Verkehr

Emder Eisenbahnklappbrücke: Sanierung geht in nächste Phase

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 28.03.2022 19:07 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Am vergangenen Wochenende wurde noch an der Arbeitsplattform im oberen Teil der Eisenbahnklappbrücke bei laufendem Zugverkehr gearbeitet. Foto: F. Doden
Am vergangenen Wochenende wurde noch an der Arbeitsplattform im oberen Teil der Eisenbahnklappbrücke bei laufendem Zugverkehr gearbeitet. Foto: F. Doden
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In den nächsten Wochen soll ein defektes Drehlager im Waagebalken der Eisenbahnbrücke über den Emder Binnenhafen ausgetauscht werden. Dafür entstand eine Plattform in luftiger Höhe.

Emden - Die Sanierung der maroden Eisenbahnklappbrücke über den Emder Binnenhafen geht in die nächste Phase. Das ist jetzt auch sichtbar: In den vergangenen Wochen wurden ein großes Gerüst an der Brücke aufgebaut und eine hölzerne Arbeitsplattform im oberen Bereich installiert, um das defekte Drehlager im Waagebalken bei laufendem Zugverkehr austauschen zu können. Diese Arbeiten sollen in den nächsten Tagen beginnen und bis Mitte Mai abgeschlossen sein, teilte am Montag eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Hamburg dieser Zeitung auf Anfrage mit.

Der Bau des Gerüstes und der Arbeitsplattform wirkte sich bis zu diesem Montag auch auf den Bahnverkehr aus. Seit Anfang März fielen an den Wochenenden und Montagen jeweils die ersten und die letzten Personenzüge aus. Als Ersatz setzte die Bahn in dieser Zeit Busse ein.

Brücke bleibt seit November geschlossen

Die Öffnungen der Eisenbahnklappbrücke, die seit Jahren saniert wird, waren im vergangenen November wegen des defekten Drehlagers im Waagebalken gestoppt worden. Untersuchungen hatten ergeben, dass weitere Öffnungen und Schließungen das Bauwerk nachhaltig schädigen würden.

Das hatte Folgen sowohl für die Sportschifffahrt als auch für größere Rundfahrt-, Traditions- und Museumsschiffe, wie etwa das Emder Museumsfeuerschiff „Amrumbank/Deutsche Bucht“. Sie konnten die Brücke nur noch einmal bei einer Notöffnung Ende November passieren. Seitdem bleibt die Brücke geschlossen.

Reparatur soll im Mai beendet sein

Weil der Ärger über den Zustand der Brücke bei Politik, Wirtschaft und Vereinen in Ostfriesland wuchs, kam es im Februar auf Initiative des Emder Oberbürgermeisters Tim Kruithoff (parteilos) zu einem Krisengespräch aller Beteiligten. Dabei informierte die Bahn detailliert über ihren Zeitplan bei der Brückensanierung. Das Unternehmen wolle das Bauwerk so ertüchtigen, dass der Klappmechanismus im Mai wieder funktioniert, hieß es nach der Online-Konferenz in einer gemeinsamen Mitteilung von Bahn und Stadt Emden.

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„Wir wissen, wie wichtig diese Brücke für Emden ist und werden alles daran setzen, die Klappung im Mai ermöglichen zu können“, wird in dieser Mitteilung der Leiter Investitionsplanung und Segmentsteuerung der DB Netz AG, Georg Wagner, zitiert. Kruithoff sowie wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg begrüßten nach dem Gespräch, dass es nun Planungssicherheit gebe.

Für Emden ist der Termin auch deshalb wichtig, weil am letzten Wochenende im Mai nach einer zweijährigen, coronabedingten Pause die Matjestage in der Hafenstadt wieder gefeiert werden sollen und zu diesem Anlass viele Traditions- und Sportschiffe sowie mehrere Fischkutter im Ratsdelft und im Alten Binnenhafen erwartet werden. Ohne diese Schiffe würde den Matjestagen das maritime Flair komplett fehlen.