Geschiche
Alter Zettelkasten fasziniert Historiker
Ein alter Zettelkasten: Das neue Ausstellungsstück im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden gibt Einblick in die museale Arbeit von vor 100 Jahren auf 4000 Karteikärtchen.
Emden - Ein Zettelkasten steht im Zentrum eines neuen Bereiches, der die Sammlungsausstellung des Ostfriesischen Landesmuseums in Emden temporär ergänzt. Es handelt sich dabei um eine Datensammlung auf Karteikarten aus den 1920er und 1930er Jahren. „Unter dem Motto ‚Neu erzählt‘ berichten wir in der musealen Inszenierung über bestimmte Erkenntnisse zu unserer eigenen Sammlungsgeschichte, stellen aber auch Fragen zur Vergangenheit und Zukunft von Museumsobjekten“, erklärt Museumsdirektorin Jasmin Alley.
Anlässlich des 200-jährigen Bestehens der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländische Altertümer, kurz 1820 – Die Kunst, wirft das Landesmuseum also einen Blick zurück auf die eigene Sammlungsgeschichte. „Bewusst haben wir bei der neuen Darstellung in der dritten Etage des Museums eine Art Werkstattcharakter gewählt“, führt die seit vier Monaten amtierende Direktorin aus, „Hier steht auch die Präsentation dieses Objekts der Sammlungsgeschichte für den Prozess des Aufbruchs, der Neuausrichtung und Aufarbeitung der Sammlung.
Handschrift wurde analysiert
1820 – Die Kunst ist Begründerin und gemeinsam mit der Stadt Emden Träger des Ostfriesischen Landesmuseums Emden. Im März 2021 ist im Archiv der Gesellschaft eine hölzerne Kiste aufgefunden worden, die mit mehr als 4000 Karteikärtchen angefüllt war.
Die daraufhin angestrengten Untersuchungen haben gezeigt, dass es sich um die Dokumentation eines Museumsmitarbeiters über die (kunst-)historischen, altertumskundlichen und sonstigen Objekte handelte, welche die Kunst bis dahin gesammelt hatte.
Eine Analyse der Handschriften der in den 1920er und 1930er Jahren im Ostfriesischen Landesmuseum angestellten Mitarbeiter lässt Dr. Jan Fastenau als Urheber des Zettelkastens erkennen. „Die Datensammlung bietet in ihrer Fülle und ihrem Detailreichtum einen strukturellen Einblick in die museale Arbeit jener Zeit und stellt eine außerordentliche Quelle dar, die nun erstmals der interessierten Öffentlichkeit präsentiert wird“, erläutert Alley.