Berlin

Cannabis aus der Apotheke? Deutsche aufgeschlossener als Niederländer

Maximilian Matthies
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Von Maximilian Matthies
| 29.03.2022 18:01 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 2 Minuten
Cannabis aus der Apotheke: Deutsche sind einer Behandlung gegenüber positiver eingestellt als Niederländer. Foto: imago images/Cavan Images
Cannabis aus der Apotheke: Deutsche sind einer Behandlung gegenüber positiver eingestellt als Niederländer. Foto: imago images/Cavan Images
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Die Legalisierung von Cannabis in Deutschland lässt noch auf sich warten. Apotheken dürfen seit 2017 allerdings medizinisches Hanf verkaufen. Wie viele Deutsche sich damit behandeln lassen würden.

Kiffen auf Rezept: In Deutschland können Ärzte ihren Patienten medizinisches Cannabis auf Kosten der Krankenkasse verschreiben. Viele Deutsche scheinen einer Behandlung mit Hanf aus der Apotheke allerdings noch skeptisch gegenüberzustehen. Überraschend: Auch die liberal eingestellten Niederländer sind im Umgang mit dem Rauschmittel als Medizinprodukt offenbar vorsichtig.

Wie aus einer Auswertung des Portals „Statista“ hervorgeht, würden sich 37 Prozent der Deutschen mit medizinischem Cannabis behandeln lassen. Deutlich offener zeigen sich unsere Nachbarn aus Polen, Österreich und der Schweiz. In diesen Ländern liegt der Anteil derer, die Cannabis aus medizinischen Gründen konsumieren würden, jeweils bei mehr als 40 Prozent. Argwöhnischer sind hingegen Niederländer, Spanier und Franzosen.

Grafik: Wie denken die Deutschen über eine Behandlung mit medizinischem Cannabis?

Die Schweiz ist bei der möglichen Legalisierung von Cannabis schon einen Schritt weiter als Deutschland. Vor einem Jahr wurde das Betäubungsmittelgesetz angepasst. Nun beginnen 2022 in mehreren Großstädten Pilotprojekte, bei denen Cannabis zu Genusszwecken verkauft wird. Parallel will das Parlament das Verbot von Cannabis aufheben und arbeitet daran, Anbau, Handel und Konsum neu zu regeln.

Die Abgabe von medizinischem Cannabis per Rezept ist seit langem möglich. Zudem ist Cannabis mit weniger als einem Prozent der psychoaktiven Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) legal. Es wird seit 2017 an vielen Stellen legal verkauft. Auch der Anbau von diesem sogenannten CBD-Cannabis ist erlaubt. CBD steht für Cannabidiol, das kein Suchtpotenzial hat, sondern entspannend wirkt.

Video: Das denken die Deutschen über Cannabis aus der Apotheke

In Deutschland ist medizinisches Cannabis etwa zur Behandlung bei Schmerzpatienten zugelassen. Haus- und Fachärzte dürfen laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung getrocknete Cannabisblüten und -extrakte sowie Arzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon verordnen. Die Krankenkassen übernehmen im Regelfall die Kosten für die Therapie.

Mit Material von dpa

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