Verkehr in Leer

Bekommt die Südringbrücke einen Kreisverkehr?

Michael Kierstein
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Von Michael Kierstein
| 29.04.2022 09:21 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 4 Minuten
Immer wieder fahren LKW über die Brücke, obwohl diese für schwere Fahrzeuge gesperrt ist. Foto: Ortgies/Archiv
Immer wieder fahren LKW über die Brücke, obwohl diese für schwere Fahrzeuge gesperrt ist. Foto: Ortgies/Archiv
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Die Kosten für den Neubau der Südringbrücke sind schon jetzt deutlich nach oben gegangen. Die Politik will nun zusätzlich die Kreuzung durch einen Kreisverkehr entlasten.

Leer - Die Südringbrücke ist eine der bedeutendsten Wege für den Stadtverkehr Leers. Viele, die aus dem Oberledingerland in die Stadt wollen, müssen sie queren. Auch für die Hafenwirtschaft hat sie eine große Bedeutung. Seit Jahren ist bekannt, dass die Brücke erneuert werden muss. Deshalb sind bereits Spuren abgesperrt. Nun wurde der aktuelle Stand der anstehenden Sanierung vorgestellt. Dabei kam auch eine neue Idee auf: Ein Kreisverkehr an der Brücke könnte den Verkehr noch weiter entschlacken. „Wir sind bei 20 Prozent mehr Kosten“, sagt Christiane Wüsteney-Arbabi von der Stadt Leer, als sie die Planungen für die Südringbrücke dem Ausschuss für für Energie, Klima, Umwelt und Verkehr (EKUV) vorstellt. Dass das Projekt teurer wird, liegt jedoch nicht daran, dass irgendwo gepfuscht worden wäre. Es wurden lediglich die Baukostensteigerungen eingerechnet.

Was und warum

Darum geht es: Der Bau der Südringbrücke wird forciert. Dabei gibt es eine weitere Idee.

Vor allem interessant für: alle, die regelmäßig über den Südring fahren

Deshalb berichten wir: Die Pläne wurden nun vorgestellt.

Die Autorin erreichen Sie unter: m.kierstein@zgo.de

Rohstoffe werden, auch durch den Krieg in der Ukraine, immer teurer und das bekommen nun auch die Planer der Südringbrücke zu spüren. Laut EKUV-Vorlage belaufen sich die Kosten für einen Neubau der Südringbrücke in einem Bauabschnitt mittlerweile auf 12,36 Millionen Euro. Eine Kröte, die die Stadt schlucken muss, denn die Südringbrücke ist sowohl für den Hafen als auch für den Verkehr enorm wichtig.

Sperrung wird missachtet

Schon jetzt ist die Brücke für schwere LKW gesperrt. Auf allen Einfallstraßen in die Stadt stehen Schilder, dass LKW über 30 Tonnen sie nicht mehr benutzen dürfen. Dennoch fahren täglich Laster über das Bauwerk, was Bürgermeister Claus Peter Horst (parteilos) an den Rand der Verzweiflung bringt. „Die Beschilderung ist wirklich umfassend. Jeder LKW-Fahrer kann sie beachten, sie tun es aber nicht“, so das Verwaltungsoberhaupt.

Da die Brücke über Gleise führt, muss die Bahn mit ins Boot geholt werden. Foto: Ortgies/Archiv
Da die Brücke über Gleise führt, muss die Bahn mit ins Boot geholt werden. Foto: Ortgies/Archiv

Deshalb soll eine Überwachung installiert werden. Diese würde Fotos von zu großen Fahrzeugen machen, damit Bußgelder erhoben werden können. „Dabei zählt das zulässige Gesamtgewicht. Es ist egal, ob der LKW voll oder leer über die Brücke fährt“, so Christiane Wüsteney-Arbabi

Ausschreibung muss bald erfolgen

Die Verwaltung steht zudem unter Zeitdruck. Bis spätestens 2028 muss ein Ersatz für die in die Jahre gekommene Brücke stehen. Deshalb wurde auch die Machbarkeitsstudie für eine Tunnellösung verworfen. Zudem beabsichtigt die Stadt aufgrund der Komplexität der Aufgabe, eine Projektsteuerung einzusetzen. „Dabei geht es auch um die Absprachen mit der Bahn“, erklärt Christiane Wüsteney-Arbabi.

Da die Südringbrücke über die Gleise führt, muss der Bahnverkehr während der Bauzeit immer wieder gestoppt werden. Zur Projektanmeldung bei der Bahn sei die komplette Entwurfsplanung mit einem stundengenauen Bauzeitenplan erforderlich. Die Unterlagen werden benötigt um die Sperrpausen des Zugverkehrs festzulegen. Da diese Bearbeitung bei der Bahn bis zu drei Jahren Vorlauf braucht, müsse die Planung möglichst zeitnah beauftragt werden. Außerdem müsse das Projekt aufgrund seines finanziellen Volumens europaweit ausgeschrieben werden.

Sperrung der Brücke

Die Verwaltung befürwortet einen Bau in einem Abschnitt. Das bedeutet, dass die Brücke etwa acht Monate lang nicht befahrbar wäre. Bei dieser Variante wird der Verkehr über den Stadtring und „An der Seeschleuse“ umgeleitet. Die Auswirkungen dieser Umleitungen würden als nicht dramatisch betrachtet. Das liegt auch daran, dass zurzeit eine Gewichtsbeschränkung auf der Ledabrücke für alle LKW mit einem Gewicht ab zwölf Tonnen schon gilt. Schwere LKW würden deshalb ohnehin nicht aus dieser Richtung kommen.

Die Verwaltung will nun die Leistungen zur Projektsteuerung ausschreiben und die Ausschreibung der notwendigen Planungsleistungen für den Brücken- und Straßenbau vorbereiten. Im Anschluss soll sie erneut zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Doch da kam der Politik ein weiteres Ansinnen.

Kreisverkehr schaffen

„Die Gabelung Südring /Sägemühlenstraße beschäftigt uns. Wir sind davon überzeugt, dass die Leute, die aus dem Rheiderland kommen wegen dieser Kreuzung eher über die Ubbo-Emmius-Straße fahren anstatt über den Ring. Deshalb stellen wir den Antrag, an dieser Kreuzung den Bau eines Kreisverkehrs zu prüfen“, sagt Heinz Dieter Schmidt (SPD). Dieser Antrag wurde von den anderen Fraktionen unterstützt.

Man sei überzeugt, dass ein Kreisverkehr den Verkehr an der Stelle entschlacken würde. Deshalb wurde der Verwaltung einstimmig der Wunsch mit auf den Weg gegeben, den Bau eines Kreisels zu prüfen. Auch die Ausschreibungen wurden schließlich einstimmig befürwortet.

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