Verkehr
Krummhörn und Hinte: Hier werden dieses Jahr Straßen saniert
Die Landesstraßenbaubehörde in Aurich will dieses Jahr etwa 25 Millionen Euro in ihre Straßen stecken. Davon soll auch ein neuer Radweg bezahlt werden. Andere Arbeiten werden zurückgestellt.
Krummhörn/Hinte - Rund 25 Millionen Euro sollen in diesem Jahr entlang der Bundes- und Landesstraßen in Ostfriesland und im Landkreis Friesland ausgegeben werden. Betroffen sind die Strecken, für die die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zuständig ist. Das teilt der Leiter von dessen Auricher Geschäftsbereich, Frank Buchholz, auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Auch in den Gemeinden Krummhörn und Hinte sollen von diesem Geld Bauprojekte wie zum Beispiel ein neuer Fahrradweg finanziert werden, schreibt er. Allerdings hänge alles davon ab, welche Folgen der Krieg in der Ukraine mit sich bringt.
Was und warum
Darum geht es: Die Landesstraßenbaubehörde, der Landkreis Aurich und die Gemeinden Hinte und Krummhörn sagen, was sie in diesem Jahr in Sachen Straßenausbau planen.
Vor allem interessant für: Personen, die in den Gemeinden Hinte und Krummhörn mit dem Auto oder Fahrrad unterwegs sind
Deshalb berichten wir: Als wir im Januar über den Zustand der L4 bei Schoonorth berichteten, sagte die Landesstraßenbaubehörde in Aurich, dass sie im März wisse, wie viel Geld ihr dieses Jahr zur Verfügung steht. Darum haben wir jetzt noch einmal nachgefragt, was Sache ist. Den Autor erreichen Sie unter: m.hillebrand@zgo.de
Der neue Radweg soll in diesem Jahr an der Landesstraße L27 zwischen Greetsiel und Neuwesteel entstehen. Es handelt sich um einen 3,294 Kilometer langen Abschnitt, den ersten Bürgerradweg Ostfrieslands. Bei diesen kümmert sich ein Verein, in diesem Fall „Up Pad gesund mit Rad“, um einen großen Teil der Planung. Weil dadurch Last von den Schultern der Behördenmitarbeiter abfällt, übernimmt im Gegenzug das Land Niedersachsen die kompletten Baukosten.
Teilsperrung der B210 geplant
Weiterhin ist in diesem Jahr laut Buchholz vorgesehen, die Fahrbahn im Bereich der Bundesstraße B210 Zwischen Loppersum und Abelitz zu sanieren. Die Arbeiten sollen in der zweiten Jahreshälfte beginnen und bis Ende kommenden Jahres andauern. „Die Maßnahme wird unter halbseitiger Sperrung der Bundesstraße durchgeführt. Die Fahrtrichtung nach Emden bleibt erhalten. Die Fahrtrichtung nach Georgsheil wird umgeleitet“, kündigt der Leiter des Geschäftsbereichs an. Schließlich soll während der Osterferien auch noch der Knotenpunkt von L3 und Kreisstraße K241 zwischen Westerhusen und Groß-Midlum saniert werden. „Dieses geschieht voraussichtlich mittels einer Vollsperrung.“
Auch wenn 25 Millionen Euro viel Geld sind, reicht das trotzdem nicht aus, um alle bestehenden Mängel im Geschäftsbereich zu beheben und um alle Neubauwünsche zu erfüllen. Die Landesbehörde muss daher in jedem Jahr Prioritäten setzen, die von verschiedenen Faktoren wie zum Beispiel dem aktuellen Zustand der bestehenden Straße abhängen. Der kann sich je nach Witterungsbedingungen und Belastung auch schon mal schnell verändern. So war vor ein paar Monaten beispielsweise auch noch unklar, wie es mit dem kaputten Abschnitt der Schoonorther Straße (L4) nördlich von Wirdum weitergeht, der Teil einer beliebten Emden-Norden-Anbindung ist. Nun steht fest: Die Straße wird dieses Jahr wohl nicht saniert werden, teilt auf Nachfrage Buchholz‘ Stellvertreter Yasin Kilic mit.
Gemeinden müssen sich noch entscheiden
Die Landesstraßenbaubehörde ist zwar die größte, aber nicht die einzige Behörde, die für die Straßen in der Krummhörn und in Hinte zuständig sind. Auch die gleichnamigen Gemeinden sowie der Landkreis Aurich sind dafür verantwortlich – naheliegenderweise für die Gemeinde- und für die Kreisstraßen. Was planen sie für dieses Jahr? Kreissprecher Nikolai Neumayer teilt unserer Zeitung auf Nachfrage mit, dass im Bereich Krummhörn/Hinte „lediglich mit kleineren Maßnahmen im Zuge der Straßenunterhaltung zu rechnen“ sei, wie beispielsweise kleinflächigen Ausbesserungsarbeiten mit Asphalt oder Markierungsarbeiten. Größere Sanierungen seien auf den Straßen, für die der Landkreis zuständig ist, 2022 nicht vorgesehen.
Fritz Harders, Sprecher der Gemeinde Krummhörn, schreibt, dass im diesjährigen Haushaltsplan 400.000 Euro für Straßen zur Verfügung stehen. „Die Gemeinde hat in der vergangenen Wahlperiode eine Liste aufgestellt, in der die innerörtlichen Straßen erfasst wurden, die saniert werden müssen.“ Welche davon tatsächlich bearbeitet werden, richte sich aber nach den Kosten. Und diese müsse die Verwaltung erst noch einschätzen. „Deshalb können wir noch nicht sagen, welche Straßen in diesem Jahr ausgebessert werden.“ Ähnlich sieht es in Hinte aus, wie der dortige Bürgermeister Uwe Redenius (parteilos) mitteilt: „Wir werden die neue Prioliste für 2022 in Kürze mit der Politik erarbeiten.“