. Die Hauptlast der Verteidigung liegt beim Freiwilligen-Regiment Asow, das wegen der rechtsextremen Einstellung seiner Mitglieder international kritisch gesehen wird.
Besonderes Aufsehen erregte ein russischer Luftangriff auf das Theater der Stadt, in dem Zivilisten Zuflucht gefunden hatten. Vor dem Krieg sah es dort so aus:
Luftbilder zeigen das Ausmaß der Zerstörung nach dem Bombardement:
Die Rückseite des Schauspielhauses vor dem Krieg ...
... und ihr jetziger Zustand:
Im Jahr 2018 hatte Mariupol etwa 440.000 Einwohner. Es ist historisch eines der Zentren der griechischen Minderheit in der Ukraine. Ein Blick auf das noch intakte Stadtzentrum vor dem russischen Angriff:
Jetzt rollen russische Panzer durch die Vororte:
Das Einkaufszentrum Port City liegt im Westen der Stadt. So sah es dort im Juli 2019 aus:
Diese Satellitenaufnahme zeigt nun Rauchschwaden über dem Gebiet:
Mariupol liegt am Ufer des Asowschen Meeres und verfügt über einen Sandstrand:
Der nebenan gelegene Hafen macht die Stadt aber auch zu einem strategisch wichtigen militärischen Ziel. Statt den Frühlingsanfang am Strand genießen zu können, kämpfen die Einwohner heute ums Überleben.