Jugendparlament
Wunsch in Hinte: Ein Platz für die Jugend
Spielplätze gibt es in der Gemeinde Hinte, aber keine Jugendplätze. Das will das Jugendparlament ändern – und bislang spielt die Politik mit.
Hinte - In der Gemeinde Hinte wünscht sich das Kinder- und Jugendparlament (Kijupa) einen Jugendplatz – und die Politik hat für die Aufnahme der Planungen den Weg freigemacht. Angedacht ist ein „relativ zentral liegender Platz“ mit gutem Anschluss an die Hauptverkehrswege. So schilderte es der 14-jährige Leon Redenius, ein Mitglied des Kijupas in Hinte. „Für Kinder gibt es Spielplätze“, begründete unter anderem SPD-Ratsherr Erik Heeren, der beruflich als Jugendpfleger in der Gemeinde Ihlow arbeitet, den Antrag. Für Jugendliche gebe es keine solche Plätze in der Gemeinde.
Leon Redenius erklärt im Gespräch mit unserer Zeitung, was genau sich die Mitglieder des Jugendparlaments wünschen. So könnte es auf dem Platz beispielsweise eine Tischtennisplatte, eine Torwand und einen Basketballkorb geben. Zudem seien auch Beleuchtung und ein Unterstand angedacht. „Der Platz soll ohne Beaufsichtigung für die Jugendlichen zur Verfügung stehen“, so Leon Redenius. Voraussetzung sei aber, dass sich alle an die vor Ort aushängenden Regeln halten.
Weichen wurden gestellt
Die Gemeinde Hinte hat nun wichtige Weichen in Richtung eines Jugendplatzes gestellt. Der Rat sprach sich mehrheitlich für die Aufnahme der Planungen aus. Damit ist noch nichts über Standort oder Ausstattung des Platzes gesagt. Auch ein definitives Bekenntnis zur Umsetzung der Pläne ist der Beschluss nicht. Dennoch war der Beschluss aus Sicht der SPD, die die Mehrheit im Hinteraner Rat hat, wichtig, denn: es gibt Fördermittel. „Insgesamt könnten im Landkreis Aurich nach den Vorgaben des Förderprogramms drei solcher Plätze entstehen“, so Heeren gegenüber unserer Zeitung vor der Ratsentscheidung. Bis zu 35.000 Euro könnten durch das Programm „Zukunft gestalten“ bewilligt werden. In ihrem Antrag geht die SPD von Kosten in Höhe von schätzungsweise 40.000 bis 50.000 Euro aus.
Die Idee, Orte zu schaffen, an denen sich Jugendliche ungestört treffen können, kommt immer häufiger auf. In Greetsiel gibt es beispielsweise seit Anfang des Jahres ein, wie der Redaktion in einem Gespräch mit dem Pastor Hartmut Lübben versichert wurde, „gut funktionierendes“ Konzept. Die Jugendlichen in Greetsiel hätten vom ortsansässigen Sportverein einen bis zu dem Zeitpunkt leerstehenden Wintergarten gestellt bekommen. Dort könnten sie sich ohne eine Beaufsichtigung durch einen Erwachsenen treffen. Also ein ähnliches Konzept, wie es sich in Hinte überlegt wurde. Der Ursprung für die Entstehung des Jugendtreffs in Greetsiel läge unter anderem in der von Lübben getätigten Beobachtung, dass die Jugendlichen in seiner Kirchengemeinde sich oftmals an ungeschützten, öffentlichen Stellen treffen.
In Greetsiel blickt man in die Zukunft
Auch in Greetsiel wurden Regeln vereinbart, an die sich die Jugendlichen halten müssen. Zudem sei aus den Reihen der Jugendlichen ein Sprecher gewählt worden, der sich einmal im Monat mit Vertretern des Sportvereins und Pastor Lübben austauscht. Hier werden Fragen und Bitten beider Parteien geklärt. Außerdem müssten die Eltern im Notfall für durch ihre Kinder verursachte Schäden haften und nicht der Verein, erklärt Lübben. Bis jetzt habe es auch nur „ein paar kleinere Beschwerden gegeben“. Beispielsweise hätte mal ein leerer Becher auf einem Rasen gelegen.
Auf ein funktionierendes Konzept hofft auch das Kijupa in Hinte. Niemand solle durch den Platz gestört werden, so Wunsch und Ziel des Gremiums, betont Leon Redenius. Im Freundeskreis der Jugendparlaments-Mitglieder gab es Anregungen und Wünsche bezüglich des Treffpunktes. „Spielplätze sind halt nichts für Ältere“, sagt Leon Redenius.
Ein Blick nach Greetsiel dürfte sich für die Hinteraner auf jeden Fall lohnen, wenn der Jugendplatz umgesetzt wird. Denn dort blickt man schon jetzt in Richtung Zukunft: Um die Frage einer „nachfolgenden Generation“ möglichst früh zu klären, wolle der Greetsieler Jugendtreff versuchen, durch Veranstaltungen die etwas jüngeren potenziellen Besucher möglichst bald für sich zu begeistern. Und wer weiß, wenn es in Hinte mit dem Platz nicht klappt – im Dorfentwicklungsprogramm findet sich ja vielleicht Platz für andere Treff-Ideen.