Osnabrück

Ukraine-Krieg: Kann man noch in den Osten Europas reisen?

Corinna Clara Röttker
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Von Corinna Clara Röttker
| 07.04.2022 07:31 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Touristen in Krakau: Die Reisebranche in Osteuropa hoffte auf ein gutes Jahr 2022 – doch dann begann der Krieg in der Ukraine. Foto: Imago Images
Touristen in Krakau: Die Reisebranche in Osteuropa hoffte auf ein gutes Jahr 2022 – doch dann begann der Krieg in der Ukraine. Foto: Imago Images
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Reisende, die sich dieses Jahr Osteuropa als Urlaubsziel ausgesucht haben, sind jetzt verunsichert: Kann man in der aktuellen Lage nach Polen, Ungarn oder ins Baltikum reisen? Und mit welchen Einschränkungen muss man gegebenenfalls rechnen? Der auf Osteuropa spezialisierte Reiseanbieter Dreizackreisen gibt Antworten.

Frage: Herr Lange-Siebenthaler, kann man angesichts der aktuellen Lage in ost- sowie südosteuropäische Länder wie Polen, Rumänien, Ungarn, die Slowakei oder ins Baltikum reisen? 

Antwort: Derzeit bestehen nur für die Länder Ukraine, Belarus und Russland sowie für die georgischen Teilregionen Abchasien und Südossetien seitens des Auswärtigen Amtes Reisewarnungen. Aufgrund der Nähe zum Kriegsgebiet und der auf den Konflikt bezogenen, besonderen Konstellation in der Republik Moldau raten wir derzeit auch dorthin von touristischen Reisen ab. Mit Beginn des Krieges haben wir uns aber auch aus moralisch-ethischen Gründen unverzüglich entschlossen, keine Reisen mehr nach Russland und Belarus zu veranstalten. In alle weiteren Länder der benannten Regionen ist Reisen hingegen aktuell uneingeschränkt möglich. Wir betrachten die Entwicklungen vor Ort aber sehr genau, um bei Lageänderungen sofort reagieren zu können.

Frage: Mit welchen Einschränkungen müssen Reisende gegebenenfalls rechnen? 

Antwort: Derzeit bestehen keine Einschränkungen für Reisende in den Ländern, in denen keine Reisewarnung besteht. Nicht nur wir als Reiseveranstalter, sondern auch die Anbieter vor Ort, also Unterkünfte und Reiseführer, hoffen natürlich, dass sich die Situation nach der Covid-19-Pandemie wieder normalisiert und die Gäste kommen. Derzeit sind die Anfragen jedoch eher verhalten.

Frage: Das heißt? Sie verzeichnen aktuell keine Neubuchungen für Reisen nach Ost- und Südosteuropa sowie ins Baltikum? 

Antwort: Bereits 2014 begann die Krise in der Ukraine mit der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim und der Besatzung des Donbas. Dadurch brachen für die Reisebranche vor allem die beliebten Reiseziele auf der Krim weg. Hinzu kamen die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, die das Reisen in den letzten zwei Jahren fast unmöglich machten und der Reisebranche stark zugesetzt hat. Ab Dezember 2021 schien sich der Reisemarkt wieder zu erholen und wir erhielten vermehrt Anfragen für Reisen in Länder Ost- und Südosteuropa sowie das Baltikum. Mit Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine kommen nun aber so gut wie keine Anfragen mehr für Reisen dorthin.

Frage: Und verzeichnen Sie aktuell auch viele Stornierungen? 

Antwort: Ja, aufgrund der Kriegssituation in der Ukraine erhalten wir vermehrt Absagen für Reisen nach Ost-und Südosteuropa.

Frage: Die Ereignisse überschlagen sich gegenwärtig. Was raten Sie da grundsätzlich Ost- und Südost-Europa-Reisenden? 

Antwort: Das Beste ist: Vertrauen Sie auf die aktuellen Einschätzungen Ihres Reiseveranstalters sowie den Informationen in der Rubrik „Sicher Reisen“ auf der Internetpräsenz des Auswärtigen Amtes. Dort werden Reise- und Sicherheitshinweise entsprechend der Situation im jeweiligen Reiseland stets aktualisiert.

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