Innenstadt
Emden: Pottgießerstraße soll zur reinen Fußgängerzone werden
Von diesem Mittwoch an wird der Kaufhallen-Parkplatz in Emden hergerichtet. Das ist ein erster Schritt dazu, dieses Viertel neu auszurichten. Autofahrer müssen sich auf eine neue Verkehrsführung einstellen.
Emden - Jetzt soll es losgehen: Von diesem Mittwoch an will die Stadt die Parkfläche neben den Neutor-Arkaden und den dazugehörigen Schotterplatz an der Johann-Wessels-Straße wieder so herrichten lassen, dass Autos dort gut fahren können und der Parkverkehr wieder in geregelten Bahnen läuft.
Was und warum
Darum geht es: das Parken in der Innenstadt, eine Baustelle und ein neues Konzept für ein ganzes Innenstadtviertel.
Vor allem interessant für: Besucher, Einzelhändler und Bewohner des Emder Stadtzentrums.
Deshalb berichten wir: Von diesem Mittwoch an werden der sogenannte Kaufhallen-Parkplatz und der angrenzende Schotterplatz in der Innenstadt wieder hergerichtet. Das führt auch zu Änderungen in der Verkehrsführung, die bislang kaum bekannt waren. Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de
Bis zum Dienstag konnten dort noch Fahrzeuge gebührenfrei abgestellt werden; der Zustand der gesamten Fläche war aber zuletzt äußert schlecht. Die Fläche, die lange Zeit als Lagerplatz für den Bau der Neutor-Arkaden diente, ist von Schlaglöchern übersät und sehr holprig.
Fläche wird nicht grundlegend saniert
Stadtbaurätin Irina Krantz hat aber schon im Vorfeld zu hohe Erwartungen an die Arbeiten gedämpft. „Von einer grundlegenden Sanierung kann man nicht sprechen“, sagte sie im Vorfeld. Der Parkplatz werde lediglich wieder hergerichtet. Krantz relativierte damit eine Mitteilung, die die Stadt in der vergangenen Woche dazu veröffentlicht hatte. Damit wollte die Pressestelle vor allem darauf aufmerksam machen, dass der Kaufhallen-Parkplatz von diesem Mittwoch an für etwa vier Wochen gesperrt bleibt.
Benötigt wird der Parkplatz auch für die Neutor-Arkaden und Gäste des B&B-Hotels, das sich in diesem Gebäudekomplex befindet. Künftig wird der Parkplatz von der Stadt gebührenpflichtig bewirtschaftet. Nach Abschluss der Arbeiten sollen dort 65 markierte Einstellplätze zur Verfügung stehen. Das sind elf mehr als bisher.
Ziel bleibt Bau eines Parkhauses
Der „neue“ Parkplatz wird eine Art Provisorium. Denn die Stadt hat nicht das ursprüngliche Ziel aus den Augen verloren, dort in einigen Jahren ein modernes Parkhaus bauen zu lassen. Für dieses Projekt war bereits angedacht worden, die Aus- und Einfahrt an die Johann-Wessels-Straße zu verlegen. Dort befindet sich zurzeit eine unbefestigte Fläche, die Anliegern und Beschäftigten aus der näheren Umgebung als „wilder“ Parkplatz diente und als eine Art Geheimtipp für kostenloses Parken im Zentrum galt.
Die Stadt will schon jetzt die Ein- und Ausfahrt des wiederhergestellten Kaufhallen-Parkplatzes an die Johann-Wessels-Straße verlegen. Das hatte der Leiter des Fachdienstes Stadtplanung, David Malzahn, bereits im Januar im Ratsausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt angekündigt.
Stadt sieht Vorteile für den Verkehr
Die Pottgießerstraße, über die die Autos jetzt von der Bismarckstraße kommend auf die Straße Agterum geführt werden, soll dadurch weiter beruhigt werden. Einen weiteren Vorteil sehen die Stadt- und Verkehrsplaner darin, dass Autofahrer von der Johann-Wessels-Straße sowohl nach links auf die Jungfernbrückstraße als auch nach rechts auf die Straße Agterum abbiegen können. Von der Pottgießerstraße dürfen sie hingegen nur nach rechts abbiegen. Zudem gebe es keine Parksuchverkehre in der Bismarckstraße mehr, teilte die Stadt auf Nachfrage dieser Zeitung mit.
Autofahrer dürfen aber die Pottgießerstraße zunächst weiterhin befahren. Perspektivisch soll sich das aber ändern. Nach Angaben von Stadtsprecher Eduard Dinkela ist mittelfristig geplant, diese Straße komplett in eine Fußgängerzone zu verwandeln. Damit könnte auch die Kunsthalle besser an die Innenstadt angebunden werden, so der Sprecher.
Stadt arbeitet an einem Gesamtkonzept
Die Stadt sieht das Karree rund um die Pottgießerstraße, die Bismarckstraße und die Johann-Wessels-Straße auch in Zusammenhang mit dem bevorstehenden Umbau der Fußgängerzone Zwischen Beiden Sielen. Ziel sei ein „städtebauliches Gesamtensemble“, das auch „touristisches Potenzial“ berge. Ein entsprechendes Konzept werde derzeit erarbeitet. Es werde „zu gegebener Zeit“ dem Rat zur Beratung vorgelegt.
Im Zuge der Wiederherstellung der Parkflächen sollen an der Pottgießerstraße, wo sich bislang die Einfahrt und die Ausfahrt des Kaufhallen-Parkplatzes befindet, weitere Fahrradbügel aufgestellt werden. Sie werden so angeordnet, dass auch Lastenräder daran sicher befestigt werden können. Ein weiterer solcher Fahrradstellplatz ist an der Straße Agterum vorgesehen. Im Gegenzug werden bei der Sanierung der Fußgängerzone Zwischen Beiden Sielen die Fahrradständer am sogenannten roten Platz beseitigt, um den Charakter des Platzes stärker zu betonen.