Ausbildung
In Ostfriesland werden wieder mehr Azubis eingestellt
Im Corona-Jahr 2020 ging die Zahl der Auszubildenden zurück. Nun gibt es wieder einen positiven Trend. Viele Betriebe bieten wieder Ausbildungen an. Es gibt jedoch ein anderes Problem.
Ostfriesland - Auf dem Ausbildungsmarkt des ostfriesischen Handwerks zeichnet sich eine erfreuliche Trendwende ab. Nachdem die Zahl der Ausbildungen im ersten Corona-Jahr 2020 abgenommen hatte, begannen 2021 wieder mehr junge Menschen eine Lehre. Das teilt die Handwerkskammer (HWK) für Ostfriesland mit. Im vergangenen Jahr starteten demnach 62 Auszubildende mehr als noch im Vorjahr – ein Plus von rund sieben Prozent. Hatten 2020 noch 926 junge Leute eine Lehre begonnen, waren es nun 988. Insgesamt absolvieren laut HWK aktuell etwa 2440 Berufsstarter im Beritt der Kammer in allen Lehrjahren eine Ausbildung.
Einen ähnlichen Trend verzeichnet auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg: Anne Borowski, Referentin für Aus- und Weiterbildung der IHK, spricht von einem Anstieg um 5,9 Prozent. Das seien etwa 100 Verträge, die im Vergleich zum Vorjahr mehr abgeschlossen worden seien. „Die Ausbildungsbereitschaft in der Region ist hoch. Viele Unternehmen suchen händeringend Fachkräfte“, sagt Borowski.
Nachwuchsprobleme im Handwerk und der Gastronomie
Das sah 2020 noch anders aus: „Viele Betriebe waren durch die Pandemie verunsichert und wussten nicht, wie es weitergeht“, sagt Dieter Friedrichs, Ausbildungsberater bei der HWK. Nun sei wieder eine gewisse Normalität eingekehrt. Einen Grund für den Anstieg sieht er aber auch in den Förderprogrammen vom Bund, die es für ausbildende Betriebe gab. „Das haben viele genutzt“, sagt er. Vor dem Hintergrund anhaltender Rohstoffknappheit und Lieferengpässe sei er mit der Entwicklung sehr zufrieden. „Auch wenn wir damit noch nicht wieder auf dem Vor-Krisen-Niveau sind, ist das eine positive Tendenz – und wir hoffen, dass sie sich in diesem Jahr fortsetzen wird“, sagt auch Jörg Frerichs, Hauptgeschäftsführer der HWK.
Hero Houtrouw, Inhaber des gleichnamigen Autohauses in der Krummhörn, beschäftigt schon seit 2012 immer zwei Azubis. Das ist auch momentan der Fall. Bedenken während der Corona-Pandemie hatte er nicht: „Ich habe den Kopf nicht in den Sand gesteckt und einfach weitergemacht“, sagt er. Im Kfz-Meisterbetrieb von Johannes Janssen in Südbrookmerland gibt es ein anderes Problem: „Wir wollten während der Corona-Zeit ausbilden, haben aber in den letzten Jahren keinen geeigneten Bewerber gefunden“, sagt Janssen. Das Problem kennt man auch im Hotel Novum in Hinte: „2020 hatten wir keinen einzigen Bewerber“, heißt es von dort. Umso glücklicher sei man darüber, 2021 gleich zwei Azubis gefunden zu haben.