Fußball
TuRa-Beben: Auch Vorsitzender Heinz Weßling hört auf
Drei Stammspieler haben beim Fußball-Landesligisten TuRa 07 Westrhauderfehn ihren Abgang bereits bekanntgegeben. Jetzt kündigte auch Vorsitzender Heinz Weßling an, sich nicht mehr zur Wahl zu stellen.
Westrhauderfehn - Große Unruhe bei TuRa 07 Westrhauderfehn. Die erste Fußball-Mannschaft musste in den letzten Tagen einen Abgang nach dem anderen verkraften. Dabei handelte es sich mit Toptorjäger Frank Waden (SV Thüle), Kapitän Ole Eucken und Sönke Weßling (beide BW Papenburg) um absolute Leistungsträger. Aber nicht nur auf sportlicher Ebene muss sich der Verein nach neuem Personal umsehen. Auch Vorsitzender Heinz Weßling wird sich nach drei Jahren auf der Mitgliederversammlung am 22. April (20 Uhr, Gaststätte Plümer) nicht mehr zur Wiederwahl stellen.
„Ich stehe für eine erneute Amtszeit nicht mehr zur Verfügung, das habe ich meinen Vorstandskollegen bereits so mitgeteilt. Es sind rein private Gründe“, erklärte Weßling gegenüber unserer Zeitung. Weßling wird weiterhin Mitglied bleiben, aber keine Funktion mehr in dem Mehrspartenverein ausüben. Weßling gehört dem Verein seit 1997 an, war 19 Jahre lang Fußball-Jugendtrainer und nun seit drei Jahren erster Vorsitzender.
TuRa im Umbruch
Am Donnerstag steht eine turnusmäßige Vorstandssitzung an. In dieser wird sicher auch über mögliche Nachfolgekandidaten gesprochen werden. „Die Geschäftsfähigkeit wird in jedem Falle weiterhin erhalten bleiben. Richtig ist aber, dass sich TuRa in einem Umbruch befindet. Wichtig wird sein, schnell einen neuen Vorsitzenden zu finden, damit der Verein wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt.“ Unstimmigkeiten habe es laut Weßling im Vorstand nicht gegeben. „Es gab kein Theater.“
Laut Fußball-Obmann Christian Schulte steht der Wechsel an der Vereinsspitze und der Weggang der Leistungsträger in keinem direkten Zusammenhang. Pikant ist allerdings, dass mit Sönke Weßling auch der Sohn des aktuellen Vereinsvorsitzenden Heinz Weßling den Klub verlässt. „Der Wechsel von Ole Eucken und Sönke Weßling nach Papenburg war uns schon länger bekannt. Beide sind ambitioniert und werden uns aus sportlichen Gründen verlassen“, so Schulte. Bei Toptorjäger Frank Waden, der zum Bezirksligisten SV Thüle wechseln wird, seien es wohl andere Gründe gewesen. „Da spielen wir in einer anderen Liga und können nicht mithalten“, meinte Schulte.
Auch Menken hört auf
Zudem steht bereits fest, dass Pascal Menken aus beruflichen Gründen in der kommenden Spielzeit ebenfalls nicht mehr für TuRa 07 auflaufen wird. Im Gegenzug freut sich Schulte sehr über einen Rückkehrer. Marcel Degner, zentraler Mittelfeldspieler, wird nach einer Auszeit in der kommenden Saison wieder zur Mannschaft gehören. Zudem hat sich Schulte mit zwölf Spielern aus dem aktuellen Kader ligaunabhängig auf einen Verbleib einigen können. Zwei bis drei externe Neuzugänge stehen kurz vor einer Vertragsunterzeichnung.
Fest steht auch, dass Erhan Colak in jedem Fall in der neuen Saison als Trainer das Sagen haben wird. „Aus sportlicher Sicht läuft es ja insgesamt gut bei uns. Mit dem Trainerteam haben wir ja bereits im Winter verlängert. Mit ein bisschen Glück hätten wir bereits den Klassenerhalt feiern können“, erklärte Schulte.
Spieler aus U23 hochziehen
Er glaube nicht, dass der Aderlass im Kader Auswirkungen auf die kommenden Aufgaben haben wird. „Die Spieler sind weiterhin motiviert und möchten sich mit dem Klassenerhalt verabschieden.“ Mit aktuell 14 Punkten steht TuRa als Dritter und mit zwei Punkten Vorsprung noch über dem Strich auf einem Nichtabstiegsplatz. „Die Abstiegsrunde ist sehr eng, natürlich ist auch die Bezirksliga denkbar. Aber auch dann würden wir einen guten Kader haben.“
Dabei möchte Schulte auch den ein oder anderen Spieler aus der U23 in die Erste hochziehen, die Plätze in der Zweiten könnten dann talentierte Kicker aus der A-Jugend einnehmen. „Wir hatten in den vergangenen Jahren nie eine große Fluktuation. Das wird nach dieser Saison ein wenig anders sein. Auch diesen Umbruch werden wir bewältigen“, glaubt Schulte. Am kommenden Sonntag wird sich im Heimspiel gegen Union Lohne (15 Uhr) zeigen, wie die Mannschaft den Trubel der letzten Tage verarbeitet hat.