Freizeit

So bekommt der Schwanenteich seinen historischen Charme zurück

| | 21.04.2022 17:37 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 5 Minuten
Im Siegerentwurf werden der Schwanenteich und das umliegende Gelände so gestaltet, dass Emderinnen und Emder sich dort auf den Liegen oder im Gras sonnen, Sport treiben oder Boule spielen können. Grafik: Planungsbüro Grün
Im Siegerentwurf werden der Schwanenteich und das umliegende Gelände so gestaltet, dass Emderinnen und Emder sich dort auf den Liegen oder im Gras sonnen, Sport treiben oder Boule spielen können. Grafik: Planungsbüro Grün
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Die Parkanlage Schwanenteich in Emden ist schon jetzt beliebt. Nun soll dort eine Million Euro investiert werden. Auf diese Veränderungen können sich Emderinnen und Emder nun freuen.

Emden - Bei frühlingshaften Temperaturen füllt sich schon jetzt das Schwanenteich-Gelände in Emden. Auf dem Spielplatz toben die Kleinsten, auf der Boule-Bahn schieben die Älteren eine ruhige Kugel, dazwischen gehen andere spazieren, sonnen sich im Gras oder nutzen den Park als Durchfahrt mit dem Rad. „Schon jetzt ist der Schwanenteich sehr beliebt“, sagte Emdens Stadtsprecher Eduard Dinkela. Aber: Es gibt auch Probleme. Die sollen durch eine millionenschwere Sanierung der historischen Anlage behoben werden, für die jetzt die ersten Grundsteine gelegt wurden.

Was und warum

Darum geht es: Eine beliebte Emder Parkanlage muss erst einmal gründlich trocken gelegt werden, bis man sich dort im Gras sonnen kann.

Vor allem interessant für: Emderinnen und Emder sowie Gäste der Stadt, die gerne öffentliche Parkanlagen nutzen

Deshalb berichten wir: Die Stadt hatte zu einem Pressegespräch geladen, um den Siegerentwurf zur Neugestaltung des Schwanenteichs vorzustellen.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.hanssen@zgo.de

Ein Siegerentwurf zur Neugestaltung ist nun aus einem Wettbewerb hervorgegangen, zu dem die Stadt aufgerufen hatte. Die Planungsgruppe Grün aus Bremen hatte überzeugt, weil sie sich „intensiv mit dem Ort auseinandergesetzt“ hatte und ihre Vorschläge auch ausführbar seien, sagte David Mahlzahn, Leiter des Fachdienstes Stadtplanung, im Pressegespräch mit dieser Zeitung. Der Entwurf sieht unter anderem vor, das Aufenthalts- und Bewegungsangebot zu verbessern. Dafür soll ein Sonnenhang zum Ems-Jade-Kanal geschaffen werden beziehungsweise der dortige Hang abgeflacht werden. Bei dem kleineren Teich ist eine Liegewiese angedacht. Neue Bänke und Liegen stehen auf der Liste. Geplant sind ebenfalls Neupflanzungen von Bäumen an den Teichen sowie im ehemaligen botanischen Garten (zum Herrentor-Eingang hin). Die Rasenflächen sollen neu gestaltet und eine extensive Blumenwiese angelegt werden. Für den Radweg ist eine Asphaltschicht vorgesehen, aber auch die anderen Wege sollen ausgebessert werden.

Großes Problem: Entwässerung

Damit das alles überhaupt umsetzbar ist, muss aber zunächst die Entwässerung erneuert werden, sagte Stadtbaurätin Irina Krantz. „Nur wenn die Entwässerung sichergestellt ist, ist eine dauerhafte Nutzung möglich“, betonte sie. Denn: Nach einem Regenschauer steht das Wasser bislang gerne mal ein paar Tage auf der Wiese. „Wir müssen es so anlegen, dass alles trocken wird“, erklärte Nils Andersson, Leiter des städtischen Bau- und Entsorgungsbetriebs (BEE). Das gesamte Gelände um den Schwanenteich müsse deswegen um bis zu 30 Zentimeter erhöht und mit einer Drainage versehen werden.

Weil die Parkanlage so tief liegt, gibt es dort ein großes Problem mit Nässe. Foto: Hanssen/Archiv
Weil die Parkanlage so tief liegt, gibt es dort ein großes Problem mit Nässe. Foto: Hanssen/Archiv

Die Teiche selbst würden seit jeher über den Ems-Jade-Kanal gespeist. Das könne über Schieber gesteuert werden. Durch Holzpalisaden sollen die Teiche eingefasst und die Ufer damit gestärkt werden. Dabei müsse berücksichtigt werden, dass die Enten oder andere Tiere ins Wasser und auch wieder herauskämen, so Dinkela. Rainer Kinzel, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umwelt, betonte indes, dass die Ansiedlung von Schwänen nicht angedacht sei. „Das wäre Quälerei für die Tiere“, sagte er. Ob es wieder ein Entenhäuschen auf dem Teich geben werde, sei noch nicht klar, so Andersson. Die Detailplanung stehe noch bevor.

Das sind die nächsten Schritte

An diesem Donnerstag geht der Siegerentwurf in den Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt des Emder Rates. Wird dieser durchgewunken - und davon gingen die Teilnehmer des Pressegesprächs aus - muss das Planungsbüro aus Bremen an die Arbeit gehen. In Abstimmung mit dem BEE, der Stadtplanung und dem Stadtvorstand wurden die Details der Planung abgestimmt, so Mahlzahn. Das werde etwa den Rest des Jahres dauern. Ausschreibungen für die Arbeiten, auf die sich Firmen bewerben können, würden dann Endes des Jahres oder Anfang 2023 gemacht.

„Die Bauphase wird 2023 beginnen“, so Nils Andersson. Erste Maßnahmen könnten schon Anfang des Jahres durchgeführt werden, so Mahlzahn. Dabei müsse man aber die derzeitigen Krisen - Corona-Pandemie und Krieg in der Ukraine - sowie den Mangel an Baustoffen im Hinterkopf behalten. Bei der Sanierung müsse natürlich auch auf die Vegetations- sowie Brut- und Setzzeiten geachtet werden, sagte Irina Krantz. Und das Wetter könnte ihnen einen Strich durch die Rechnung machen.

Bürger-Ideen fließen ein

David Mahlzahn betonte, dass auch die Vorschläge aus der Bürgerbeteiligung in die Pläne einfließen. 80 Prozent der Emderinnen und Emder hätten sich bei ihren Anmerkungen zur Entwässerung geäußert. Die Liegeflächen sollen nutzbar sein, wurde dort gefordert, sagte er. Auch komme eine weitere Boule-Bahn hinzu, weil sich mehrere Vereine und Interessierte dafür ausgesprochen hatten. Wege, Bänke und Mülleimer seien weitere Punkte gewesen. Ideen, die vorerst nicht einfließen könnten, werde man vielleicht später umsetzen können. „Wir mussten erst einmal eine Gesamtlösung für alle finden“, meinte er. Und: Das müsse ja auch finanzier- und umsetzbar sein. Jemand habe sich eine Art Freizeitpark gewünscht. Das sei einfach nicht realisierbar und passe auch nicht zum historischen Charakter des Parks, der durch die Neugestaltung ja wieder stärker zu Tage kommen soll.

Die Sanierung soll rund eine Million Euro kosten und jeweils zu einem Drittel von Stadt, Land und Bund als Städtebaufördermittel der Erneuerungsmaßnahme „Grünes Band Emden“ finanziert werden. Für die Maßnahme war bereits die Wallanlage attraktiver gemacht worden - mit einem „Mühlen-Spielplatz“ und einer Fitness-Anlage. Auch der Stephansplatz-Park wurde erneuert. Mit dem Schwanenteich, dem teuersten der Projekte, werde die Maßnahme abgeschlossen, so Irina Krantz.

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