Perspektive Innenstadt
Innenstadt: Leer bekommt mehr Förderung – aber nicht genug
Die Stadt hat Fördermittel aus dem Topf „Perspektive Innenstadt“ erhalten. Der Bürgermeister hofft jedoch auf mehr Geld, um die Pläne umsetzen zu können.
Leer - Die Leeraner Innenstadt könnte sich in den kommenden Jahren deutlich verändern. Die Stadt will nämlich EU-Mittel für die sogenannte „Perspektive Innenstadt“ nutzen, um die Attraktivität der Innenstadt zu steigern. Dazu konnte Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) nun eine gute Nachricht verkünden.
Was und warum
Darum geht es: Die Stadt hat mehr Geld aus einem Fördertopf bekommen
Vor allem interessant für: Alle, die sich für die Entwicklung der Innenstadt interessieren.
Deshalb berichten wir: Bürgermeister Horst hat verkündet, dass es mehr Mittel aus der Förderung gibt. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
„Wir haben uns um weitere Mittel beworben und uns wurden nun tatsächlich weitere 38.500 Euro bewilligt“, sagte er im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur. Ursprünglich betrug die Förderung 755.000 Euro. Mit dem Eigenanteil der Stadt standen für die Pläne 839.000 Euro zur Verfügung. Mit der weiteren Bewilligung sind es nun fast 880.000 Euro zur Verfügung. „Das ist aber noch zu wenig. Wir haben uns deshalb um noch mehr beworben“, so Horst. Im Januar sagte er, dass man auf über 200.000 Euro gehofft habe.
Die Pläne
Mitte Januar wurden die Pläne vorgestellt, die die Stadt mit dem Geld realisieren will. Dabei haben sie drei Aspekte auserkoren. Im ersten Schritt möchte sich die Stadt auf die Ledastraße und die untere Mühlenstraße konzentrieren. Die gesamte Ledastraße soll verkehrsberuhigt und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität gesteigert werden. Die Straße soll dennoch ihren Wert für den Autoverkehr behalten.
Auch soll die Pflasterung der Straße von der Tourismuszentrale bis zur Fußgängerzone angepasst werden. Auch sollen Sichtachsen zur neuen Uferpromenade am Hafenkopf geschaffen werden. Für dieses Projekt würde auch der Löwenanteil der EU-Förderung benötigt. Die Verwaltung geht in einer Kostenschätzung von 572.700 Euro zuzüglich Planungskosten in Höhe von etwa 50.000 Euro aus.
Verbindung zur Altstadt
Gleichzeitig will man sich der Mühlen- und der Brunnenstraße widmen. Im Kern soll die Fußgängerzone mit der Altstadt verbunden werden. Auch hier soll die Attraktivität gesteigert werden. Es sollen beispielsweise Bänke und Blumenkübel aufgestellt werden. Im Kern soll aber das Stück, das sich in der Pflasterung unterscheidet, angeglichen werden. Nach einer Kostenschätzung belaufen sich die Gesamtkosten für dieses Projekt auf etwa 55.000 Euro.
Das restliche Geld soll in den Radverkehr und für die Elektromobilität verwendet werden. Dafür möchte die Verwaltung ein Konzept erstellen. Geplant ist, dass an der Ledastraße zwei mal zwei E-Bike-Ladesäulen entstehen. An der Mühlenstraße sollen an einem Ort zwei Ladesäulen aufgestellt werden. Gleiches gilt für die Brunnenstraße.
Pläne für den Ernst-Reuter-Platz
In einem weiteren Schritt soll der Ernst-Reuter-Platz aufgewertet werden. Man wolle wegen des straffen Zeitplans aber mit kleineren Arbeiten beginnen, um die Förderung nicht zu riskieren, erklärte Horst. Bis Ende März 2023 müsse nämlich alles realisiert und schlussgerechnet sein.
Auf dem Platz sei es möglich, auf der Fläche direkt am Wasser einen Multifunktionsraum zu schaffen. Alleine dafür plant die Stadt rund 313.000 Euro ein. Auch sollen die Wälle rund um den Spielplatz entfernt werden, um auch hier den Blick zum Wasser zu öffnen. Der Spielplatz soll zudem modernisiert werden. Möglich seien hier interaktive und digitale Angebote. Der Bürgermeister sprach im Januar die Befürchtung aus, dass am Ernst-Reuter-Platz Altlasten aus der Zeit gefunden werden könnten, als dort Industrie angesiedelt war. Deren Räumung würde den straffen Zeitplan dann sprengen.