Osnabrück

Welche Häfen Kreuzfahrtschiffe anstelle von St. Petersburg anlaufen

Sven Stahmann
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Von Sven Stahmann
| 03.05.2022 17:54 Uhr | 0 Kommentare | Lesedauer: ca. 3 Minuten
Die Mein Schiff 2 fährt durch schwedische Gewässer: Aufgrund des Ukraine-Kriegs wird Tui unter anderem Visby anstelle von St. Petersburg anlaufen. Foto: imago images/Bihlmayerfotografie
Die Mein Schiff 2 fährt durch schwedische Gewässer: Aufgrund des Ukraine-Kriegs wird Tui unter anderem Visby anstelle von St. Petersburg anlaufen. Foto: imago images/Bihlmayerfotografie
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Der von Putin geführte Krieg gegen die Ukraine beeinflusst auch die Tourismus-Branche. Unter anderem müssen Kreuzfahrtanbieter ihre Routen ändern. Welche Häfen nun anstelle vom russischen St. Petersburg angelaufen werden.

Im Februar begann Putin damit, die Ukraine anzugreifen. Zahlreiche Sanktionen waren seitdem die Folge. Auch die Tourismus-Branche ist davon betroffen. Vor dem Hintergrund, dass alle Flug-, Zug- und Fährverbindungen von Deutschland nach Russland eingestellt wurden, haben deutsche Reiseveranstalter ihr Russland-Angebot ausgesetzt. Das gilt auch für Kreuzfahrten.

Weil das russische St. Petersburg ein beliebtes Ziel von Ostsee-Kreuzfahrten ist, mussten viele Veranstalter ihre Routen umplanen. AIDA teilt unserer Redaktion auf Anfrage mit, dass die Reiseverläufe von AIDAnova, AIDAdiva, AIDAmar und AIDAvita bereits angepasst wurden. Der Halt in St. Petersburg werde durch Kopenhagen (Dänemark), Oslo (Norwegen), Visby (Schweden) oder auch Karlskrona (Schweden) ersetzt.

Beim Schweizer Anbieter MSC heißt es, dass mit der MSC Preziosa, der MSC Grandiosa, der MSC Poesia und der MSC Virtuosa ebenfalls vier Schiffe die russische Ostsee-Stadt angelaufen hätten. Die Reederei hat daher seit Beginn des Krieges Kontakt zu Häfen wie Stockholm (Schweden), Helsinki (Finnland) oder Tallinn (Estland) aufgenommen, um für Alternativen zu sorgen.

Die Flotte von Mein Schiff werde St. Petersburg durch Klaipeda (Litauen) und Riga (Lettland) sowie Kopenhagen und Visby ersetzen, wie Pressesprecherin Friederike Grönemeyer bestätigt. Sie teilt zudem mit, dass Tui im August 2022 eine Reise mit der Mein Schiff Herz durch das Schwarze Meer mit Anläufen in Sotchi und Odessa geplant hatte. „Diese Reise wird so nicht stattfinden“, sagt sie. Stattdessen wurde den Gästen eine alternative Kreuzfahrt mit Häfen in Griechenland und in der Türkei angeboten.

Über die aktuelle Saison hinaus kann kein Anbieter Aussagen darüber treffen, wie es weitergeht. „Wir beobachten die Lage genau und werden unsere Gäste informieren, sollte es Änderungen auch für 2023 geben“, sagt Grönemeyer. MSC wolle seine Website stetig aktualisieren, damit sowohl für „gebuchte Gäste als auch für alle, die zukünftig eine Kreuzfahrt in die Ostsee buchen möchten, größtmögliche Klarheit besteht.“

Auch der Deutsche Reiseverband (DRV) möchte noch keine Voraussagen tätigen: „Deutsche Reiseveranstalter haben ihr Russland-Angebot aktuell ausgesetzt. Wie lange dies sein wird, lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht vorhersagen und ist abhängig vom weiteren Verlauf des russischen Angriffskriegs in der Ukraine.“

Nur vereinzelt hätten Gäste ihre Reisen wegen des Ukraine-Kriegs storniert, so Mein Schiff-Pressesprecherin Grönemeyer. „Unsere Reisen sind gut gebucht“, sagt sie. Auch Nadine Maraschi, Pressesprecherin von AIDA, erkennt keine rückläufigen Buchungszahlen: „AIDA Cruises ist mit einer großen Nachfrage nach Kreuzfahrten ins Jahr 2022 gestartet. Insbesondere die Buchungen für den Sommer entwickeln sich sehr positiv.“

Der DRV bestätigt, dass die Deutschen trotz zunehmender Inflation wegen des Ukraine-Kriegs sehr buchungsfreudig sind: „Die Reiselust der Deutschen ist nach zwei Jahren Corona-Pandemie in diesem Jahr sehr groß.“ So werden aktuell sogar mehr Sommerurlaube gebucht, als es in den Vergleichsmonaten Februar und März 2019 - also vor Corona - der Fall war.

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