Hamburg
Krasse Wertsteigerung: Welche Spielzeuge Du nicht auf dem Flohmarkt verkaufen solltest
Du solltest Dir gut überlegen, ob Du alte Diddl-Ordner auf dem Flohmarkt für wenige Euro verkaufst. Manche Kinderspielzeuge sind gute Wertanlagen und können Jahre später sehr viel Geld bringen.
In diesem Artikel erfährst Du:
Es gibt viele Eltern, die ihren Kindern teures Spielzeug kaufen. Teddybären von Steiff, erkennbar an dem goldenen Knopf am Ohr, zählen beispielsweise zu den teuersten Kuscheltieren der Welt. Ein 75 Zentimeter großer Elefant kostet beim Hersteller 899 Euro. Wenn das Kind ein Teenie und die Kuschelzeit mit dem Bären vorbei ist, solltest Du ihn trotzdem nicht auf dem Dorfflohmarkt für wenige Taler verkaufen. Mache Spielzeuge, von denen Du es wahrscheinlich gar nicht wusstest, haben oft eine krasse Wrtsteigerung. Plüschfiguren, Bücher, Puppen können Jahre später – je nach Zustand – Tausende Euro wert sein.
Welche Spielzeuge sollten besser noch eine Weile im alten Kinderzimmer liegen bleiben, anstatt sie auf dem Flohmarkt unter Wert zu verkaufen? Auf welche Merkmale musst Du achten?
Diddl ist eine Cartoonfigur des Zeichners Thomas Goletz. Die Maus mit den großen Füßen und den riesigen Ohren gab es als Plüschfigur, abgebildet auf Blöcken, Ordnern und Tassen. In den Neunzigern wurden sogar Diddl-Papiere in fetten Ordnern gesammelt. Wer als Kind gespart hat, um sich Diddl-Sachen zu kaufen, kann sich freuen: Heute werden die Diddl-Sammlungen und Ordner auf eBay für mehr als hundert Euro versteigert.
Die teuerste Barbie der Welt wurde für knapp eine halbe Million US-Dollar im New Yorker Auktionshaus „Christie’s“ versteigert – für einen guten Zweck, der Erlös kam einer Brustkrebsstiftung zugute. Entworfen hat die Luxus-Puppe mit Diamantkette, Cocktailkleid und vielen Wimpern der Schmuckdesigner Stefano Canturi. Auch andere Barbies gelten je nach Seltenheit und Zustand als wertvolle Geldanlage.
Beate Rau ist eine bekannte Barbie-Puppen-Sammlerin aus der Schweiz. Sie sagte gegenüber dem „Tagesanzeiger“: „Je nach Modell und Auflage kann eine Barbie aus den Achtzigerjahren, die damals um die 40 Franken kostete, heute zwischen 600 und 1000 Franken wert sein.“ Wichtig für den Verkauf sei, dass die Puppen gut erhalten und verpackt in den Boxen bleiben.
Das teuerste Kuscheltier ist nicht zum Kuscheln gedacht: Ein Teddy, der aussieht wie Paddington-Bär, ist in einem braun-goldfarbenen Anzug von Louis Vuitton gekleidet. Das modebewusste Kerlchen wurde im Jahr 2000 für fast zwei Millionen Euro bei einer Wohltätigkeitsauktion in Monaco ersteigert und steht nun im Teddybär-Museum in JeJu, Südkorea.
Auch andere Kuscheltiere von Steiff können heute viel Geld wert sein. Beispielsweise gelten die „Harlekin-Teddys“ – erkennbar an dem goldenen Knopf am Ohr und dem rot-blau-gestreiften Fell – als kleine Goldgrube. Ein 85 Jahre altes Exemplar hat der Investmentbanker Paul Greenwood für knapp 53.600 Euro ersteigert. Der New Yorker kaufte sich laut Informationen von „Bloomberg“ über 13.000 Stofftiere illegal, bezahlt von Geld, das eigentlich seinen Kunden und Investoren gehörte. 2010 wurde seine gesamte Steif-Teddybären-Sammlung, knapp 585 Stück, auf einer über neunstündigen Auktion für über 1,5 Millionen Euro verkauft. Greenwood selbst kam wegen Geldbetrugs in den Knast.
Ende der Fünfzigerjahre stellte der japanische Spielzeugproduzent Masudaya eine „Gang of Five“ her – ein Set aus fünf batteriebetriebenen Spielzeug-Robotern, die sich fortbewegen können. Neu produzierte Figuren gibt es heute noch für umgerechnet 22,80 Euro zu kaufen, Originalroboter sind aber mittlerweile Tausende Euro wert. Ein Sammler bezahlte für den roten „Machine Man“ 34.000 Euro.
Am 31. Oktober 2017 jährte sich zum 500. Mal die Veröffentlichung der 95 Thesen von Martin Luther. Passend dazu veröffentlichte Playmobil eine Spielfigur des deutschen Augustinermönchs. 2015 erschien die erste Auflage mit einer Stückzahl von 34.000 Exemplaren, die nur wenige Tage später ausverkauft war. Playmobil produzierte wegen der hohen Nachfrage weitere Figuren. Bis heute wurden laut „Playmorama“ über eine Million Stück verkauft. Sie gilt als beliebteste Playmobilfigur und wurde nach Ausverkauf der Erstausgabe, für kurze Zeit, auf ebay für über 1000 Euro gehandelt.
Das Besondere: Von der Figur gibt es mittlerweile zwei Varianten: Auf der ersten ursprünglichen Figur stand auf der Bibel „Bücher des Alten Testaments – ENDE“, das zu einem Skandal führte. Warum? Die jüdische Gemeinde fasste das Wort „Ende“ negativ auf, weil damit wohl das Ende der hebräischen Bibel – das Alte Testament – erklärt wurde. Die Figur gibt es mittlerweile, weil sie keine Seltenheit mehr ist, für unter zehn Euro auf ebay und anderen Portalen zu kaufen.
Das derzeit teuerste Playmobil-Set ist das Star-Trek-Raumschiff mit Crew-Figuren für knapp 340 Euro.
Polly Pockets sehen aus wie kleine Barbie-Puppen, von denen es mittlerweile eine Neuauflage gibt – allerdings mit etwas größeren, Finger breiten, Figürchen. Die ersten klitzekleinen Pollys aus den Neunzigerjahren haben noch in Mikro-Puppenhäusern gewohnt. Nicht selten gab es die Häuser in Form von Muscheln, Sternen oder Reisekoffern.
So sehen die kleinen Polly-Pocket-Häuser aus:
Das „Polly Pocket Blue Bird Partytime Stampers“ aus dem Jahr 1992 steht aktuell für 900 US Dollar, knapp 820 Euro, auf ebay zum Verkauf. Laut „Glamour.de“ konnte das Spielzeug sogar schon für das Fünffache auf der australischen ebay-Seite ersteigert werden.
Eine Erstausgabe von „Harry Potter und der Stein der Weisen“ aus dem Jahr 1997 wurde Ende 2021 für 471.000 Dollar (gut 417.000 Euro) versteigert. Mehrere Bieter hatten bei der Auktion den Preis für das seltene Buch von anfangs 75.000 Dollar in die Höhe getrieben. Ein Telefonbieter erhielt am Ende den Zuschlag.
So sieht die Erstausgabe des vierten Harry Potter Buches aus:
Der erste Band „Harry Potter und der Stein der Weisen“ der britischen Autorin Joanne K. Rowling war 1997 mit nur 500 Exemplaren vom englischen Verlagshaus Bloomsbury aufgelegt worden. Die meisten Ausgaben waren für Bibliotheken in Großbritannien bestimmt.