Ein Herz für Ostfriesland

Leeraner Welthungerhilfe bekommt Unterstützung aus Spendentopf

 | 21.04.2022 17:34 Uhr  | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Brigitte Oldenburg ist Gründerin und Vorsitzende der Aktionsgruppe Leer der Welthungerhilfe. Foto: Hoppe
Brigitte Oldenburg ist Gründerin und Vorsitzende der Aktionsgruppe Leer der Welthungerhilfe. Foto: Hoppe
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5.000 Euro der von „Ein Herz für Ostfriesland“ gesammelten Spenden für die Ukraine gehen an die Aktionsgruppe Leer der Welthungerhilfe. Gründerin Brigitte Oldenburg erzählt, was damit passiert.

Leer/Ukraine - Eigentlich unterstützen Brigitte Oldenburg und ihre Leeraner Aktionsgruppe (AG) der Welthungerhilfe (WHH) ein Wasserprojekt im afrikanischen Staat Simbabwe. Doch aktuell engagieren sich die elf Mitglieder auch für Geflüchtete aus der Ukraine. Von den Spenden, die „Ein Herz für Ostfriesland“ (EHFO), das gemeinnützige Hilfswerk von Ostfriesen-Zeitung, Ostfriesischen Nachrichten und General-Anzeiger, für die Ukraine gesammelt hat, gehen deshalb nun 5.000 Euro an die Welthungerhilfe.

Von einem Zeitungsbericht von 2009 über die damalige WHH-Präsidentin Bärbel Dieckmann inspiriert, gründete Brigitte Oldenburg im Oktober 2011 die Aktionsgruppe Leer der Welthungerhilfe. „Der Artikel hieß ,Hoffnung für die Kinder´. Das war für mich eine Berufung“, erinnert sich die Vorsitzende. Bis heute sei ihre AG Leer die einzige in Niedersachsen. Diese habe laut ihrem Mann Bernd Oldenburg, der sich ebenfalls dort engagiert und sich um Schriftliches und die Finanzen kümmert, seit dem Bestehen insgesamt etwa 375.000 Euro gesammelt. „Vielleicht kommen wir bis Ende 2022 noch auf 400.000 Euro“, meint er.

5.000 Euro durch Waffeln

Als Russland die Ukraine am 24. Februar angegriffen hat, konnten es viele nicht glauben: Krieg in Europa. „Wir haben uns von Anfang an schlaugemacht, was wir tun können“, berichtet Brigitte Oldenburg. „Das ist eine große Ausnahme, normalerweise sind wir nur für Afrika tätig.“ Denn die Mitglieder würden vor allem die Ärmsten der Armen gerne unterstützen. Die WHH-Zentrale in Bonn habe jedoch ihr Okay gegeben, dass die Aktionsgruppe nun auch für die Ukraine sammeln dürfe. Die WHH sei zwar nicht selbst vor Ort, aber einige Organisationspartner. „Unter dem Namen ,Alliance 2015´ haben sich mehrere Organisationen zusammengeschlossen. Viele denken, die Welthungerhilfe unterstütze nicht in Europa, das ist jedoch falsch“, erklärt die Gründerin der AG.

Im Zentrum der Ukraine habe die WHH auch in umkämpften Gebieten über die „Alliance 2015“-Partner Hilfsgüter und Hilfeleistungen im Wert von zwei Millionen Euro bereitgestellt. „In der Ostukraine läuft eine Notversorgung mit Trinkwasser“, erzählt Oldenburg weiter. In der Republik Moldau habe die WHH außerdem 500.000 Euro für Aufnahmelager, Verpflegung und Versorgung von Geflüchteten bereitgestellt. Des Weiteren organisiere die WHH gemeinsam mit den Behörden den sicheren Transport von Geflüchteten über die Grenze.

Mit 13 Aktionen haben Brigitte Oldenburg und die AG-Mitglieder 5.000 Euro für die Ukraine sammeln können und das „hauptsächlich mit Waffelbacken“ – und zwar jeden Samstag vor dem Porzellan- und Haushaltswarengeschäft Hibben in der Leeraner Innenstadt. Dabei hätten sie jedes Wochenende 35 bis 40 Liter Waffelteig gebraucht. „Durch die Pandemie sind Vorträge und Benefizkonzerte weggefallen“, sagt die Vorsitzende. Die Spenden überweist die AG Leer an die Zentrale der WHH. „Die geben das Geld dann weiter an die Partner-Organisationen vor Ort“, weiß Oldenburg. Dorthin gehen auch die 5.000 Euro aus dem „Ein Herz für Ostfriesland“-Spendentopf. Durch Gelder von öffentlichen Geldgebern könne die Welthungerhilfe-Zentrale die Beträge in der Regel vervierfachen. „Da werden aus den insgesamt 10.000 Euro von uns und ,Ein Herz für Ostfriesland´ 40.000 Euro“, freut sich die Brigitte Oldenburg.