Jüdisches Leben
Leer bekommt im Oktober die ersten Stolpersteine
Auf die Initiative von Albrecht Weinberg haben sich die Gremien der Stadt Leer mit dem Thema Stolpersteine beschäftigt. Die Finanzierung scheint geklärt.
Leer - Insgesamt 18 Namen stehen auf der Liste, die Bruno Schachner (Grüne) an Leers Bürgermeister Claus-Peter Horst (parteilos) schickte. Diese Menschen wurden von den Nationalsozialisten deportiert. Ihrer soll nun gedacht werden.
Was und warum
Darum geht es: Im Oktober sollen in Leer die ersten Stolpersteine verlegt werden.
Vor allem interessant für: Alle, die sich für das jüdische Leben in Leer interessieren.
Deshalb berichten wir: Im Ausschuss wurde das Verlegen der Steine befürwortet. Den Autoren erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de
Im Oktober sollen für sie vor den Häusern, in denen sie lebten, Stolpersteine verlegt werden. Zehn dieser Personen stammen aus Leer. „Ich möchte betonen, dass es kein Antrag der Grünen ist. Es ist der ausdrückliche Wunsch von Albrecht Weinberg, den ich weitergegeben habe“, so Schachner im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur. „Es gibt immer Argumente dagegen, Stolpersteine zu verlegen. Auch die Überlebenden wollten es lange Zeit nicht. Die Nachfahren dieser sehen das jedoch fast durchgängig anders“, so Schachner.
Bisher keine Steine in Leer
50.000 Stolpersteine gebe es weltweit, knapp 1000 sind es in Ostfriesland. In Leer jedoch bisher nicht einen. „Die Steine werden über Spenden finanziert. Die Stadt müsste sich dann um das Einsetzen kümmern“, sagt der Grüne. Der Vorschlag wurde von allen Fraktionen befürwortet. Mechthild Tammena (Grüne) regte an, sich um Paten für die einzelnen Steine zu bemühen, die diese dann in regelmäßigen Abständen säubern.
Tim Bienert (CDU) meinte, dass man diesbezüglich die Schulen in der Stadt ansprechen könnte. Günter Podlich (FDP/LWG) ging noch einen Schritt weiter: „Man könnte eine Website mit weiteren Infos schaffen. Dann konnte man auch sehen, in welcher Stadt in Deutschland es einen Stolperstein zu der Person gibt, die man sucht.“
Die ersten Steine sollen vor der Reimersstraße 6 sowie Bremer Straße 14 a und 70 verlegt werden. In diesen haben Verwandte von Weinberg gelebt. Die Finanzierung – ein Stolperstein kostet rund 120 Euro – solle über Spenden gewährleistet werden. Über das Spendenkonto der Gesellschaft für deutsch-jüdische Zusammenarbeit in Ostfriesland seien unter dem Kennwort „Stolpersteine“ schon die ersten Summen eingegangen, berichtet Schachner. Er ist optimistisch, dass sich viele Leeraner beteiligen werden, damit nach den ersten Stolpersteinen weitere folgen könnten. Wer spenden möchte, findet die Kontonummer auf der Homepage der GCJZ.