Handel

Emder Wochenmarkt: Neue Umfrage sorgt für Irritationen

Heiko Müller
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Von Heiko Müller
| 02.05.2022 19:39 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Befragung auf dem Emder Wochenmarkt: Philipp Kaiser (links) und Jan Sundag baten auch die Emderin Barbara de Boer darum, Fragen zu Angebot, Qualität und Standort zu beantworten. Foto: F. Doden
Befragung auf dem Emder Wochenmarkt: Philipp Kaiser (links) und Jan Sundag baten auch die Emderin Barbara de Boer darum, Fragen zu Angebot, Qualität und Standort zu beantworten. Foto: F. Doden
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Mitten in die gegenwärtige Diskussion um den Standort des Wochenmarktes platze eine Befragungen der Besucher. Die Stadt will damit aber nichts zu tun haben.

Emden - Mitten in die gegenwärtige Diskussion um den Standort des Emder Wochenmarktes platzt jetzt eine Befragung von Besucherinnen und Besuchern des Marktes. Der Stadt war davon bis zum Montag offiziell nichts bekannt. Auch die Marktbeschicker waren offenbar vorher nicht informiert worden. Wie Stadtsprecherin Theda Eilers auf Nachfrage mitteilte, handelt es sich um eine eigenständige Projektarbeit einer Klasse der Berufsbildenden Schulen (BBS) I. Die Stadt sei daran nicht beteiligt.

Was und warum

Darum geht es: eine Befragung zu Angebot, Größe, Qualität und Standort des Emder Wochenmarktes

Vor allem interessant für: Leute, die gerne auf dem Wochenmarkt einkaufen und diejenigen, die sich für die Weiterentwicklung des Marktes interessieren

Deshalb berichten wir: Am Sonnabend wurde ohne vorherige Ankündigung eine Befragung von Besucherinnen und Besuchern des Wochenmarktes gestartet. Wir wollten wissen, welche Hintergründe es dafür gibt.

Den Autor erreichen Sie unter: h.mueller@zgo.de

Die beiden jungen Männer, die am Sonnabend mit einem Stehtisch auf dem Wochenmarkt standen und Besucher mit vorbereiteten Fragebögen konfrontierten, gaben sich allerdings gegenüber Befragten als Mitarbeiter der Stadt aus und sagten, im Auftrag der Stadt zu handeln. Die jungen Männer verteilten auch Kugelschreiber mit dem offiziellen Logo der Stadt. Einem Mitarbeiter dieser Zeitung sagten sie, dass sie von den BBS I kämen und die Befragung für die Verwaltung machten.

Stadt ist „gespannt auf die Ergebnisse“

Bei der Stadt wollte man davon aber am Montag nichts wissen. Laut Eilers sei nur Martje Merten dabei involviert gewesen. Die Teamleiterin des Stadtmarketings habe lediglich Hilfe bei der Zusammenstellung der Fragen gegeben. Merten und die Schulleitung der BBS waren am Montag für Stellungnahmen nicht zu erreichen.

„Grundsätzlich begrüßen wir solche Initiativen“, sagte unterdessen die Stadtsprecherin. Das Angebot des Wochenmarktes müsse regelmäßig überprüft werden. „Wir sind gespannt, was dabei herauskommt“, fügte Eilers hinzu. Die Meinungen und die Beteiligung von Bürgern betrachte man als „wertvoll“. Wie die Stadt mit den Ergebnissen umgehen wird, werde sich zeigen.

Es geht auch um die Standort-Frage

Bei der Befragung geht es nicht nur um das Angebot, die Größe und die Wochenmarkt-Zeiten, sondern gerade auch um die Frage, ob der Neue Markt oder der Stadtgarten als Standort favorisiert wird. Das wird seit etwa drei Wochen sehr kontrovers diskutiert.

Der Emder Käsehändler Frans Posthumus hatte Anfang April bei einer Versammlung der Markthändler den Vorschlag gemacht, den Wochenmarkt zwischen Ostern und Oktober in den Stadtgarten zu verlegen. Auf diesen Platz vor dem alten Emder Rathaus waren die Beschicker bereits während des Umbaus ausgewichen. Die Meinungen der Marktbeschicker in dieser Frage sind geteilt. Es zeichnet sich aber ab, dass die Mehrheit sich gegen den Vorschlag ihres Kollegen ausspricht.

Die Meinungen gehen auseinander

In der Bevölkerung gehen die Meinungen über den Standort des Wochenmarktes im Sommer ebenfalls auseinander. Viele Befürworter eines Wechsels argumentieren mit der schöneren Atmosphäre im und am Stadtgarten. Auch von der Gastronomie am Neuen Markt gibt es Bestrebungen, den Wochenmarkt zu verlegen, damit die Fläche im Sommer besser für die Außenbewirtung genutzt werden kann.

Kritiker des Umzugs halten unter anderem dagegen, dass die Planung des neu gestalteten Neuen Marktes auf die Bedürfnisse und Wünsche der Wochenmarktbeschicker ausgelegt war und die Stadt viel Geld zum Beispiel für die unterirdischen Versorgungsstationen für die Marktstände aufgewendet hat. Zudem sei der Neue Markt seit dem Jahr 1958 der angestammte Platz des Wochenmarktes.

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