Unterhaltung

Rund 6,8 Millionen sehen Wolfs „Ostfriesensühne“

| 06.04.2022 09:59 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Der von Ernst Stötzner dargestellte Vater von Ann-Kathrin Klaasen (Julia Jentsch) scheint nicht die Lichtgestalt zu sein, für die sie ihn immer gehalten hat. Foto: Tom Heise
Der von Ernst Stötzner dargestellte Vater von Ann-Kathrin Klaasen (Julia Jentsch) scheint nicht die Lichtgestalt zu sein, für die sie ihn immer gehalten hat. Foto: Tom Heise
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6,8 Millionen Zuschauer haben Klaus-Peter Wolfs Krimi „Ostfriesensühne“ gesehen. Der Norder verrät, was ihn mit dem Vater der Protagonistin verbindet. Indes stehen schon die nächsten Dreharbeiten an.

Norden / HEI/HIB - Ostfrieslandkrimis sind ein Quotenbringer. Das stellte das ZDF einmal mehr mit „Ostfriesensühne“ unter Beweis. Rund 6,8 Millionen Zuschauer folgten am vergangenen Sonnabend der Protagonistin Ann Kathrin Klaasen auf der Jagd nach dem Mörder ihres Vaters. „Ich war glücklich mit dem Film“, sagt jetzt auf Nachfrage unserer Zeitung auch der Norder Autor Klaus-Peter Wolf. Auf seinen Romanen basiert die inzwischen sechste Verfilmung der Berliner Produktionsfirma Schiwagofilm, die eine besonders persönliche Note enthält. So habe Wolf den Vater von Klaasen das durchleben lassen, was der Autor selbst erfuhr, als er für sein 1989 erschienenes Buch „Traumfrau“ über den Handel mit asiatischen Frauen undercover unterwegs war, verrät er.

Während sich Wolf mit der Leistung von Regisseur Sebastian Ko und den Darstellern zufrieden zeigt, bedauert es der gebürtige Gelsenkirchener, dass „Ostfriesensühne“ wieder keine Premiere in Norden feiern konnte. Wegen der Pandemie habe sich nicht rechtzeitig abschätzen lassen, ob so eine Veranstaltung überhaupt möglich gewesen wäre, begründet er. Dabei hätte man mit dem Theatersaal der Oberschule Norden sogar schon einen alternativen Vorführort für das inzwischen geschlossene Apollo-Kino gehabt. Umso mehr hofft Wolf nun darauf, dass dieser Ort zumindest für die Premieren von „Ostfriesenfeuer“ und „Ostfriesenmoor“ ausgewählt werden kann. In „Ostfriesenfeuer“ feiert auch die „neue“ Ann Kathrin Klaasen ihr Debüt: Picco von Groote rückt für Julia Jentsch nach. Laut Produzent Martin Lehwald könnte der erste dieser beiden Teile zum Jahresende ausgestrahlt werden.

Ab dem 17. Mai geht es weiter

Schiwagofilm bereitet sich inzwischen allerdings auch schon auf den Dreh des neunten Krimis vor: Ab dem 17. Mai wird in Norden und weiteren Orten in Ostfriesland „Ostfriesenwut“ gedreht. Es beginnt dramatisch: Zunächst wird im Hafen von Norddeich eine Leiche entdeckt. Dann wird der Chefredakteur des Ostfriesland-Magazins Opfer eines Anschlags. Jemand vergiftet ihn mit einem biologischen Kampfstoff. Das Bundeskriminalamt schaltet sich in die Ermittlungen ein. Doch Hauptkommissarin Ann Kathrin Klaasen will sich nicht so einfach ins Abseits stellen lassen und spürt dem vermuteten Skandal hinter dem Anschlag sowie den Zusammenhängen zwischen den Taten weiter nach – mit weit reichenden Konsequenzen.

Seit 2017 haben insgesamt sechs Männer bei den Ostfrieslandkrimis Regie geführt. Zuletzt war Marcus O. Rosenmüller für die kreative Umsetzung verantwortlich. Erstmals wird nun mit Christine Repond eine Frau bei einem Ostfrieslandkrimi Regie führen. „Darüber freuen wir uns sehr“, sagt Lehwald. Die gebürtige Schweizerin, die in München lebt, bringt Krimi-Erfahrung mit. Zwei Zürich-Tatorte tragen ihre filmische Handschrift. „Und von ihr gibt es einen sehr schönen Debütfilm“, so der Produzent. „Vakuum“ mit Barbara Auer wurde mehrfach ausgezeichnet. Auch die Bildgestaltung liegt bei „Ostfriesenwut“ erstmals in den Händen einer Frau. Doro Götz wird die Kamera führen. Auch ihre Arbeiten wurden bereits ausgezeichnet. Aktuell ist sie mit dem „Flügel aus Beton“ für den Deutschen Kamerapreis nominiert.

Um das Drehbuch nach den Motiven von Klaus Peter Wolf richtig in Szene setzen zu können, sucht die Produktionsgesellschaft noch Praktikanten und eine Motoryacht und es fehlt ihr auch noch ein Drehort: ein Gulfhof. Lehwald sagt, dass das Gebäude etwas abseits liegen sollte, möglichst mit einer längeren Auffahrt. „Von außen darf es gern etwas rustikal sein.“ Im Inneren allerdings sollte die Ausstattung modern und stilvoll sein. Gern dürfen sich auch Besitzer von luxuriöseren Wohnwagen oder Wohnmobilen bei der Produktionsgesellschaft melden. Denn auch diese werden noch gesucht. Interessierte Regie- und Produktionshelfer können ihre Bewerbung unter Angabe von Alter und Kontaktdaten per E-Mail an info@schiwagofilm senden. An diese Adresse kann sich ebenfalls wenden, wer eine geeignete Immobilie, ein Schiff oder ein entsprechendes Mobilheim anzubieten hat.

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