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Förderprogramm Innenstadt: Endspurt um Millionentopf
Ein neu gestalteter Platz am Pferdemarkt, Sitzmöbel für die Innenstadt und vieles mehr: Aurich hat sich um Fördermittel für eine schönere City beworben. Die Konkurrenz um das Geld ist groß.
Aurich - Nach einem anstrengenden Arbeitstag an Sport- und Spielgeräten in der Innenstadt den Körperausgleich suchen oder auf dem neu begrünten Marktplatz einen Cocktail schlürfen – diese und viele andere Angebote sollen Aurich beleben. Das Geld – rund 1,1 Millionen Euro – stammt aus Mitteln eines Sofortprogramms des Landes. Das Programm nennt sich „Perspektive Innenstadt“. Die einzelnen Aktivitäten sind Anfang Februar vom Rat der Stadt abgestimmt und beschlossen worden. Die Zeit für die Umsetzung drängt, denn die Leistungen müssen bis März 2023 mit dem Land abgerechnet werden.
Wie weit ist die Verwirklichung fortgeschritten?
„Die Anträge sind derzeit in der Bearbeitung beim Land“, sagt Vicki Janssen auf Anfrage. Die Citymanagerin wird aus Mitteln des Programms bezahlt. Sie soll die Aktion vorantreiben. Parallel sei man derzeit dabei, Angebote einzuholen, um die elf geplanten Projekte (siehe Grafik) möglichst rasch umsetzen zu können. Gibt es dafür eine Rangfolge? Eine Art Bauzeitenplan? Vicki Janssen schüttelt den Kopf. „Das zieht sich alles hin. Derzeit kann ich nicht mehr sagen.“
Wie stark ist die Politik in das Programm eingebunden?
Der CDU-Ratsherr Bodo Bargmann hat Vicki Janssen gebeten, den genauen Entwicklungsfortschritt bei der Umsetzung des Programms gegenüber der Politik zu dokumentieren. In seinen Augen ist es wichtig, den Überblick zu behalten. Der Vorsitzende des Sanierungsausschusses geht davon aus, dass die Citymanagerin in der nächsten Sitzung einen Bericht abliefern wird. Das wäre am kommenden Donnerstag. Auf der Tagesordnung ist dieser Punkt aber noch nicht aufgeführt.
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Was erwarten die Kaufleute von dem Programm?
Die Reaktionen der Geschäftsleute sind sehr unterschiedlich. Ein Teil hat sich nicht mit den Einzelheiten beschäftigt. „Ich kann dazu gar nichts sagen“, sagt Arnt Grotheer. Der Inhaber des gleichnamigen Reformhauses in der Burgstraße sagt, er habe von dem Programm zwar gehört, sich aber mit den Einzelheiten nicht auseinandergesetzt. Bei anderen ist das zwar der Fall, das Urteil ist aber nicht positiv. „Nur ein Bruchteil der Investitionen wird tatsächlich in der Innenstadt getätigt“, sagt Sven Haltermann. Der Geschäftsführer des Modehauses Silomon hat sich mehr unmittelbaren Nutzen für die Geschäftsleute von dem Sofortprogramm versprochen.
Die Mittel werden unter anderem auch für Restaurierung der Stiftsmühle an der Oldersumer Strände und für die Umgestaltung des Pferdemarktes verwendet. Dieser Punkt nährt Optimismus bei Torsten Grapengeter. Der Geschäftsführer von Farben Fangmann in der Norderstraße verspricht sich davon positive Impulse für die Innenstadt. Vom Pferdemarkt soll es nämlich eine farblich abgesetzte Achse durch die Norderstraße bis zum Georgswall geben. So wollen die Stadtplaner die einzelnen Plätze besser miteinander verknüpfen. Wie belebend sich ein gut frequentierter Pferdemarkt auswirke, habe er in der Zeit gemerkt, als es dort noch die Supermarktkette Kaufland gab. Von dort sei mancher nach einer Shoppingtour noch in die Innenstadt gegangen. Am Pferdemarkt baut das Unternehmen Schomaker derzeit das ehemalige Kaufhallen-Gebäude um. Dort soll Ende des Jahres ein Combi-Markt eröffnet werden.
Wie wird das Sofortprogramm landesweit angenommen?
Laut einer Pressemitteilung des Landes stößt das Programm in Niedersachsens Kommunen auf reges Interesse. Bis Mitte April seien bereits 354 Anträge eingegangen, teilte das Ministerium für regionale Entwicklung mit. Diese kämen aus allen Landesteilen: 135 aus der Region Weser-Ems, 81 aus der Region Leine-Weser, 72 aus dem Bereich Lüneburg und 66 aus dem Raum Braunschweig. Bis zum Fristablauf Ende Juni erwartet das Ministerium insgesamt rund 1000 Anträge. Das Programm „Perspektive Innenstadt“ umfasst 120 Millionen Euro aus EU-Mitteln.
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